Wer erstellt ein EUR1?

3 Antworten

"Förmliche" Präferenznachweise (im Warenverkehr mit der Republik Korea nicht vorgesehen) werden auf Antrag des Ausführers durch eine Zollstelle ausgestellt. In Abhängigkeit von der jeweiligen Präferenzregelung ist die Ausstellung zulässig für Ursprungserzeugnisse oder für Waren des zollrechtlich freien Verkehrs der Gemeinschaft. http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Warenursprung-Praeferenzen/Praeferenzen/Praeferenznachweise/Ausstellung-foermlicher-Praeferenznachweise/ausstellung-foermlicher-praeferenznachweise_node.html

Danke für die hilfreiche Antwort! Etwas ist mir hierbei noch unklar: muss die Ware der Zollstelle im Inland vorgezeigt werden ? z.B. Versand von Waren aus Deutschland nach Liechtenstein oder erst an der österreichischen Grenze zu Liechtenstein ?

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@Flo23

Das Zollamt kann aufgrund der Aktenlage entscheiden (was z.B. bei nicht eindeutig erkennbaren Waren, wie Impfstoffen, der Fall ist), oder die Vorführung und den konkreten Nachweis (welches Teil ist wo verbaut) verlangen. In der Regel wird aber nach Aktenlage entschieden. Und zwar das Zollamt, das die EUR.1 "erstellt", sprich per Zollsiegel gültig macht (das Formular füllt der Zoll natürlich nicht selber aus...). Beim Versand aus Deutschland ist das das Zollamt, das regional für den deutschen Versender zuständig ist (normalerweise das nächstgelgene Zollamt). Also keinesfalls an der Grenze. Sollte an der Grenze zu Liechtenstein die Verzollung erfolgen (und nicht bei einem Zollamt in Liechtenstein direkt), wird es dort einbehalten und bei der Abgabenerhebung berücksichtigt.

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Ein EUR1 kannst Du selber aufüllen oder Du beauftragst einen Spediteur damit. Beim dem für Dich zuständigen Zollamt lässt Du das Ding abstempeln. Der Zoll fragt dann nach Lieferantenerklärungen, die den Ursprung belegen... Sonst könnte ja jeder kommen.

Möglich ist das nur für Waren mit europäischem Ursprung. Sinnvoll nur wenn die Lieferung in ein Land geht mit dem ein entsprechendes Präferenzabkommen besteht. Z.B. Schweiz.

Warum dann überhaupt ein EUR1 ? Dann ist es doch einfacher, einfach nur die Ursprungserklärung auf der Rechnung anzuführen.

(Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ... (1)) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anderes angegeben, präferenzbegünstigte ... (2) Ursprungswaren sind.)

oder liege ich da falsch ? denn die Ursprungserklärung ersetzt doch das EUR1 ?

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@Flo23

Das funktioniert bis zu einem warenwert von 6000Eur. Es gibt aber auch Länder die mit diesem Aufdruck auf den Rechnungen nicht viel anfangen können oder wollen. Wer und wie steht in den Muster und Konsulatsvorschriften... In welches Land willst Du denn exportieren? Oder hast Du mehrere und brauchst die Info generell?

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@Blitz2611

Ich sollte eine Vorrichtung von Liechtenstein nach Deutschland exportieren. Und dann anschliessend wieder retoure. Ich vermute das der Wert dieser Vorrichtung über 6000€ ist. In dem fall muss ich wohl ein EUR1 ausstellen lassen.

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@Flo23

Wurde die Vorrichtung in Liechtenstein hergestellt ? Dann ist es keine EU Ursprungsware und somit kannst D auch kein EUR 1 austellen.

Rückwarenabfertigung wäre noch eine Option und sollte dem Empfänger ebenfalls die EUST ersparen.

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@Blitz2611

Die Vorrichtung wurde in der EU hergestellt. Somit entstehen wohl keine Zollabgaben da es Gemeinschaftsware ist oder? Auch versenden wir Teile aus der Schweiz nach Spanien mittels T1 dokument. Entstehen hierbei Zollabgaben für den Empfänger? Vielen Dank für Ihre Hilfe ! Sie helfen mir sehr !

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@Flo23

Jetzt wird es komplizierter: aus CH nach ES mit T1? wenn es schweizer Urprungsware ist müsste es ein T2 sein. Ist es Drittlandsware e.g. China und noch nicht im freien Verkehr, dann wäre es ein T1.

Zollabgaben für Drittlandsware fallen an abhängig vom Zolltarifcode. Es gibt Artikel, die sind frei. EUST fällt unabhängig davon an.

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Um mich mal bei der Diskussion mit Blitz26 einzuklinken: Wenn ich das richtig lese, befindet sich die Vorrichtung in Liechtenstein. Sie soll nach Deutschland importiert werden, und später - wie ich annehme unverändert - wieder zurück. In diesem Fall kannst Du Dir die EUR.1 sparen. Man sollte nämlich in Deutschland einen VO-Schein eröffnen - Vorübergehnde Verwahrung unter zollamtlöicher Aufsicht (nicht missverstehen: Die "Verwahrung" erfolgt beim Empfänger, nicht beim Zollamt! Die "Aufsicht" erfolgt durch eine Überwachung der bewilligten Fristen.). Dabei wird die Nämlichkeit (z.B. Seriennnummer) gesichert. Es kann sein, dass eine Sicherheit hinterlegt werden muss (abhängig von der Warentarifnummer). Bei der Ausfuhr wird das Dokument wieder vorgelegt, die Ware überprüft, der VO erledigt und die Sicherheit erstattet. Wichtig ist, dass die Vorrichtung unverändert bleibt, also selber nur Mittel zum Zweck ist (Beispiel: Vorrichtung zur Aufnahme einer zu reparierenden Flugzeugturbine; die defekte Turbine kommt in die Vorrichtung, wird repariert, und die Vorrichtung nach Reparatur der Turbine wieder zurückgeschickt).

Soll aber die Vorrichtung selber umgebaut werden, handelt es sich um eine Aktive Veredelung die einer vorherigen Genehmigung durch das für den deutschen Empfänger zuständige Hauptzollamt bedarf; Ausnahme: Es handelt sich nur um eine Reparatur - dann wird die Genehmeigung auf Antrag beim Import bewilligt. Auch hier muss die Ware selbstverständlich wieder ausgeführt werden. Bei der Wiederausfuhr wird die Differenz, also die Wertsteigerung durch die Veredelung, mindestens aber die Veredelungskosten selber, für eine nachträglich Abgabenerhebung zugrunde gelegt.

http://www.zoll.de/DE/Unternehmen/Einfuhr-aus-einem-Nicht-EU-Staat/Verfahren/Voruebergehende-Verwendung/voruebergehende-verwendung_node.html


Du meinst die Vorübergehende Verwendung ;-)

Es geht auch mit einem Carnet ATA, das vom Zoll in Liechtenstein ausgestellt wird. Details bei der Handelskammer des geringsten Mißtrauens

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@zisttoll

Jo, Vorübergehende Verwendung ist der korrekte Begriff; im Jargon spricht man auch manchmal von der vorübergehenden Verwahrung, meint aber dasselbe. Und man sollte hier den fachlich korrekten Begriff gebrauchen.

Beim Carnet muss voher bei der Handelskammer eine Sicherheit hinterlegt werden, nicht aber beim Zoll. Nach der Ausstellung durch die Handleskammer müssen Ware und Dokument vor der Ausfuhr in Liechtenstein dem dortigen Zoll vorgelegt werden. Beim Import nach Detuschland dem Zoll das Carnet vorlegen und die Ware vorzeigen zwecks Überprüfung. Dann beim deutschen Empfänger verwenden, aber nicht verändern, und bei der Wiederausfuhr dem deutschen Zoll an der Grenze wieder alles zeigen. In Liechtenstein das Carnet vom Zoll durch Vorzeigen der Ware und des Dokumentes schließen lassen, anschließend zur Handelskammer, Carnet vorlegen (die Ware nicht mehr) und Sicherheit zurückbekommen. Vorteil: Das Carnet kann, wenn man das vorher weiß, für mehrere Reisen, auch in verschiedene Länder genutzt werden, das VO-Dokument nur für den einmaligen konkreten Fall und nur in Deutschland. (Wobei andere EU-Länder ähnliche Regelungen haben dürften - aber eben nur einmalig und rein national.)

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@zisttoll

Darfst Dich gerne einmischen...hat ja mehr als Hand und Fuss.

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