wer entscheidet beim gemeinsamen sorgerecht?

14 Antworten

Also grundsätzlich ist das hier eine Frage, ob das ganze als Entscheidung des täglichen Lebens gewertet wird oder eben nicht. Darüber gibt es keine genauen Festlegungen für Einzelfälle. Normalerweise gehört aber alles, was ein normales Leben so beinhaltet darunter. Auch Freizeitgestaltung, und ein Vater, der ein Mitspracherecht über die Entscheidung des Sportvereins wollte, wurde abgewiesen, weil das zum normalen Leben gehört und das keine Auswirkungen auf die Zukunft hat, denn man kann ja auch damit wieder aufhören, wenn man nicht mehr will und gut ist es.

Anders wäre das bei Entscheidungen über Schulwahl, oder wenn ein Kind die Schule schmeissen will, alles was halt Auswirkungen auf das spätere Leben hat oder extrem Gefährlich ist.

Und nun nehmen wir mal Deine Pläne unter die Lupe. Zuerst mal die Kurzreise, 300 km alleine mit dem Zug, Aufenthalt bei fremden, aber bekannten Personen unter Betreuung eines Erwachsenen. Ich hatte eine sehr ängstliche Mutter, aber selbst ich durfte mit 15 Jahren einen Brieffreundin besuchen und die mich. Un mein älterer Sohn war 2 mal im Urlaub mit den Eltern seiner Freunde, die ich nur flüchtig kenne. Das ist heute absolut üblich und kein Problem, wenn man 16 Jahre alt ist. Und man darf da schon alleine Urlaub machen und tausende von Scheidungskindern fahren alleine mit dem Zug oder Flugeug alle 14 Tage zum anderen Elternteil und die sind nicht alle schon 16. Wenn das alles vorher geplant ist, man sich über die Sache unterhält, schaut, dass man Anzeigen richtig lesen kann, damit das Umsteigen klappt, dann sollte das kein Problem für eine 16 jährige sein. Es gibt ja auch Leute zum Fragen und Handys für den Notfall. Fehler kommen vor, aber daraus kann man nur lernen und profitieren. Man muss ja nicht über Nacht fahren.

Und dort wirst Du abgeholt und betreut. Tausende Kinder fahren mit Schüleraustausch zu Fremden, das ist das normale Leben. Bleibt nur noch Dein Freund und das 'Thema Sex. Egal, ob und was da schon passiert und geplant ist, es ist absolut normal in Deutschland, dass 16 Jährige Freunde haben und bei denen auch übernachten und für Sex findet sich auch ausserhalb immer ein Weg, man kann es daher nie verbieten, aber man kann mit Aufklärung und Selbstbewusstsein in der Erziehung Schwierigkeiten verhindern. Also kann und wird da nichts passieren, was nicht auch sonst passieren koennte. Und jeder sollte das Recht haben, seine normalen Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Und sollte es das erste Treffen mit dem Jungen sein und ihr euch doch nicht so verstehen, dann gibt es noch dessen Mutter und die Möglichkeiten eines Telefongespräches, um zu arrangieren, was dann zu tun ist. Meine Brieffreundin kannte ich vorher ja auch nicht persoenlich. Und die 15 jährige Freudin meines damals 18 jährigen Sohnes schlief auch oft bei uns und die Eltern kannte ich auch nicht.

Von daher, ich kann bei Deinem Wunsch nichts erkennen, was an der Entscheidung nicht zum alltäglichen Leben und Freizeitgestaltung gehören würde für eine 16 Jährige. Und ich würde es als Mutter auch erlauben (habe allerdings nur Soehne), wenn ich eine Tochter hätte und ich wüsste, inwieweit ich ihr Vertrauen könnte. Denn Erfahrungen zu machen ist wichtig für das spätere Leben. In 2 Jahren bist Du 18 und dann kannst Du auch machen, was Du willst und da musst Du auch alleine reisen können und der neue Freund wird immer erst mal ein Fremder sein. Und Dein Vater kann auch nichts dran machen.

Dein Vater will Dich beschützen, das verstehe ich gut. Viele Väter haben noch die Vorstellung, sie müssten ihre Tochter vor allen Männern verstecken, damit sie dann vom Traumprinz befreit und geheiratet wird. Aber das sind Märchen, im richtigen Leben verschimmeln diese Mädels einsam in ihrem Turm und die Prinzen suchen sich unter den Mädels, die auch präsent sind und im Leben stehen, eine aus. Und oft sind es auch keine Prinzen. Aber um den persoenlichen Prinzen zu finden, braucht es Lebenserfahrung. Man muss daher als Vater auch mal loslassen können, wenn man will, dass die Tochter eine selbstbewusste selbständige Frau wird, die über ihr Leben selbst entscheiden kann.

Ihr könntet euch noch mal beim Jugendamt oder beim Kinderschutzbund informieren, wie die das einschätzen, ansonsten, wenn Dein Vater die Fahrt verhindern will, müßte er beim Gericht klagen und das müsste dann Entscheiden, ob es sich hierbei wirklich um eine Entscheidung von erheblicher Bedeutung handelt, denn nur dann kann er es verhindern und hat ein Mitspracherecht.

Aber reden ist natürlich die bessere Variante, vielleicht hilft es, wenn Deine Mutter noch mal mit Deinem Vater redet und er vielleicht nur im ersten Moment so erschrocken war, weil ihm noch nicht klar war, dass sein kleines Mädchen doch schon so gross geworden ist.

Bei gemeinsamem Sorgerecht haben nach meinem Empfinden beide Elternteile ein gleiches Gewicht beim Fällen von Entscheidungen. Ein Elternteil darf nicht deshalb benachteiligt werden, weil er/sie nicht mit dem Kind zusammenlebt. Aufgrund dieser räumlichen Distanz entscheidet er/sie sowieso schon viel weniger zu den alltäglichen Details.

Die Eltern müssen sich also genauso einig werden, wie dies der Fall wäre, wenn sie in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben würden. Je nach persönlicher Durchsetzungskraft kann das schon einmal ungerecht sein.

Wenn es darum geht, ob das Kind etwas Ungewöhnliches darf, fürchte ich, dass der Bedenkenträger dann eher die Oberhand hat, wenn sich die beiden absolut nicht einig werden. Da es jetzt nicht um eine Lebensentscheidung geht, wäre es auch übertrieben, wenn man eine externe Stelle (Jugendamt, Gericht) einschalten würde, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Also fürchte ich, dass du nicht die Ferien bei deinem Freund verbringen darfst. Ich glaube, es geht deinem Vater wahrscheinlich nicht darum, ob du eine 300 km-Zugfahrt lebend überstehst, sondern eher darum, dass er nicht möchte, dass du ein oder zwei Wochen mit deinem Freund eng zusammenlebst. Vielleicht hegt er da gewisse Befürchtungen.

es ist eigentlich nur für 2 oder 3 tage geplant und die mutter hat sich frei genommen um sozusagen auf uns aufzupassen :)

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@debofr

Mach dir keine Gedanken! Was Paguangare schreibt stimmt nur zum Teil, denn gemeinsames Sorgerecht heißt nicht automatisch das alle Entscheidungen gemeinsam getrroffen werden müssen. Dann gäbe es zich tausende Familien die sich täglich um banale Sachen streiten würden. Hier hat der Gesetzgeber i.d.R. (aber das müßtest du erfragen) das Aufenthaltsbestimmungsrecht zumeißt einem Elternteil zugesprochen. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Bestandteil des Sorgerechts - grundsätzlich hat es also jeder der auch sorgebrechtigt ist. Ein Gericht kann aber das Aufenthaltsbestimmungsrecht einem Elternteil entziehen und entsprechend nur einem Elternteil übertragen - und das tut es auch meißt. Bedeutet: Der andere Elternteil hat zwar weiterhin das Sorgerecht, aber das Kind hat seinen Lebensmittelpunkt bei nur einem Elternteil & dieser Elternteil darf alltägliche Entscheidungen selbst treffen - durch das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht sogar alleine entscheiden wann sich das Kind wo aufhält.. Geht es aber um wichtige Lebensentscheidungen, wie Schulausbildung, Glaubensrichtung, Gesundheit & Vermögen usw., dann muß gemeinsam entschieden werden. Solch Ausflug beim Freund kann natürlich unter Umständen zu einer Lebensentscheidung werden :-) Vielleicht hat dein Vater deßhalb Bedenken. Aber (sofern deine Mutter das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht hat) kann er dir diesen Ausflug nicht verbieten.

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@YJYjY

Die Mutter darf laut § 1687 alleine bestimmen.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht regelt lediglich den Wohnort, nicht die Ferien.

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Dein Empfinden spielt hier keinerlei Rolle.

Es geht nicht um "Ungewöhnliches" sondern um Alltägliches und um "das spätere Leben beeinflussende".

Eine Fahrt zum Freund ist etwas Alltägliches, sie hat keinerlei Auswirkung auf die Zukunft des Mädchens.

Das kann die Mutter ganz alleine bestimmen.

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@Menuett

und laut § 1687 darf die Mutter das nicht allein bestimmen...

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@magni64

ich halte eine 300km-Fahrt zum Freund der minderjährigen Tochter nicht für alltäglich.

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@magni64

kannst du sehen wie du willst, die mutter hat entschieden das kind fahren darf, also wird sie fahren. der vater hat kein mitspracherecht. 95% der dinge entscheidet die mutter allein. sie kann selbst personalausweis und reisepass allein beantragen. dazu braucht sie ebenfalls nicht die unterschrift des anderen sorgeberechtigten.

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Um der Diskussion hier eine sachliche Grundlage zu geben, habe ich einmal den § 1687 des Bürgerlichen Gesetzbuches herauskopiert:

"§ 1687

Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben

(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens. Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens sind in der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Solange sich das Kind mit Einwilligung dieses Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung bei dem anderen Elternteil aufhält, hat dieser die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung. § 1629 Abs. 1 Satz 4 und § 1684 Abs. 2 Satz 1 gelten entsprechend.

(2) Das Familiengericht kann die Befugnisse nach Absatz 1 Satz 2 und 4 einschränken oder ausschließen, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist."

Nun ist die Frage, ob dieser Einzelfall eines Aufenthalts bei einem Freund mit zweimaliger Übernachtung jetzt eine Angelegenheit des täglichen Lebens ist oder eine Sache von erheblicher Bedeutung, die schwerwiegende Auswirkungen auf das Kind haben kann.

Wenn man sich für erstere Version entscheidet, dann hat die Mutter das alleinige Entscheidungsrecht und der Vater darf nicht mitreden.

Wenn man jedoch, wie mutmaßlich der Vater befürchtet, davon ausgeht, dass das Mädchen schwanger werden könnte, weil es bei diesem Freund übernachtet, dann wäre dies schon ein sehr gravierender Einschnitt in das Leben des Mädchens. Und dann hätte der Vater das Recht, dass seine Bedenken gewürdigt werden und dass er über eine solche Reise mitentscheidet.

Von daher ist dies ein kniffliger Fall, den man so oder so entscheiden könnte.

Ich hasse meine WG was kann ich tun?

Ich wohne seit ein paar Wochen in einer Wohngruppe. Es gab Zuhause ein paar Probleme. Meine Mutter war mit der Betreuung von mir und meinem kleinen Bruder ziemlich überfordert. Sie selbst hatte einen Burnout und hat vieles davon auf mich übertragen im Gegensatz dazu habe ich sie auch enorm gestresst. Bei meinem Vater gab es ein paar Probleme mit der Schule. Er hat mir nicht bei den Hausaufgaben geholfen und auch nicht so darauf geachtet ob ich hingehe oder nicht.

Ich kam dann im Sommer in die Psychiatrie weil in der schule viel Mist passiert ist. Das Jugendamt wurde irgendwie eingeschaltet und ich durfte weder bei meiner Mutter noch bei meinem Vater wohnen.

Also nach der Psychiatrie heilpädagogische WG.

Dort ist es allerdings ziemlich schlecht.

Mal tun die so, als wollen sie mir wirklich helfen und im nächsten Moment kommen irgendwelche unhaltbaren Vorwürfe.

Ich bin krank und werde heim geschickt. Direkt bekomme ich ärger, wieso ich schwänze. Ich habe sogar Fieber. Die werfen mir vor ich hätte das irgendwie manipuliert.

Ich bin ziemlich dünn, nehme Medikamente gegen ADHS die das Essen schwer machen. Zudem mag ich viele Dinge nicht, weil ich mich ekel. Aber ich esse Nudel mit Tomaten Soße oder Ketchup. Es gibt das aber nie sondern nur Bolognese, mag ich nicht.

Ich esse auch ganz normale Kartoffeln oder Püree. Das gibt es so auch nur total selten. Da sind immer irgendwelche ekligen Dinge bei. Ich esse auch ganz normales Gemüse. Die machen dann aber richtigen Mist. Die nehmen Brokkoli und pürieren immer einen teil davon und geben das auf den Rest. Das ist echt widerlich. Ich bekomme auch kein normales Gemüse obwohl ich drum Bitte. Lieber wird mir vorgeworfen das ich nicht esse weil ich mich gegen aller verweiger. Das stimmt so aber nicht.

Außerdem gehöre ich vom Alter da gar nicht rein. Die meisten sind wenigstens zwei jahre älter als ich.

Das sind nur wenige Gründe warum ich da unbedingt raus muss.

Ich komme jetzt nochmal in die Psychiatrie und ich möchte gerne das mir die Sozialarbeiter dort helfen aus der WG zu kommen.

Habt ihr eine Idee, wie ich das am besten schaffen kann?

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was dann ? kann er das oder darf er das überhaupt ? wer entscheidet das ?

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