wer definiert mir illokution

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

In der Sprachwissenschaft: Sprechen als kommunikative Handlung, Vollzug eines Sprechakts, also Sprechakt im Hinblick auf die kommunikative Funktion.

Die Illukation eines Schildes am Gartentor mit der Aufschrift "Bissiger Hund" besteht in einer Warnung.

Illokutionärer Akt, illokutiver Akt oder Illokution sind Eindeutschungen der englischen Kunstwörter illocution, illocutionary act, die Austin bei der Begründung der Sprechakttheorie eingeführt hat und die "das Vollziehen einer Handlung mit Hilfe einer sprachlichen Äußerung bezeichnen"[1].

Der illokutionäre Akt ist ein "Aspekt", eine "Teilhandlung", "Funktion", "Komponente", "Zweckbestimmung" oder "spezifische Rolle" des Sprechaktes, der "Handlungszweck einer Äußerung"[2]. In der Sprechakttheorie wird er abgegrenzt von den Aspekten der Lokution und Perlokution (lokutiver Akt, perlokutiver Akt) und bei Searle auch von der Prädikation.

Die Theorie des illokutionären Aktes gilt als "Kernpunkt der Searle´schen Sprechakttheorie" [3], in deren "Zentrum"[4] sie entsprechend steht.

Zentraler Gedanke des Konzepts der Illokution ist, dass mit einem lokutiven Akt zugleich auch ein illokutiver Akt ausgeführt wird. Neben der Bedeutung, die zum lokutiven Akt gehört, ist eine spezifische illokutive Kraft (auch: illokutive Rolle; kommunikative Kraft; engl. illocutary force) auszumachen. Damit wird die "behauptende Kraft" von Gottlob Frege "verallgemeinert"[5].

Während Austin bei Feststellungen und Behauptungen u.ä. nur von einem lokutionären und noch nicht von einem illokutionären Akt ausging, wird seit Searle auch bei diesen Äußerungsakten ein illokutionärer Akt gesehen[6].

Für Searle ist der "illokutionäre Akt [..] die kleinste vollständige Einheit der sprachlichen Verständigung des Menschen"[7] bzw. in der "Verständigung die kleinste Bedeutungseinheit"[8].

Die illokutive Kraft eines Äußerungsakts kann durch den Sprecher in der Äußerung selbst ausdrücklich angeführt werden (Beispiel: Hiermit antworte ich Dir: ...), sie kann aber auch indirekt ausgeübt werden (Beispiel: Es zieht für Mach´ das Fenster zu).

Searle analysiert neben den Äußerungsakt und den illokutiven Akt als Aspekt eines Sprechaktes auch den propositionalen Akt[9]:

Nach ihm ist innerhalb (!?) des illokutionären Aktes "zwischen dem Gehalt, den der Akt hat, und dem Akt-Typ, zu dem er gehört", zu unterscheiden. "Diese Unterscheidung entspricht genau der Unterscheidung … zwischen dem propositionalen Gehalt, den ein intentionaler Zustand hat, und dem Zustands-Typ, zu dem er gehört"[10]: Es ist zwischen dem "Gehalt eines illokutionären Akts und seinem Akt-Typ" zu unterscheiden. Der Gehalt eines illokutionären Akts ist sein "propositionaler Gehalt".[11]. Beim Sprechakt kann daher das, was den "illokutionäre[n] Typ oder seine illokutionäre Rolle ausmacht" von "seinen propositionalen Gehalt" getrennt werden. Searle symbolisiert die Struktur eines illokutionären Aktes entsprechend mit "R (p)"[12].

Illokution ist eine Sprechhandlungstheorie.

Was möchtest Du wissen?