Wer darf Pilzführungen anbieten, braucht es dazu eine Spezielle Ausbildung?

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4 Antworten

Hallo,

Pilzführungen darf nur anbieten und durchführen, wer dazu legitimiert ist.

Legitimiert ist man dann, wenn man hierfür eine naturschutzfachliche Ausnahmegenehmigung erwirbt sowie eine gewerbliche Genehmigung. Bei einer naturschutzfachlichen Genehmigung wird auch eine fachliche Eignung überprüft. Eine Sachverständigen-Prüfung ist nicht erforderlich, man muss aber schon die Pilze in seiner Region kennen, insbesondere die geschützten Arten.

Außerdem sollte Fachwissen in rechtlicher und naturschutzfachlicher Hinsicht vorliegen, denn sonst liegt man schnell daneben und kann sich u.U. strafbar machen.

Das sind die öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Dann gibt es aber außerdem noch die privatrechtlche Seite, denn man darf nicht einfach in den Wald gehen, und auf Waldgrundstücken Pilze ernten. Der Wald gehört immer irgendjemanden und dafür ist eine Genehmigung des jeweiligen Waldbesitzers notwendig.

Das Sammeln von Pilzen für den eigenen Bedarf ist durch die Naturschutzgesetzgebung geregelt, nach der geringe Mengen als rechtmäßig gelten und geerntet werden dürfen. Das ist quasi so eine Art erweiterter Mundraub. Organisierte Führungen oder Sammeln zum Verkauf fallen unter eine gewerbliche Genehmigung sowie Genehmigung des Waldeigentümers.

Im Rahmen der naturschutzfachlichen Ausnahmegenehmigung wird dem Pilzführer ein bestimmtes Sammelgebiet zugewiesen. Hier wären Pillzführungen erlaubt.

Für sinnvolle und vernünftige Pilzführungen sollte man aber schon etwas Ahnung und Erfahrung haben, nicht nur was die Pilze anbelangt, sondern insbesondere auch in didaktischer und pädagogischer Hinsicht. Ein stimmiges Lehrkonzept ist erforderlich sowie auch eine soziale Kompetenz insbesondere im Umgang mit den Teilnehmern der Führungen.

Ich selber führe seit Jahren Pilzführungen durch und ich habe hierfür ein spezielles Lehrkonzept entwickelt, was einen möglichst hohen und optimalen Lerneffekt für die Teilnehmer bewirkt. Im Klartext bedeutet das, dass alle sog. "Lerneingangskanäle" angesprochen werden sollten, damit über ein intensives und vielschichtiges Erleben ein nachhaltiges Lernen stattfindet.

Einzelheiten kannst Du hier nachlesen:

https://www.naturpark-spessart-erleben.de/pilzf%C3%BChrungen/

Wenn Du Fragen hast oder für den Anfang ein paar Tipps und Hilfe benötigst, kannst Du gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

LG Jürgen

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So ist es, als Nicht-PSV steht man bei Beratungen mit einem Bein im Knast. Als DGfM-geprüfter PSV ist man über die DGfM versichert. Verboten wäre das allerdings nicht. Selbst der Begriff "Pilzsachverständiger" ist nicht geschützt und keineswegs nur geprüften PSVs vorbehalten. Im Prinzip könnte sich jeder, der Dosenchampignons von Fußpilz unterscheiden kann, PSV nennen und Beratungen sowie Lehrwanderungen anbieten. Das wäre allerdings schon ziemlich anmaßend.

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Hei, mozi32, wenn du mit ein paar Freunden nach Pilzen durch den Wald streifst, kräht kein Hahn und keine Henne danach. Machst du es sozusagen offiziell, kann´s Ärger geben. Grüße

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Diese Führungen werden in der Regel von anerkannten Pilzberatern veranstaltet. Denn der Berater haftet, bei falscher Beratung, bei gesundheitlichen Folgen. (Pilzvergiftungen)

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