Wer bin ich danke im Voraus?

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6 Antworten

Grüß Dich Sarahchamdin!

Das ist eine sehr philosophische Frage die nach einer entsprechenden Antwort verlangt. Ich versuche sie so verständlich wie möglich zu beantworten.

Du fragst, was macht den Menschen aus, wer Du bist. Dann kann man die Frage auch anders stellen, mit dem gleichen Sinngehalt. Was ist der Sinn des Menschen. Denn man kann nicht endgültig sagen: das ist der Mensch und nur das.

Da er ein unvollkommenes Wesen ist und im Laufe des Lebens immer
wieder neue Fähigkeiten in sich entdecken kann und über das Leben
nachdenkt und Konsequenzen daraus zieht, entwickelt er so seine
Persönlichkeit und reift zu einem erwachsenen, vernunftbegabten und
kulturellem Wesen. Aus seinen Fehlern kann (bzw. sollte) er lernen.

Ganz allgemein kann mit Recht gesagt werden, das der Sinn des Menschen ist, ein Mensch zu werden, indem er sich vervollkommnet. Er muss es tun, weil er sonst nicht leben könnte. Wie weit er jeweils auf diesem Weg vorangeht, ist bei jedem Menschen sehr unterschiedlich.


Er kann dies völlig unabhängig und losgelöst von den herkömmlichen Gottesvorstellungen tun. Sicher wird das im Fach Religion vehement verneint, aber ein reifer Mensch zu werden liegt in den Genen als Talente und Begabungen angelegt und im Umfeld, in dem er sich bewegt bzw. wie er erzogen wurde. Letzteres kann ihn daran hindern oder ihn fördern.

Das was fördert ist natürlich zu bevorzugen, aber als heranwachsender Mensch kann man das nicht beurteilen, was gut für einen ist. Deshalb muss die Erziehung, auch die religiöse, aus der Freiheit des Denkens und Handeln dürfens für die Vervollkommnung des Menschseins bzw der Selbstvervollkommnung erfolgen.


Dabei verbietet sich jede Indoktrinierung des Geistes!


https://de.wikipedia.org/wiki/Indoktrination

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen:

Wer Du wirklich bist, kannst Du nur durch die Selbsterfahrung in Freiheit des Deines Geistes ergründen und immer wenn Du meinst Dich selbst erkannt zu haben, dann gibt es immer wieder neue Aspekte, die die Erkenntnisse über Dich selbst erweitern. Dennoch kann jeder für sich Grundzüge seines Wesens erkennen, die ihm vererbt wurden.

Letzlich kommt noch ein wichtiger Aspekt hinzu:

Dieser lebenslange Prozess ist als selbstschöpferisch anzusehen und zwar deshalb, weil jeder Mensch es selbst in der Hand hat, aus sich etwas zu machen, also sich selbst quasi als Werk zu betrachten, das nie fertig wird.

Diese selbstschöpferische Seite im Menschen kann auch als göttliches betrachtet werden (nicht Gott), also als ein Potential, als eine schöpferische Kraft im Sein, die in ihm und durch ihn zur Entfaltung drängt. Letzteres geschieht mehr oder weniger vollkommen, was an den Hindernissen liegt, die ich oben schon angedeutet habe (letzter Abschnitt vor dem Link).

Diese Kraft als Geheimnis des Seins, war auch am Anfang von allem wirksam, ein Potential für das Werden, den Wandel und für das Sichentwickeln und Vergehen. Sie ist ein Geheimnis, kann nur in seinen Folgen beschrieben werden kann. Es ist aber das Erleben dessen, das den Menschen dazu veranlasst, nach sich selbt auf die Suche zu begeben. Dieses Erleben im Sinne eines Sich-ergreifen-lassens von den Erscheinungen in der Welt, kann als ursprüngliches religiöses Gefühl aufgefasst werden.

Diese Kraft wird letztlich durch Dich selbst wirksam, im Sinne des oben beschriebens Werkes, das man selbst darstellt. Sie wirkt auch in der Natur und im Universum und damit natürlich auch in Dir und durch Dich. Wenn man das alles als Religion betrachtet und es gibt viele Menschen, die das so sehen, dann ist es, ich wiederhole es, ohne Gott möglich und ganz dem Menschen gemäß. Es würde dann auch der "Erziehung, auch die religiöse, aus der Freiheit des Denkens und Handeln dürfens für die Vervollkommnung des Menschsein"  (im Sinne dieser selbstschöpferischen Kraft) entsprechen.

Nicht Gott hat den Menschen erschaffen, sondern er sich selbst seinen eigenen.

Das wird aber der Lehrkraft, die Religion gibt, möglicherweise nicht besonders gefallen.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Persönlichkeit bildet sich durch Leistung und Zuschreibung.

Angenommen, du bist eine gute Schwimmerin, dann findet das bei anderen dadurch Anerkennung, dass du bessere Zeiten schwimmst als andere. Die Leistung, die du erbracht hast, findet Anerkennung bei anderen, und du nimmst diese Anerkennung an oder nicht. 

Daran, dass die anderen dich für eine gute Schwimmerin halten, kannst du allerdings nichts ändern. Daraus ergibt sich dann, wer du für die anderen bist, deine Rolle. 

Diese Rolle kannst du nun annehmen oder sagen, ich werde keine Spitzensportlerin sondern Vermögensberaterin. Du studierst, machst eine Ausbildung und bist erfolgreich. Auch in dieser Rolle erhältst du eine messbare Anerkennung durch andere.

Nun füllt das dein Leben aber nicht aus und du entschließt dich, dich für bedrohte Wildtiere oder die Umwelt einzusetzen. Bei einer Rettungsaktion für Wale gelingt es dir mit einem Schlauchboot einen Walfänger zum Beidrehen zu zwingen. Die Anerkennung von deinem Team ist zwar nicht so messbar wie die berufliche aber sie bestätigt das Bild, das du von dir hast.

Mit dieser Rolle drückst du eine Wertvorstellung aus, die mit einem Miteinander zu tun hat. Sie ist nicht "käuflich" sondern beruht auf unveränderlichen Vorstellung über das richtige Handeln bezüglich einer Gemeinschaft, wie auch in einer Religion.

Meist formen sich Rollen jedoch nach Zwecken, die die erforderlichen Mittel benötigen. Das heißt, in der modernen Gesellschaft ist das, was dich als Person "formt" zweckorientiert und weniger religös oder ethisch.

Die Frage: Wer bin ich, und wieso bin ich so, wie ich bin? kannst du nicht ohne andere Menschen entscheiden, und sie ist die zentrale Frage in der Philosophie, Psychologie, Soziologie und den anderen Gesellschaftswissenschaften.

Du bist die Interpretin deiner Rollen im Zusammenwirken mit anderen, die dich beurteilen, anerkennen oder ablehnen. Du formst durch deine Leistungen an den Rollen mit, indem du dein Handeln motivierst und dadurch andere oder dich selbst.

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Ich bin so wie ich bin, weil ich in meinem Leben Entscheidungen getroffen habe, die zu neuen Erfahrungen führten und so meinen Charakter geformt haben. ;)

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Wer du bist und wie du bist, bestimmt dein Gehirn ( Seele ) ohne es, währest du nur eine lehre Hülle.

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Du bist ein Gewinner. du hast dich von ca 100 000 000 Konkurenten (Spermien) durchgesetzt und den Jackpot geknackt. Dein Hauptgewinn ist das Leben!

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Kommentar von Meatwad
01.12.2016, 19:38

So muss man es sehen! Zugegeben, hilft einem nicht in jeder Lebenslage weiter. :)

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Du bist Sarahchamdin, weil du als die geboren wurdest.



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