wer bestimmte eigentlich die geschlechtsspezifische Zuordnung in unserer Sprache.?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hallo,

leider gibt es zum richtigen Artikel im Deutschen nur sehr wenige
Regeln. Außerdem gibt es zu jeder Regel wenigstens eine Ausnahme – Ausnahmen bestätigen die Regel!

Das Geschlecht richtet sich nach dem

biologischen Geschlecht

:

die Frau

– die Lehrerin, die Ärztin, die Fremde,

aber:

das Mädchen

der Mann

– der Techniker, der Lehrer, der Kater, der Fremde

weiblich

(= die) sind die Endungen

- heit (Freiheit, Menschheit)

- tion (Information, Kalkulation)

- keit (Heiterkeit, Einsamkeit)

- tung / ung (Zeitung, Vermutung, Meinung, Betonung)

- t (Fahrt, Naht)

aber:

der Bart

- e (Zunge, Reise, Freude)

aber:

der Junge etc.

- schaft (Mannschaft, Bekanntschaft)

- ei (Bäckerei, Schreinerei, Bücherei)

männlich

(= der) sind die Endungen

- er (Finger, Fehler)

aber:

das Fenster, die Leiter

- ling (Frühling, Sperling)

sächlich

(= das) sind wiederum die Endungen

- chen / -lein wiederum sind Mädchen, Mäuschen, Tischlein, Entlein

chen und lein machen die Wörter klein!

heißt es im Deutschen.

Das Geschlecht kann an der Bedeutung erkennbar sein:

weiblich

:

- Motorradmarken (von: die Maschine) – die Harley-Davidson, die Yamaha

männlich

:

- Tageszeiten – der Abend, der Vormittag, der Nachmittag

aber:

die Nacht

- Wochentage – der Montag, der Freitag, der Samstag

- Monate – der Mai, der Dezember

- Jahreszeiten – der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter

- Himmelsrichtungen – der Norden, der Osten, der Süden, der Westen

- Wetter – der Wind, der Schnee

aber:

die Wolke

- alkoholische Getränke – der Wein, der Cognac

aber:

das Bier

- Automarken – der Audi, der BMW

sächlich

:

- Farbnamen: das Blau, das Violett

(Quelle u.a.:

deutschalsfremdsprache.ch

)

Zusammengesetzte Hauptwörter (Nomen, Substantive, Namenwort) bekommen immer den Artikel des hinteren Wortes vorangestellt:

- der Tisch - das Tuch --------> das Tischtuch,

- das Bett - die Decke -----------> die Bettdecke

Bei ins Deutsche übernommenen Wörtern werden häufig Analogien gebildet u. ä.

Welcher Artikel richtig ist, kannst du im Duden (

duden.de

) nachschauen.

Auch gibt es landschaftliche Unterschiede.

Wo ich herkomme, sagt man z.B.

die Fanta

,

wo ich jetzt daheim bin, sagt man

das Fanta

.

Ein lustiger Text zum Thema Artikel im Deutschen:

spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-der-butter-die-huhn-das-teller-a-432890.html

:-) AstridDerPu

AstridDerPu 02.07.2017, 09:04

Ganz ehrlich, mit der Formatierung im gf-Editor gebe ich jetzt auf. Künftig lasse ich alles einfach so stehen, wie es steht und nehme keinerlei Korrekturen mehr vor.

Die Ansicht im Vorschaufenster entspricht nämlich so gut wie nie der Ansicht im fertigen Post.

6

Das ist sprachgeschichtlich so entstanden, es gibt Begründungen dazu, aber das sprengt hier den Rahmen, es zu erklären. Sehr interessant übrigens: Der Mond, la luna, die Sonne, il sole, italienisch, deutsch, anderes Geschlecht! Warum? 

Ca. die Hälfte aller Sprachen hat keine Geschlechterzuweisung, bei den anderen ist sie im Laufe der Zeit entstanden.
Das Englische hatte gaanz früher übrigens auch mal eine.

Auch beim Artikel wird zwischen drei Geschlechtern differenziert, während es heute nur noch eine Form gibt (the).
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_englischen_Sprache

Und das Deutsche ist wirklich kompliziert...

schwierig - (deutsch, Sprache, Grammatik)

Es gibt aber einige Anhaltspunkte, hier ein tolles Arbeitsblatt für DaF

Für den Anfang schon mal das hier, es ist weniger als im Germanistik-Studium, aber für den Anfang reicht diese Übersicht....

http://www.graf-gutfreund.at/daf/02grammatik/02nomen&pronomen/gr1_genusregeln.pdf


Wichtig sind dann auch die Unterschiede:

die See (das Meer)   <=>    das See

das Korn                   <=>   der Korn ( =der Schnaps)

die Hefe                    <=>    das Hefe (-Bier)


Daran merkt man wieder, wie wichtig so ein Artikel sein kann.

https://archive.org/stream/natureoriginofno00brugiala/natureoriginofno00brugiala_djvu.txt

Eine Theorie:


They insisted that early man in his 
simplicity long considered everything he looked
upon as animated, and treated it as a living be-
ing. Grammatical gender is, according to this,
the result of the tendency of primitive man to
individualize and personify. Adelung tried also
to specify why in particular cases this or that
gender was chosen. He says that everything
which was characterized by activity, liveliness,
strength, size, or had anything of the frightful
or terrible in its nature was made masculine.
Those objects, on the contrary, that were felt
to be susceptible, fertile, delicate, passive,
attractive, became feminine



Was möchtest Du wissen?