Wer bestimmt was Fake News sind?

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10 Antworten

Das sollte niemand "bestimmen", sondern es sollte schlichtweg an der Realität gemessen werden. Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.

"Fake News" haben auch nicht viel mit freier Meinungsäußerung zu tun. Eine Meinung ist nicht dasselbe wie ein Faktum. Ich kann noch so oft "meinen", dass die Erde eine Scheibe ist, sie wird dadurch nicht flach. Dass die Erde nicht flach ist, ist auch keine Meinung. Vielmehr kann man dies an der Realität überprüfen (das muss niemand "bestimmen", das kann man auch gar nicht "bestimmen").

Kritik an "Fake News" ist auch keine Zensur. Zensur ist ein restriktives Verfahren, mit dem Informationen zurückgehalten werden. "Fake News" werden ja oft gerade nicht zurückgehalten, sondern publiziert, und danach (zu Recht) kritisiert.

Im Grunde sollten wir alle ein Interesse daran haben, dass wahre Aussagen publiziert werden. Natürlich kann es gelegentlich vorkommen, dass mal etwas nicht zutrifft, aber dann muss man auch offen für Kritik sein (was sich von Zensur unterscheidet).

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Kommentar von MonkeyKing
01.03.2017, 18:30

Wenn ich einen Artikel darüber schreibe, dass die Erde eine Scheibe ist, ist das noch keine Fake News. Zur Fake News wird es erst, wenn offensichtliche Lügen enthalten sind oder Tatsachenbehauptungen die als Fakten dargestellt werden, z.B. wenn ich behaupte dass ich Beweise habe dass die NASA darüber Bescheid weiss und die Sache unter Verschluss hält.

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Das ist eine gute Frage und auch die richtige Frage in dem Kontext, denn das ist nicht so einfach.

Zunächst müsste man sich auf eine Definition von Fake News einigen, das wäre ein erster Schritt. Dann eine gesetzliche Verpflichtung schaffen für Soziale Netzwerke und ggf. auch Nachrichtenportale o.ä., die diese Verpflichtet anerkannte Fake News zu Kennzeichnen / zu löschen. 

Doch der wichtigste Schritt ist, wie du richtig erkannt hast, das "Wer" entscheidet.

Da gibt es verschieden Möglichkeiten:

1. Die Sozialen Netzwerke haben einen Beauftragen dafür

2. Eine Internationale Polizeibehörde

3. Eine unabhängige Gruppierung bzw. Verein. Z.B. Mimikama.at o.ä.

Dann bräuchte es eine Kontaktstelle an der vermeintliche "Fake News" gemeldet werden können, am besten mit Beweisen oder ähnlichem die dies widerlegen, die darüber entscheidet ob dies "Fake News" o.ä. sind und einen Filter für diesen Beitrag einrichtet.

Bisher gibt es einige Aktivisten wie mimikama.at und andere die sich fragliche Inhalte vornehmen und aufklären. Diese und ähnliche könnten diese Schnittstelle nutzen.

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Bedenklich finde ich eher, dass heutzutage so einige das "Recht auf freie Meinungsäußerung" mit dem "Recht zur Lüge" zu verwechseln scheinen - selbst wenn die Fakten eine andere Sprache sprechen.

Politiker à la Trump werden ja nicht einmal rot, wenn man sie direkt bei einer Lüge ertappt. Im Zeitalter der alternativen Fakten scheint das leider salonfähig zu werden.

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Kommentar von mulano
01.03.2017, 17:54

Fake News, oder Nachrichten die man dafür hält, dürfen natürlich niemanden diskriminieren. Solange das der Fall ist sehe ich keinen Grund zur Zensur. Kannst du mir einen nennen?

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Das Verbreiten von Lügen (Fake News) ist keine Frage der Meinung, sondern der nachprüfbaren Fakten (Beweise).

Das kann zwar jeder selbst überprüfen, jedoch tun dies viele nicht und berufen sich auf imaginäre Quellen oder eben Fake News. Das Problem ist, dass sich diese Lügen im Internet sehr schnell verbreiten und insbesondere bei unkritischen Menschen (z. B. US-Präsident) nicht hinterfragt werden, weil mehrere diesen Unsinn behaupten.

Und selbstverständlich ist es Aufgabe der Politik und der Juristerei, solche Lügen zu unterbinden, damit mit diesen Lügen kein Missbrauch betrieben werden kann, wie in diesem Beispiel: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/fake-news-ermittlungen-gegen-55-jaehrige-wegen-erfundener-vergewaltigung-a-1129223.html

Hier noch ein Beispiel für nachprüfbare Quellen:https://blog.wdr.de/digitalistan/ein-archiv-gegen-die-luegen-von-donald-trump/


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Kommentar von adabei
01.03.2017, 18:55

DH!

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Kommentar von mulano
01.03.2017, 19:06

Ja, gut da muss dann  eben mal zensiert werden, bei nachweislich unwahren Behauptunngen wo z.B. Asylbewerber diffamiert werden.

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Der Unterschied zwischen "Fake-News" (besser: "erweislich unwahren Behauptungen" oder früher auch einfach "Lüge" genannt) und freier Meinungsäußerung ist offenbar nur den Menschen nicht bekannt, die das erste unter dem Deckmäntelchen des zweiten betreiben wollen.

Um ein (möglichst neutrales) Beispiel zu geben:

Wenn ein Boris Johnson als Werbung für den Brexit behauptet: "Wir zahlen jede Woche 350 Millionen GBP an die EU. Statt dessen sollten wir damit den staatlichen Gesundheitsdienst finanzieren", dann ist das nachweisbar eine Lüge.

Auch wenn er dann später ein "Ich meine, daß ..." oder ein "Ich dachte, ..." davor setzt, wird daraus keine freie Meinungsäußerung, sondern es bleibt eine Lüge.

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Kommentar von mulano
01.03.2017, 18:06

Was soll an dem Beispiel eine Lüge sein? Ich sehe das als eine subjektive Meinung welche man nicht objektiv als wahr oder unwahr klassifizieren kann.

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Eine Meinung ist etwas anders als wenn jemand schreibt "Der Unfall passierte weil ein Mann ein Kind auf die Straße warf - ganz sicher". Das in Anführungszeichen ist KEINE Meinung, sondern eine Tatsachenaussage und wenn die nicht stimmt, dann ist das ein Fake und nichts anderes.

Desweiteren darf man freie Meinungsäusserung nicht damit verwechseln, sie grundsätzlich überall ohne Rücksicht auf Gefühle von Opfern oder anderen Beteiligen rausposaunen zu müssen. Da besteht keine Pflicht.

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Das Problem ist, dass "Fake-News" zwangsläufig mit Alternative Medien gleichgesetzt wird und auch hauptsächlich gegen diesen Medien vorgegangen wird. Der Mainstream in Deutschland kann weiterhin Fake-News verbreiten, wie es des öfteren der Fall ist.

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Kommentar von PublicTroll
04.06.2017, 13:42

Genau so ist es. Danke schön!

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Vielleicht wird ja dazu ein "Wahrheitsministerium" gegründet... Ich finde diese Diskussion auch sehr zweifelhaft, glaube aber nicht dass das zu einer Meinungsdikatur führt. Wir haben schließlich immer noch das Recht auf freie Meinungsäußerung im Grundgesetz verankert. Und dieses Recht kann man auch einklagen.

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Kommentar von mulano
01.03.2017, 17:44

Wir haben schließlich immer noch das Recht auf freie Meinungsäußerung im Grundgesetz verankert.

Wenn die sogenannten "Fake News" gelöscht werden, wie ist das dann in Einklang zu bringen mit der freien Meinungsäußerung? Das ist Zensur, so wie es das früher schon bei den Nazis gab. Wahrheitsministerium hört sich klasse an, wenn das dann mal nicht zum Propagandaministerium ausartet.

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Ersten paar Minuten hast du ein Beispiel dazu.
Steht ja noch nichts fest aber jedem ist eigentlich klar, warum das ganze.

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Kommentar von clemensw
02.03.2017, 12:16

Sorry, aber bei der Behauptung RT sei eine seriöse Nachrichtenquelle bin ich vor Lachen aus dem Stuhl gefallen...

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Die NSA und das russische Staatsfernsehen werden die Fake-News aufklären. Bild, Blick und Kronenzeitung werden dabei unterstützend mitwirken.

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