Wer entscheidet in welcher Pflegestufe man kommt und Wie?

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3 Antworten

Die Pflegebedürftigkeit hat mit der Erwerbsunfähigkeit nicht direkt was zu tun.

Die Einstufung und damit die Höhe des Pflegegelds richtet sich nach dem Pflegeaufwand, den der Pflegebedürftige benötigt.

Für alle Tätigkeiten gibt es Richtsätze für den dafür erforderlichen Aufwand in Minuten:

Toilettengang bzw. Versorgung mit Leibschüssel und/oder Katheder

Morgentoilette, Körperhygiene, Bett machen

Ankleiden, Medikamentengabe, Frühstückszubereitung, Frühstücksassistenz

evtl. Verbandwechsel, etc

Einkauf des täglichen Bedarfs

Medikamentengabe, Mittagessenzubereitung, Essensassistenz

Toilettengang oder Kathederversorgung

Medikamentengabe, Abendessenzubereitung, Essensassistenz

Auskleiden, zu Bett bringen, etc.

Ob und wieweit die Raumpflege mitberücksichtigt wird, hängt von den Umständen und der Pflegekasse ab.

Für alle Tätigkeiten gelten bestimmte Richtsätze (in Minuten). Je weniger der Pflegebedürftige selbst machen kann und je mehr Unterstützung er benötigt, desto höher wird der Pflegeaufwand und damit die Bemessung der Pflegebedürftigkeit sein.

Es wäre in diesem Zusammenhang unzweckmäßig und kontraproduktiv, wenn sich bei Begutachtung durch einen Amtsarzt die zu pflegende Person als durchaus noch nicht ganz hilflos darstellt und stolz darauf wäre, dass sie diese oder jene Tätigkeit noch alleine und ohne Hilfe bewälltigen kann. Denn das würde sich negativ auf die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit auswirken.

Herb3472 leider nicht richtige Antwort.

Behandlungspflege wie Medi. Gabe, Katheterversorgung ( wechsel oder neu legen) Verbandwechsel, Injektionen, usw. haben keinerlei Auswirkung auf die Höhe der Pflegestufe und werden dementsprechend nicht berücksichtigt, da es sich hier um SGB V Leistungen handelt.

Die Pflegestufe und die Tätigkeiten zur Pflege sind SGB XI Leistungen.

Zur Hauswirtschaft siehe meinen Beitrag von oben. Und die HW hängt nicht von der einzelnen Pflegekasse ab, sondern es ist in den BRI genau festgelegt welche hauswirtschaftlichen Tätigkeiten berücksichtigt werden dürfen. Und daran sind alle Pflegekassen gebunden.

Und dein Schlußabsatz ist in meinen Augen, die Auffoderung zum Betrug.

Bitte, wenn du dich nicht auskennst, keine falschen Infos weitergeben.

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@Griesuh

Und dein Schlußabsatz ist in meinen Augen, die Auffoderung zum Betrug

Ich kenne viele alte und pflegebedürftige Leute (inklusive meiner mittlerweile verstorbenen Mutter) die bei der Befragung durch den Amtsarzt hinsichtlich ihrer Pflegebedürftigkeit untertreiben und sich als selbständiger und lebenstüchtiger darstellen, als sie tatsächlich sind.

Und wenn dann der Pflegegeldbescheid kommt, kommt das böse Erwachen: "Der böse Amtsarzt! Der hat mich ja völlig falsch beurteilt!"

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Erwerbsunfähigkeit bedeutet nicht pflegebedürftig. Pflegegeld gibt es nur, wenn man sich selbst nicht mehr  pflegen kann, das heißt, man muss gewaschen werden, gefüttert, eventuell gewindelt, an und ausgezogen werden. Man muss einen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Es kommt ein Arzt vom Medizinischen Dienst, der die Untersuchung macht. Sie dauert mindestens eine Stunde. Das Ergebnis gibt es ca. Zwei Wochen später schriftlich.

Aber Akka, seit wann werden pflegebedürftige gefüttert und gewindelt??

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Genau das ist die Pflegebedürftigkeit.

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Die Erwerbsfähigkeit hat nichts mit der Pflegebedürftigkeit zu tun, für beides gibt es ganz verschiedene Kriterien.
Den Antrag auf Pflegestufe stellt man bei seiner Pflegekasse (Krankenkasse). Diese schickt dann ein Antragsformular, das ausgefüllt und unterschrieben wieder an die Kasse geschickt wird.
Nach ein paar Wochen wird man dann über den Besuchstermin des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) informiert.
Die Mitarbeiter dort sind häufig Pflegekräfte oder Ärzte. Bei dieser häuslichen Begutachtung wird dann ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit erstellt, das wiederum an die Krankenkasse geschickt wird.
Von der Krankenkasse erhält man dann den Bescheid über den Antrag.

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