Wenn wir Radiowellen zu einem naheliegenden Stern senden würden, könnte man doch vielleicht eine außerirdische Lebensform finden?

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10 Antworten

Du gehst also davon aus, daß es bei Gliese oder P.Centauri bewohnte Planeten gibt? Auf was basiert denn deine Annahme?

Aber selbst wenn das der Fall wäre, woher weißt du, daß die dortigen Wesen nicht derzeit in der Steinzeit leben? Vielleicht sind es auch Wasserwelten und unter Wasser empfängt man genau garnichts!?

Kann aber auch sein, daß es dort mal eine intelligente Spezies gegeben hat. Fossilien werden uns wohl nicht antworten können.

Oder jene Spezies ist uns weit überlegen. In dem Fall hätten sie uns längst bemerkt (unsere terrestrischen Sendungen), aber bisher nicht geantwortet, wollen also offenbar keinen Kontakt. - Wozu auch? Was würden die von einer primitiven Spezies, wie uns Menschen, lernen können? Wie man sich gegenseitig umbringt wissen sie sicherlich längst.

Der einzige Fall, wo das Sinn macht, wäre eine Spezies, die ziemlich genau auf unserem Level wäre. Die könnten ein Motiv haben uns zu antworten.

Daß das Universum so dicht besiedelt ist, daß wir alle paar LJ Aliens finden ist aber höchst unwahrscheinlich - in den bisher untersuchten Sonnensystemen jedenfalls nicht. 

Nach der Zeitlinie ist die Chance sowieso gering, daß gerade jetzt eine andere, technisch orientierte Spezies einigermaßen in unserer Nähe existiert. Die Wahrscheinlichkeit, daß jene noch in irgendeiner Frühstufe stecken, oder inzwischen ausgestorben sind, ist wesentlich größer.

Und jetzt mal im Detail zu einer gerichteten Message von der Erde. Im Umkreis von etwa 100 LJ können wir uns das sparen - die Sonnen haben wir bald durchgemustert. Weiter weg wird die Sterndichte erstmal dünner, bis wir zum nächsten Spiralarm kommen. Wir müssen also über Entfernungen bis zu 1000 LJ senden und empfangen mögliche Antworten in der doppelten Zeit. 

Aber dazu müssen wir einen potentiellen Empfänger auch treffen. Wenn wir nicht irrsinnige Energie "verpulvern" wollen, dann müssen wir unsere Sendungen möglichst eng bündeln und damit auch sehr genau zielen. Es nützt aber herzlich wenig den Sender auf jene Koordinaten auszurichten, an dem wir eine ferne Sonne heute sehen. In 200 LJ Distanz war sie dort vor genau 200 Jahren und wenn unser Signal ankommt, dann vergehen nochmals 200 Jahre. Wir müssen also erstmal die exakte Position jener Sonne in 400 Jahren kennen - so exakt haben wir unsere Umgebung noch längst nicht vermessen (Beispiel: Beteigeuse = 640 +/- 150 LJ).

Gruß

Stimmt... wenn ich in den Himmel blicke, blicke ich in die Zukunft xD krass

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@egla666

Ich hatte vor einigen Wochen mal überschlagen, daß die Bahn der Sonne um das Milchstraßenzentrum etwa 160.000 LJ lang ist. Laut Lesch ist die Sonnenbahn die habitable (störungsfreie) Zone der Milchstraße, aber ich bin eher der Ansicht, daß es nur eine von mehreren möglichen, habitablen Zonen ist.

Trotzdem sortiert das eine ganze Menge Gegenden aus, weil z.B. ein Planet dort alle paarmillionen Jahre was von einer Supernova "auf den Deckel" bekommt, etc.

Man kann also kaum annehmen, daß jedes Sonnensystem 4 bis 10 Planeten hat und in jedem soundsovielten sich Leben entwickelt. Aber wenn man die regelmäßig "durchgebratenen" abzieht bleiben trotzdem noch eine Menge übrig - aber verteilt auch etwa 1 Mrd. Jahre - sehr nahe werden unsere unbekannten Verwandten wohl nicht wohnen!?

Danke für das Sternchen

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Das wäre nicht ohne Risiko.

Angenommen es gäbe dort eine Zivilisation die technisch nur wenig hinter der unseren liegt.
Tja der Mensch vor 100 Jahren hätte solch einen Kommunikationsversuch nicht wahrgenommen (ob wir es heute wahrnehmen würden ist nichtmal sicher).
Angenommen es gäbe dort eine Zivilisation die uns technisch überlegen ist.
Tja nun, das ist in der Geschichte der Erde kaum jemanden gut bekommen auf einen technisch überlegenen Gegner zu stoßen.

Und selbst für uns Menschen, also wenn wir auf unser eigenes Spiegelbild stoßen würden, wäre das ein Kulturschock.
Man stelle sich vor unsere Realität prall auf das Jahr 1817. Kinderarbeit, Gleichberechtigung, Sklaverei usw. usw.
Wären auf einem Niveau das wir kaum bereits wären hinzunehmen.
Auch die holzbetriebenen Dampfmaschinen die damals aufkamen würden wir heute wegen ihrer Auswirkungen nicht gut finden.

Und wenn eine andere Zivilisation nicht mal menschähnlich sei, dann werden die Probleme noch größer.

Klar könnten wir auf eine Zivilisation stoßen, die unserer vielleicht nur 20 - 30 Jahre voraus ist. Im Grunde verstehen wir dann alles was die machen und sie können und ettliche Problemlösungen anbieten die wie umsetzen können.

Wahrscheinlicher ist aber, dass wir bestenfalls auf eine mittelalterlichte Gesellschaft treffen - die uns nicht empfängt => sinnlos
Oder auf eine Gesellschaft die uns ein paar Jahrhunderte voraus hat.
Und die würde und wohl keinen einen Fusionsreaktor schenken, genau wie wir den Leuten 1817 nicht erklären würden, wie man einen Kernreaktor baut.

Unterm Strich also viel Aufwand für den sehr sehr unwahrscheinlichen Fall das es einen Nutzen hat - und die Chance auf einen Nutzen ist sogar geringer als die Chance damit einen Feind anzulocken...

Das wurde bereits gemacht. Die Nachricht war aber nur ein paar Minuten lang. Selbst wenn die intelligente Lebensform, die du dort vermutest, ein Radioteleskop hat, muss dieses in den richtigen 3 Minuten ins Weltall gerichtet sein, damit sie die Nachricht empfangen.

Manche Forscher denken inzwischen darüber nach, eine Botschaft dauerhaft in verschiedene Richtungen zu senden, um die Chance zu erhöhen, dass sie empfangen wird. Das ist aber wesentlich teurer! (Millionen von Euro)

Ein weiteres Problem ist, dass die Nachricht viele Jahre unterwegs ist. Falls du Gliese 445 meinst, dieser ist 17 Lichtjahre entfernt. Wir müssten also mindestens 34 Jahre auf eine Antwort warten. Selbst bei Proxima Centauri müssten wir über 8 Jahre warten.

Das, was bei der Angelegenheit aber am meisten umstritten ist, ist die Frage, ob es überhaupt klug ist, eine Alien-Art zu kontaktieren: Im besten Fall könnten wir sehr viel von ihnen lernen, im schlimmsten Fall würde sie uns auslöschen.

Denn wenn eine außerirdische Art weit genug entwickelt ist, um eine Nachricht von uns zu empfangen, zu verstehen und uns zu besuchen, dann hätten wir in einem Krieg gegen sie keine Chance. Manche Astronome sind sogar der Meinung, eine Alien-Art könnte die Erde erforschen und uns dabei aus Versehen vernichten, womöglich sogar ohne uns je zu bemerken.

Als Vergleich kann man sich die Geschichte des Spaniers Cortés anschauen: Cortés und seine Leute sind für die Ausrottung der Azteken im 14. Jhdt. verantwortlich. Dieser "Erfolg" ist nicht nur den überlegenen Waffen der Europäer geschuldet, sondern auch verschiedenen Krankheitserregern, die die Europäer mitbrachten und gegen die die Azteken aufgrund fehlender Resistenzen keine Chance hatten.

Stell dir nun vor, die Menschheit sind die Azteken und die Aliens sind Cortés' Leute.

...eine Botschaft dauerhaft in verschiedene Richtungen zu senden

Machen wir seit etwa 70 Jahren mit hoher Leistung. Unsere terrestrischen Abstrahlungen haben zwar nicht die Qualität eines Richt-Senders, aber mit einem empfindlichen Empfänger könnten wir selber sie über 70 LJ detektieren.

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Das tun wir schon sehr lange. Allerdings können wir Antwort auch nur dann erwarten, wenn die außerirdische Lebensform auch die gleiche Technik bereits entwickelt hat.

Machen wir jeden Tag, Frequenzen > ca. 40 MHz werden von der Ionosphäre immer weniger gedämpft, verlassen also die Erde. Dies betrifft z.B. Funkdienste, Radio- und Fernsehsender usw.

Nachts senden Großstädte ihr Licht in den Weltraum.

Wenn die Außerirdischen nicht ganz bescheuert sind, kommen die darauf, dass das Licht der Großstädte keine Vulkane sind und die Funksignale, die und tagtäglich umgeben, nicht natürlichen Ursprungs sind.

Haben wir. Unsere ganzen Fernsehsendungen etc. Strahlen ins all. Uns umgibt eine Geräuschkulisse von 80 Lichtjahren derzeit.

Wenn in den Sonnensystemen wer wäre der Höhren könnte dann würden sie auch so ähnlich senden wie wir. Zumindest ist das am warscheinlichsten.

Leider lässt das ausbleiben einer Antwort darauf schließen das da nichts intelligentes ist.

Ausserdem haben wir meines Wissens nach in diesen Systemen keine lebensfähigen Planeten gefunden.

"Leider lässt das ausbleiben einer Antwort darauf schließen das da nichts intelligentes ist."
Ganz böse Zungen behaupten, dass gerade das Ausbleiben einer Antwort genau das Anzeichen von Intelligenz ist, wenn man manche Fernsehprogramme sieht.

Im Ernst, wir müssten ja auch die anderen zu einem Zeitpunkt antreffen, in dem sie ihrerseits technisch dazu in der Lage sind, Radiowellen zu empfangen und sie als solche zu deuten. Aber selbst wenn sie senden, wäre es noch denkbar, dass wir es aufgrund unserer Technik nicht können, weil die Signale zu schwach sind.

Auch die Menschen der Bronzezeit waren intelligent, mit Radio hatten die nichts an der Fellmütze.

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@SirKermit

Das ist korrekt. Meine Antwort war natürlich  die Aussage bezogen das es leben gibt welches die Signale empfangen kann.

So wir wir lauschen und so empfindlich wie unsere Instrumente sind bezweifle ich das radiowellenmüll so schwach sein kann. Immerhin sind 4 Lichtjahre nicht die Welt.

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Um etwa unsere Fernsehsignale (die nur für Empfang auf der Erde ausgelegt sind) auch nur in einer Entfernung von wenigen Lichtjahren empfangen und dann auch noch entschlüsseln zu können, wären schon sehr, sehr empfindliche Richt-Antennen und raffinierte Techniken notwendig. Die müssten also auch zuerst einmal wissen, wo und nach was genau sie suchen sollten.

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@rumar

Entschlüsseln ist nicht unbedingt notwendig fürs erste. Selbst verschlüsselte Signale wären ziemlich komisch wenn sie von einem Planeten kommen.

Man sollte beachten das der Fragesteller von unserem nähesten Nachbarn redet. 

Wenn es dort intelligentes leben geben würde liegt die Vermutung nahe das sie uns schon genau unter die Lupe genommen hätten.

Je weiter weg desto unwahrscheinlicher ist es das man uns findet. Das ist klar.

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"Leider lässt das ausbleiben einer Antwort darauf schließen das da nichts intelligentes ist."

Joa genau das sagen auch alle von uns nicht besuchten Eskimovölker:
"Seit vielen Monden leben wir hier, wir haben überall wo wie waren Feuer entzündet. Gäge es andere Menschen die zu uns reisen könnten, oder die wenigsten Nachrichten zu uns bringen können wären diese schon hier. Wir können also darauf schließen, dass es niemand anderen gibt."

Und während sie so  philosophieren notieren die Gelehrten das wiedermal der "besondere" Stern am Himmel zu sehen ist, den die Väter der Väter entdeckt hatten.
Das es sich dabei um einem unserer Sateliten handelt ahnen sie nicht.

Merke:
Man kann Wissen nicht aus Unwissenheit generieren.

Um machen Sie doch mal den Test.
Fahren sie zu einem Treffen der besten Mathematiker. Am Eingang hängen Sie ein Schild auf "1 + 1 = "

Wenn der Kongress vorbei ist, hängt dieses Schild weiterhin unberührt dort. Ist das nun ein Hinweis darauf, dass es im Einzugsbereich niemanden gab, der die Aufgabe verstanden hat/lösen konnte?
Oder haben die Experten ihre triviales Schild und die Lösung sehrwohl sofort wahrgenommen, aber es schien ihnen so unbedeutend und die Lösung so offenkundig, dass sie keinen Grund empfanden die Lösung zu notieren?

Ähnliches können Sie beobachten, wenn sie eine Babyrassel und ein IPad einem 15 Jährigen vorlegen.
Erst wenn das Ipad langweilig wird (zb keinen Strom mehr hat) würd er sich der trivalen Rassel zuwenden.

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@Jackie251

Stimmt. Die Schlussfolgerung war unvollständig. Es könnte sich dort jemand befinden der uns aber nicht antworten möchte.

Die Möglichkeit gibt es natürlich auch noch das sie nur auf eine weise antworten können die uns unverständlich währe.

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solche signale sind bereits seit einigen jahrzehnten im rahmen der sog. SETI-suche von großen radio-teleksopen auf potentielle systeme oder bereiche mit möglichem intelligenten leben geschickt worden.

die naheliegenden sterne haben weng wenn überhaupt potential, in ihren habitablen zonen passende planeten und ggf. sogar intelligentes leben zu haben.

Es muss auch welches da sein Das Radiowellen  erkennt und Antworten kann.

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