Wenn wir nur aus Materie bestehen, ...?

13 Antworten

Ich glaube, es ist eine mehrheitsfähige Ansicht, daß zumindest mache Tiere auch Emo­tionen haben. Jeder, der schon mal ein Haustier hatte (oder Wildtiere gut be­ob­ach­tet hat), wird dem wohl zustimmen. Aber bedeutet die Emotionsfähigkeit auch, daß sie eine Seele haben?

Emotionales Verhalten ist bei Säugetieren weitverbreitet. Tiere können Angst emp­fin­den, oder Freude, oder Lust, oder Verzweiflung, …. Man sieht das leicht an Haus­tieren, weil wir die ständig um uns haben, aber Wildtiere können das auch, tun es aber meist im Verborgenen. Die meisten Tiere, denen man Emotionen leicht an­sieht, sind Säugetiere, aber es gibt auch spektakuläre Beispiele bei Vögeln. Ich ha­be zwar selbst nie ein „Elsterbegräbnis“ gesehen, aber ich halte es für glaub­haft, denn ich ha­be selbst erlebt, wie ein Elsterpaar wochenlang meine Katze tyranni­siert und viel­fach an­ge­grif­fen und belästigt hat (die Katze hatte zuvor das Küken der beiden vernascht).

Aus meiner materialistischen Sicht ist das kein Problem: Das Empfinden von Emo­ti­o­nen ist eine normale Eigenschaft von hinreichend komplexen materiellen Sy­ste­men. Säugetiergehirne haben offenbar oft die dazu notwendige Komplexität, Vo­gel­gehir­ne zumindest manchmal, und wenn sich irgendwann einmal herausstel­len soll­te, daß auch Heuschrecken, Regenwürmer oder Quallen emotionale Wesen sind, dann wür­de das nur zeigen, daß die dazu notwendige Komplexität gar nicht sooo groß ist.

Aber wenn Du meinst, daß Emotionen für Materie allein nicht möglich ist, sondern eine Zusatzkomponente („Seele“) braucht, dann ist diese Seele offenbar nicht sel­ten, son­dern in vielen Typen von Lebewesen zu finden. Vielleicht sogar in sehr vie­len, denn man kann nicht ausschließen, daß Emotionen in Flußkrebsen oder Wein­berg­­schnecken zwar vorkommen, uns Säugetieren aber nicht in Auge springen, so daß wir sie leicht übersehen. Du könntest also gezwungen sein, einzuräumen daß See­len nicht Außergewöhnliches sind, sondern in so ziemlich jedem Lebewesen vor­kom­men, oder zu­min­dest in sehr vielen.

Deine Gleichung „Emotion = Seele“ führt also zu einer Infla­tion von „Seelen“ bei al­len mög­lichen Lebewesen. Wenn Du trotzdem daran festhalten willst, dann müß­test Du also sagen, daß Seelen typisch für hinreichend komplexe Lebewesen sei­en, und dann ist am plausibelsten, die Seelen als Produkte der Biochemie und Phy­sio­logie die­ser Lebewesen zu betrachten. Wären sie dagegen Objekte, die von außen in diese Tiere kommen, dann müßte ja irgendwer oder irgendetwas täglich riesige Mengen solcher Seelen produzieren und in alle möglichen Tiere hinein­stopfen.

Materie ist tot da hast du grundsätzlich recht aber wenn sie sich zusammen fügt erschaft es etwas neues unsere Emotionen sie so weil die Materie in unserem Gehrin so angeordnet ist wie sie ist und nicht anderst wenn es so wäre wären auch unsere emotionen anders

Wir wurden im Bilde Gottes erschaffen, deshalb haben wir auch die gleichen Gefühle wie unser Schöpfer. Und das Leben ist eine Gabe Gottes. Im Schöpfungsbericht steht, dass Gott dem Menschen den Odem des Lebens einhauchte und dadurch WURDE der Mensch eine lebende Seele.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Emotionen können mit der Aktivität von bestimmten Hirnarealen in Verbindung gebracht werden, mit der Ausschüttung von Hormonen und Neurotransmittern, mit physiologischen Parametern wie dem Herzschlag, und mit messbaren Verhaltensreaktionen. Auch wenn wir noch nicht im Detail verstehen, wie Wahrnehmung oder Bewusstsein zustandekommen, gibt es keine überzeugenden Argumente, die hier den Dualismus von Körper und Geist stützen würden.

Aber wenn wir bloß Materie wären, dann müssten wir damit doch kein Problem haben? Das ist ja rein evolutionär gar kein Problem.

Wie gesagt beeinflussen Emotionen das Verhalten, darum sind sie evolutionär sehr relevant, denn im einfachsten Fall helfen sie, vorteilhafte Situationen zu suchen und schadhafte zu meiden, und im komplexesten Fall helfen sie, sich in einem vielschichtigen Sozialgefüge zurechtzufinden.

Dieses Handeln wiederspricht ja dem atheistischem Weltbild.

Das ist nur ein Versuch, Weltanschauungen zu diskreditieren, indem du behauptest, dass Atheisten, Materialisten, Monisten oder Humanisten keine Empathie oder Moral haben können, weil sie sich nicht auf eine göttliche Instanz berufen. In Wirklichkeit gibt es aber in der Moralphilosophie noch sehr viele andere (bessere?) Quellen von ethischem Verhalten, während religiöse Ethik mit ganz speziellen Problemen zu kämpfen hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Euthyphron-Dilemma

Ich glaube auch, dass es mehr als nur das Ergebnis von Materie ist, aber unsere Empfindungen sind nichts weiter als Chemie und die Interpretation der Summe von elektrischen Signalen, Aminosäuren, Hormonen und hunderter anderer chemischen Prozessen in unserem Körper.

Dennoch (wie Eingangs erwähnt) denke ich schon, dass in diesem Fall 1+1 mehr als nur 2 ist, sondern sich da noch Türen öffnen, die noch unerforscht sind, weil wir gar nicht wissen, wo wir suchen sollen. Emotionen, Seele, Bewusstsein, Persönlichkeit... nenne es, wie Du willst.

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