Wenn wir instinktiv Angst vor dem Tod haben, uns allerdings dennoch im klaren sind dass wir irgendwann sterben, sind wir dann eine fehlgeschlagene Spezies?

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10 Antworten

Das Prinzip von Leben ist überleben.

Das Problem ist, dass alle überleben wollen, statt sozialverträglich zu versterben.
Daraus folgt, der Mensch ist ein Irrtum der Natur, nicht die Krönung der Schöpfung.

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Nein, ganz im Gegenteil!

Es macht für den Fortbestand einer Spezies Sinn, dass sie Angst vor dem Tod hat, sonst meidet sie es ja nicht, zu sterben, die Individuen erreichen keine Geschlechtsreife, pflanzen sich nicht fort und die Spezies stirbt aus.

Eine Spezies ohne Selbsterhaltungstrieb setzt sich nicht durch.

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UnknownV4L 02.09.2016, 15:46

Nur die Menschen machen sich Gedanken über den Tod und das Universum,
soetwas verursacht bei manchen Depressionen, weshalb wir eventuell eine
fehlgeschlagene Spezies sind

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Nein. Instinktiv haben wir keine Angst vor dem Tod, sondern nur vor Dingen, die ihn verursachen. Unsere Instinkte versuchen unser Leben zu verlängern, also den Tod so lange wie möglich hinauszuzögern.

Alle höheren Tiere wissen dass sie irgendwann sterben werden, wir Menschen sind da keine Ausnahmen.

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UnknownV4L 02.09.2016, 15:45

Nur die Menschen machen sich Gedanken über den Tod und das Universum,
soetwas verursacht bei manchen Depressionen, weshalb wir eventuell eine
fehlgeschlagene Spezies sind

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Andrastor 02.09.2016, 21:46
@UnknownV4L

Nur die Menschen machen sich Gedanken über den Tod

Das ist falsch, auch Tiere tun dies. Über das Universum nicht wirklich, weil sie keinen Begriff davon haben.

Aber sprechende Affen haben mitgeteilt dass sie sich seit sie Artgenossen oder andere Tiere sterben gesehen hatten, Gedanken um den Tod machten.

soetwas verursacht bei manchen Depressionen, weshalb wir eventuell eine
fehlgeschlagene Spezies sind

Depressionen gibt es im Tierreich genauso, nur selten allein aus Gedanken heraus.

Auch beim Menschen ist  es meistens so dass alleine die Gedanken um den Tod keine Depressionen verursachen, sondern höchstens schlechte Laune, bzw. depressive Phasen.

Daher sind wir keine "fehlgeschlagene" Spezies. Derartiges gibt es 1. nicht und 2. sterben Arten welche ungünstig angepasst sind aus.

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Eine "instinktive" oder "intuitive" Angst vorm "TOD" gibt es in unserer bekannten Welt definitiv nicht !                           Es gibt aber eine egoistisch-verstandgesteuerte Furcht aufgrund von Ungewissheit dazu. Der Begriff  "TOD" ist letztlich aber auch nur eine Erfindung des Menschen.         Es wird dabei allgemein gerne verbreitet, dass danach "alles vorbei" ist, ohne (arrogant) jemals den geringsten Beweis dafür geliefert zu haben.                                 Dadurch soll unser körperliches Leben künstlich aufgewertet werden. Dieses kurze, sterbliche Leben hat aber anhand kosmischen Masstäben gesehen leider auch nur die Dauer eines ganz kurzen "Wimpernschlages".         Von daher sind wir schon eine fehlgeschlagene Spezies, wenn wir dazu noch behaupten, den körperlichen "TOD" definitiv auch als das Ende unseres wahren inneren SELBST, unseres SEIN/SEELE zu bezeichnen !   Außerdem leben wir vom Verstand her nicht so weise, dass wir wirklich in Würde sterben. Es wird heutzutage fast nur nach egoistisch geprägten Leitbildern "gelebt", welche aber nur scheinbaren Sinn bzw. eben nur oberflächlich befriedigendes, vorübergehendes Vergnügen ergeben.

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Nö. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ein Individuum stirbt, nicht die Spezies (hoffentlich).

"Mich läßt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur: es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit: Es ist der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet."

Johann Wolfgang von Goethe

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ETechnikerfx 02.09.2016, 14:23

Wunderschönes Zitat! Wo hast du das gefunden?

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NoHumanBeing 02.09.2016, 14:25

Es ist der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet.

Nunja, damit lag er ja auch falsch. Sterne erlöschen auch, aber nicht auf Zeitskalen, die für uns Menschen relevant/vorstellbar sind.

Es gibt keine Beweise und auch keine überzeugenden Hinweise für die Existenz einer vom Körper unabhängigen, geschweige denn unsterblichen "Seele".

Ich vergleiche den menschlichen Geist eher mit dem Inhalt des Hauptspeichers eines Computers. Wenn Du die Stromversorgung zu einem flüchtigen Speicher (DRAM) kappst, geht dessen Inhalt verloren. Beim Menschen ist dieser Speicher das zentrale Nervensystem. Wenn die elektrische Aktivität im Gehirn erlischt, geht die Persönlichkeit, der Geist eines Menschen verloren.

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SturerEsel 02.09.2016, 14:31
@NoHumanBeing

Kann man so sehen. Viele Menschen haben Nahtoderlebnisse, mein eigener Vater hat mir davon erzählt, als er im WKII verwundet wurde. Die ähneln sich überraschenderweise sehr.

Aber an eine unsterbliche Seele glaube ich auch nicht. Nutzen wir daher die kurzen Jahre, die uns hier gegeben wurden.

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ETechnikerfx 02.09.2016, 14:33
@NoHumanBeing

Es gibt jedoch auch keine Beweise für die Existenz einer Seele. Weise mir nach dass deine Gedanken deiner Seele entspringen und nicht nur einem neuronalen Netz biologischer Nautur. Du kannst es nicht. Die Seele ist mehr als das Greifbare, so wie das gesamte Sein, es ist in allem. In diesem Sinne ist Goethes Zitat genial.

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CalicoSkies 02.09.2016, 22:20
@ETechnikerfx

Wenn wir schon bei Computer-Analogien sind:

Das Gehirn ist ein unglaublich leistungsstarker Prozessor (natürlich noch mehr, aber belassen wir es für die Analogie dabei)

Wir kennen nicht den genauen "Schaltplan" (da die Anzahl der Neuronen sehr, sehr, sehr hoch ist), aber wir wissen, dass der Prozessor mit Taktflanken und elektronischen Impulsen arbeitet.

Wir müssen daher nicht zwangsläufig das Gehirn zu 100% verstehen, um zu verstehen, auf welcher Basis es funktioniert :)

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Wieso sollen wir sterben jetzt sterben wenn wir irgendwann sterben müssen? Ich verstehe dein Logik dahinter nicht. Nur weil ich weiß dass ich auf Toilette gehen muss (früher oder später) bedeutet dass doch noch lange nicht dass ich jetzt aufs Klo gehe. Wieso sollen wir aus der Logik heraus diese Konsequenz ziehen um keine fehlgeschlagene Spezies zu sein, deiner Ansicht nach?

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UnknownV4L 02.09.2016, 14:39

Mir will es einfach nicht einleuchten warum wir in einer plötzlichen gefährlichen Situation (jeder kennt das) , eine instinktive Panik verspüren, obwohl uns schon seit wir klein sind bewusst ist dass es ohnehin mal passieren wird, auch wenn wir den Gedanken stehts verdrängen wollen

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ETechnikerfx 02.09.2016, 14:42
@UnknownV4L

Der Überlebenstrieb, also in deiner Psyche von Beginn an vorhandene Strukturen, sorgt dafür dass du in Panik (ausschütten des Adrenalins etc) verfällst. Dies ist nichts bewusstes, es ist unsere Natur.

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wer sagt das wir das instinktiv haben? ich habe weder Angst vor dem sterben noch vor dem Tod. und ich liebe das Leben.

aber vielleicht liegt es ja daran das ich Christ bin und der Tod seinen Schrecken für mich verloren hat.

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UnknownV4L 02.09.2016, 14:39

Mir will es einfach nicht einleuchten warum wir in einer plötzlichen
gefährlichen Situation (jeder kennt das) , eine instinktive Panik
verspüren, obwohl uns schon seit wir klein sind bewusst ist dass es
ohnehin mal passieren wird, auch wenn wir den Gedanken stehts verdrängen
wollen

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Garfield0001 02.09.2016, 21:17
@UnknownV4L

ja, das stimmt. Das kann ich dir aber auch nicht sagen. Bin kein Psychologe ;-). Aber interessant wäre die Antwort dennoch.
Nur frage ich mich: es heißt immer das durch die Evolution immer alles besser wäre etc. Nur ist es so, dass diese Panik nix gescheites bringt, da wir eh irgendwann sterben müssen.

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Denke nicht, das jetzt viele Menschen Angst vor dem Tod haben. Das instinktive in uns ist auf das Leben gerichtet, nicht auf den Tod. Nennt man Überlebenstrieb, haben wir genauso wie die restlichen Mitbewohner aus der Fauna. 

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Garfield0001 02.09.2016, 14:42

und diesen Trieb hat "die Evolution" entwickelt?

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Nube4618 02.09.2016, 14:47
@Garfield0001

Ja, jedes Tier hat das genauso. Wird auch als Selbsterhaltungstrieb bezeichnet. 

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UnknownV4L 02.09.2016, 15:44
@Nube4618

Nur die Menschen machen sich Gedanken über den Tod und das Universum, soetwas verursacht bei manchen Depressionen, weshalb wir eventuell eine Fehlgeschlagene Spezies sind

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Nube4618 02.09.2016, 15:54
@UnknownV4L

Mag schon sein, dass das vorkommt, gehe aber davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Depressionsfälle ganz andere Hintergründe hat, wie Arbeitslosigkeit, Verlust von Angehörigen, mangelndes Selbstwertgefühl usw. 

Falls wir eine misslungene Spezies sein sollten, dann eher deshalb, weil wir es in kurzer Zeit schaffen könnten, unseren Planeten unbewohnbar zu machen. 

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  Die Aufklärung stellte ja ganz typisch diese Frage; kennst du Papageno aus Mozarts Zauberflöte nicht? Wir waren schon mal weiter; wird heute nicht mehr verstanden.

   " Ich bin nun mal so ein Naturbursche, dem Speis und Trank schmeckt. Und ab und zu ein Mädchen möcht auch wohl sein. "

   " Und wenn du selbst den Tod nicht scheuen darfst, sie zu erringen? "

   " Ich bleibe ledig ... Wenn mir doch die Götter ein holdes Weibchen bestimmt haben. Weshalb sie dann erst mit so viel Gefahren erwerben? "

   " DAS, lieber Freund, mag dich deine Vernunft lehren. "

   Taminos Ermahnung mit dieser " Vernunft " stellt übrigens mein Lieblingszitat aus der Flauberzöte dar.

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Da ist nix falsch dran.

Wenn ich Angst vor was habe, versuche ich so zu leben, dass es nicht eintritt. Und das ist gut, weil arterhaltend.

Und irgendwann ist das Leben dann eben zuende.

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