Wenn sich eine Frau von Ihrem Mann scheiden lässt, weil er jeden Tag betrunken ist, bekommt sie dann automatisch einen Teil/die Hälfte von seinem Vermögen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

bekommt sie dann automatisch einen Teil/die Hälfte von seinem Vermögen?

Nein.

Wurde kein extra Ehevertrag geschlossen, so ist die Ehe rechtlich betrachtet eine "Zugewinngemeinschaft", an dessen Ende lediglich der Zugewinn aufgeteilt werden muss, also nur das, was beide Eheleute während der Ehe gemeinsam erwirtschaftet haben.

Alles das, was einer von ihnen bereits vor der Ehe besaß (Möbel, Geräte, Immobilien, Auto, Ersparnisse...), gehört ihm auch während der Ehe allein und auch danach. Auch über sein eigenes Einkommen kann er/sie während der Ehe allein verfügen - solange er/sie der möglichen Unterhaltspflicht gegenüber dem Ehepartner nachkommt.

Während des Trennungsjahres (bis zur Scheidung) hat der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen ggf. Anspruch auf "Trennungsunterhalt" an den anderen Ehepartner - vorausgesetzt Letzterer hat ein Einkommen (Verdienst, Rente) über dem Selbstbehalt (derzeit 1200 Euro).

Wie viel von seinem Vermögen (weil er der Hauptverdiener war und jetzt in Rente ist, also beide) würde der Frau zustehen?

Dir steht die Hälfte des gemeinsamen Zugewinns zu, dieser ist also ggf. auszugleichen. Es kommt also auf das Vermögen zu Beginn der Ehe und im Zeitpunkt des Scheidungsantrags an. Das Vermögen wird für beide Ehegatten ermittelt und die Differenz des Zugewinns ist auszugleichen.

Eine Eheberatung brauchst Du nicht, sondern ein Trennungsjahr und einen Scheidungsantrag. Diesen kann nur ein Anwalt für Dich stellen.

Nichts. Was ihm gehört, bleibt seins, was ihr gehört, bleibt ihrs. Lediglich der sogenannte gemeinsame Zugewinn wird geteilt.

Alles nicht so einfach. Du brauchst Beratung von einem Anwalt und ein Trennungsjahr. Nach diesem Jahr trifft das Familiengericht eine Entscheidung.

Eine Beratung durch einen Anwalt braucht man nicht, man braucht den Anwalt nur dafür, dass er den Scheidungsantrag beim Gericht einreicht.

1

das was sie zusammen erarbeitet haben und die hälfte seiner rente steht ihr zu. genauso ist es andersrum. wenn sie in der ehe mitgearbeitet hat bekommt er auch einen teil ihrer rente wenn sie eine höhere hat als er.

Ganz so einfach ist es auch nicht. Nicht die Rente wird geteilt, sondern die Teile der Rentenanwartschaften, die während der Zeit der Ehe erworben wurden.

2

Zusätzlich zu den anderen Antworten sei noch gesagt, dass die Motivlage für die finazielle Geschichte keine Rolle spielt.

Bin nicht sicher, ob der Satz verstanden wird.

Was er imho heisst: Es ist egal, weswegen man sich scheiden lassen will. Eine "Schuldfrage" ist für die Scheidung selbst und insbesondere die finanzielle Folge nicht relevant. Man bekommt nicht mehr Geld, wenn man "zurecht die Scheidung einreicht".

Grundsätzlich gilt: Was die Eheleute in die Ehe gebracht haben ist ihr eigenes. Das Verdiente Geld während der Ehegemeinschaft gilt als gemeinsam verdient. Auf Basis dessen oder gesondert vereinbarter Eheverträge wird dann entschieden, wer wem wieviel Unterhalt zu zahlen hat, damit es "fair" ist. Fair heisst hier dann, dass jeder soweit möglich seinen Zugewinn erhält und seinen Lebensstandard halten kann. Das müssen dann die Experten klären.

0

Was möchtest Du wissen?