Wenn schon nur Kurzstrecke fahren: Motor lieber jedes mal wenigstens ganz warmfahren oder nicht?

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Wenn schon nur Kurzstrecke fahren: Motor lieber jedes mal wenigstens ganz warmfahren oder nicht?

Bei jedem Kaltstart ist der Verschleiß erstmal stark erhöht - das Kind ist also bereits "in den Brunnen gefallen", sobald Du den Motor startest. Das zusätzliche Problem ausschließlicher Kurzstreckennutzung ist hingegen, dass bei den meisten Motoren (klassischerweise beim Benzinmotor, jedoch auch bei vielen Dieselmotoren mit Rußfilteranlage) eine Anreicherung von Kraftstoff im Motoröl stattfindet. Diese setzt die Viskosität herab, die Schmierung wird verschlechtert.

Durch ein längeres Fahren verschiebt man quasi nur die Probleme. Das Öl wird zwar heißer, und eventuell dampfen hierdurch ein paar Kraftstoffanteile wieder aus, dafür ist der Motor länger in Betrieb, und Betrieb per se verschleißt nunmal ebenso.

Viel besser: Eine Standheizung verbauen. Die heizt Kühlsystem und Motoröl vor, der Kaltstart (und somit auch die Anreicherung, sowie der Mehrverschleiß) entfallen. Oder für Kurzstrecken den ÖPNV, das Fahrrad, die Füße, oder Elektromobilität nutzen.

Vielen Dank erst mal für die Antwort.

Das mit dem Kaltstart klingt plausibel und dann spielt die Fahrtstrecke auch keine Rolle mehr.

Ich fahre normalerweise regelmäßig und das ganze Jahr über mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nur bei starkem Regen schon morgens früh, benutze ich dafür das Auto, weil ich keine Möglichkeit habe, am Arbeitsplatz die nassen Radklamotten zu trocknen. Das kommt normalerweise aber relativ selten vor.

Das Auto benutze ich ansonsten tatsächlich nur für längere Strecken, von 30 km bis 60 km Länge und ab und zu an den Wochenenden auch für noch längere Reisen.

Nun fallen aber im Moment wegen "Corona" bei mir fast alle längeren Fahrten weg, die ich sonst fahre, weil sie nur Freizeitgründe haben, die im Moment nicht möglich sind.

Zweitens haben wir im Moment schon gefühlt seit Wochen nur Dauerregen. Der unbefestigte Radweg zur Arbeit ist inzwischen nur noch Matsch und unbefahrbar, ich müsste also bei Regen und Dunkelheit die Straße benutzen. Dazu kommt das Problem mit der nassen Kleidung. Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Jahr alleine im Januar schon öfter mit dem Auto zur Arbeit gefahren bin, als normalerweise in einem halben Jahr.

Deshalb das Problem "zur Zeit nur Kurzstrecke".

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Also gut für den Motor ist das natürlich nicht. Ich würde (sofern vorhanden) die Standheizung benutzen, dann ist der Motor schön vorgewärmt.

Allgemein empfiehlt es sich in deiner Situation, das Fahrzeug wenigstens einmal pro Woche mindestens 70-100 Kilometer zu fahren, allein schon, um die Batterie aufzuladen. Denn das ewige anlassen des Motors... dann ist es Dunkel, du fährst also immer mit Licht.. Dann hast du wahrscheinlich noch weitere Verbraucher an..

So wird die Batterie auf längere Sicht entladen, da mehr Strom heraus gezogen wird, als die Lichtmaschine nachliefert.

Was die Situation mit den zwei Fahrstrecken angeht.. nimm die kürzere.. der Motor mag es nicht, nach einem Kaltstart auch noch so sehr getreten zu werden.

Kommt auf die Kurzstrecke an. Wenn du nur einkaufen fährst oder kurze Termine wahrnimmst, würde ich 10 Minuten Umweg fahren. Dann ist der Motor ansatzweise warm und beim nächsten Start ist er es weiterhin.

Zwischendurch mal Langstrecke fahren, muss nicht jeden Tag sein.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Kfz-Meister

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