Wenn mir am 01.07. um 02:00 auf dem 80. Breitengrad die Mitternachtssonne unbarmherzig ins Gesicht scheint, wo ist dann der Mond auf seiner Umlaufbahn?

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4 Antworten

Hallo rasta123, 

vom erdnächsten Punkt seiner Bahn bis zum nächsten Erreichen desselben Bahnpunktes braucht der Mond einen sogenannten "anomalistischen" Monat. Der dauert etwa 27,5 Tage, oder genauer 27 Tage, 13 Stunden... und ein paar Minuten, die wir mal außer acht lassen. 

Ein Jahr dauert etwa 365 Tage und 6 Stunden.

Das bedeutet.... kurze Rechnung: 

24* 27+ 13= 648 + 13= 661 Stunden im anomalistischen Monat.

365 *24 + 6 = 8760 + 6 = 8766 Stunden im Jahr

Teilen ergibt, dass 13 anomalistische Monate (8593 Stunden), 7 Tage und 5 Stunden vergehen, bis ein Jahr herum ist. 

Das Jahr ist also kein ganzzahliges Vielfaches des anomalistischen Monats. Der Mond befindet sich deshalb jedes Jahr an einem anderen Punkt seiner Bahn, wenn Du am 1. Juli um 2:00 in den Himmel schaust. 

Und das übrigens ganz unabhängig davon, ob Du den Mond vom Polarkreis oder von unseren Breiten oder vom Äquator ansiehst. Wir sehen ja schließlich alle denselben Mond an.

Ergänzend: Der anomalistische Monat ist übrigens NICHT die Zeit, die vergeht, bis der Mond wieder von der Erde aus in derselben Mondphase zu sehen ist. Die Zeit zwischen zwei "Vollmonden" wäre der synodische Monat... und der dauert knapp 29 Tage und 13 Stunden = 709 Stunden

In ein Jahr passen also 12 synodische Monate (8508 Stunden), 10 Tage und 18 Stunden. Woran man merkt, dass das Jahr auch kein ganzzahliges Vielfaches des synodischen Monats ist. Du hast am ersten Juli also auch jedes Jahr eine andere Mondphase. Wobei natürlich auch die Mondphase von Äquator, gemäßigten Breiten und Polarkreis aus betrachtet dieselbe ist. 

Ob Du den Mond über dem Horizont siehst (vom 80. Breitengrad aus), das hängt wiederum davon ab, wie viel Grad er gerade von der Ekliptik entfernt steht - der Mond kann sich rund 5° von der Ekliptik entfernen - und wie er relativ zur Sonne steht. Wegen obiger Rechnung variiert auch das von Jahr zu Jahr. 

Wenn wir einmal den letzten 1. Juli betrachten, also vor rund einer Woche, und als Beobachtungsort Spitzbergen wählen - immerhin auf knapp 78° nördlicher Breite, dann können wir in der Sternkarte für 2:00 sehen

http://www.heavens-above.com/SkyChart.aspx?lat=77.875&lng=20.9752&loc=Spitzbergen&alt=-38&tz=CET

(die Zeit musst Du selber einstellen)

dass der Mond noch nicht aufgegangen ist. "Mitternachtssonne" bedeutet ja nicht, dass die ganze Ekliptik über dem Horizont sein muss... und das ist sie auch nicht. Der Mond kann auch bei Mitternachtssonne, wenn er weit genug von der Sonne weg steht, an einem Punkt der Ekliptik stehen, der nicht den ganzen Tag über über dem Horizont ist. Und genau das war dieses Jahr auch der Fall. 

http://www.heavens-above.com/moon.aspx?lat=77.875&lng=20.9752&loc=Spitzbergen&alt=-38&tz=CET

(die Zeit musst Du selber einstellen)

Der Mond stand etwa halbvoll im Sternbild Jungfrau und ging in Spitzbergen um etwa 13:45 auf und etwa um Mitternacht wieder unter. 

Heute, am 9. Juli steht der Mond der Sonne auf der Ekliptik gegenüber und bleibt von Spitzbergen aus die ganze Zeit unter dem Horizont. Um den 20. Juli steht er im Stier schon recht nahe an der Sonne und geht wie sie niemals unter.

An den Links kannst Du selber am Datum herumspielen und das beobachten...

Grüße

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Da besteht kein direkter Zusammenhang. Dieses Jahr befand er sich um diese Zeit als Halbmond im Sternbild Jungfrau.

Mitten in der Nacht, bei schönem Wetter ein Bier in der Hand und sich von der Mitternachtssonne bescheinen zu lassen, hat aber was. Das hatte ich letztes Jahr auf einer Nordkapkreuzfahrt erlebt.

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Da besteht kein Zusammenhang. Die Umlaufbahn des Mondes an diesem Tag ist am Äquator dieselbe.- Natürlich! Wie könnte es denn anders sein? Der Mondlauf hängt doch nicht davon ab, wo Du gerade bist 

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Der Vollmond kraucht da im Norden dicht über dem Horizont rum. Bei Neumond ist er in der Nähe der Sonne.

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