Wenn Materie aus Nichts entstehen kann, ist die Materie dann ursachenfrei entstanden?

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17 Antworten

Hallo Tageskarte,

am einfachsten kann man die Vorstellungen der modernen Physik über den Urknall tatsächlich über die Heisenbergsche Unschärferelation erklären.

Nach ihr sind Δt *ΔE > ħ.

Was heißt das?

Auf der Ebene der allerkleinsten Dinge, in der Quantenwelt, sind manche Größen nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt. Tatsächlich gilt das - anders als oft auf der Schule dargestellt nicht nur, weil jemand misst und dadurch das System mit der Messung beeinflusst, sondern die Unschärfe ist eine ganz fundamentale Eigenschaft der Natur auf der Ebene des Allerkleinsten. Die Natur an sich ist unscharf. Sie kann nicht exakt einen Wert mit beliebiger Genauigkeit annehmen, sondern schwankt, brodelt um diesen Wert herum. So auch um den Wert "Null".

Das gilt zum Beispiel für die Größen Zeit und Energie. In sehr kurzen Zeitintervallen Δt ist die Energie sehr ungenau festgelegt. Das bedeutet aber auch, dass "Nichts" auf dieser quantenmechanischen Ebene ein brodelndes "Etwas" ist. Ständig entstehen virtuelle Systeme mit einer Energie ΔE und zerfallen wieder nach der Zeit Δt. Sie können nicht länger existieren, weil sie ihre Energieschuld ans Nichts zurückzahlen müssen, weil dann der Energieerhaltungssatz gnadenlos zuschlägt.

Dazu sollte man noch anmerken, dass es dafür keine unmittelbare Ursache geben muss. Diese virtuellen Systeme entstehen und zerfallen spontan, allein aufgrund der Unschärfe der Natur.

Wenn jetzt ein System für sehr kurze Zeit Δt entsteht, in dem innerhalb seiner kurzen Lebensdauer etwas passiert, ein Prozess abläuft, bei dem genug Energie frei wird, so dass ΔE ans "Nichts" zurückgezahlt werden kann, dann kann das System real werden und existieren. Und ungefähr so stellen sich Physiker den Urknall vor. Ok?

Das war jetzt vermutlich schwer zu verstehen...

Besser und ausführlicher erklärt es Harald Lesch in Alpha Centauri

http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-centauri/alpha-centauri-vide...

Ich empfehle Dir die Folgen (je etwa 15 Minuten)

  • Was war vor dem Big Bang

  • Wo war der Big Bang

  • Was ist der Casimir Effekt

Und sehr schön zu lesen auch sein Buch (geschrieben zusammen mit josef Gaßner) "Urknall, Weltall und das Leben - Vom Nichts bis heute morgen"

Grüße

naja, eigentlich nicht. Logik existiert immer und überall, auch im apsoluten nichts diese Logik ist sozusagen die Ursache des Urknalls. (gehe ich recht in der Annahme, dass du hier von Stephen Hawkings Theorie ausgehst?)

  1. Zualler erst war nichts, keine Zeit und kein Raum, aber die Logik und Mathematik war meiner Meinung bereits existent.

  2. diese Logik ließ dann den Urknall entstehen. logisch gesehen hatt die Logik den Urknall hervorgerufen.

Um das genauer zu erklähren (aber immernoch einfach), stellen Sie sich die Null vor. 0 wie kann man jetzt Raum und Materie erschaffen? Sagen wir die Raumzeit ist negativ und die Materie und somit auch die Energie sind positiv dann können Raum und Materie aus dem nichts entstehen: 9-9 Jetzt sieht man, dass der Raum und die Materie zusammen wieder das Nichts ergeben.

Dann stellt sich aber die Frage, warum es nicht immer auf Null stehengeblieben ist. Was war die Ursache, dass der Raum und die Materie sich aus dem nichts entwickelt haben?

Das war die Logik.

Ein logisches gesetz der unordnung ist dafür verantwortlich: Wenn man Seiten mit den Zahlen 1-100 mischt, kann es kaum sein, dass die Seiten immernoch in der richtigen Reihenfolge stehen. Es wird also immer unordentlicher.

wenn die Null unordentlicher wird, dann entsteht 9-9 oder 1235-1235.

und so sind Raum und Materie entstanden.

Diese Theorie schließt natürlich einen Schöpfer aus. wenn diese Theorie war ist, dann gibt es keinen Gott.

Jetzt kann man sich aber fragen, was die Ursache der Logik war. Entweder die Logik existiert immer, oder sie wurde erschaffen. Es klingt vielleicht plausiblier, wenn ich sage, dass die Logik immer und überall existiert. Logik und Mathematik sind nicht an etwas gebunden. Weder Materie, noch Raumzeit. Man kann sie natürlich aufschreiben, aber die Logik geht nicht verlohren, wenn man das Blatt dann verbrennt. ^^

Aber angenommen, die Logik wurde erschaffen, dann könnte man wieder behaupten, dass Gott die Logik erschaffen hat. Oder die Logik hat sich wegen der Selbstorganisation selbst erschaffen. ^^

Oder man behauptet Gott sei die Logik. dann würde es stimmen, dass Gott das Universum erschaffen hat und Gott allmächtig allwissend allumfassend und zeitlos ist.

So könnte man übrigens auch das Leid der Welt mit Gott vereinen.

Aber ich merke, dass ich hier wieder seeeeeeeehr viel erzähle. Also höhre ich jetzt auf. Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

Physo

Nicht notwendigerweise.

Es kann immer noch eine Instanz, die dieser Welt gegenüber transzendent ist, eingegriffen haben.

Oder die Naturgesetze haben es "verursacht".

Es gibt vermutlich noch viele andere denkbare Antworten.

Hi die Materie ist meiner und vieler wissenschaftler meinungen nicht aus dem nichs entstanden. Ich/man vermutet das vor unserem heutigen Universum schon ein anderes universum existiert hat. Dieses universum hat sich zusammesn gezogen bis das ganze universum auf einen winzigen punkt kompensiert war. Dann hat sich die matherie explosionsartig wieder ausgedehnt, wobei sich die elemente gebildet haben und so weiter...

Wenn Materie aus Nichts entstehen kann, ist die Materie dann ursachenfrei entstanden?

Muss wohl. ;-)

Allerdings ist Materie nicht "aus Nichts" entstanden. Sondern aus... naja... daran forscht man fleißig.

Egal woraus Materie aber entstanden ist: Nach menschlichem Ermessen muss es irgendwo einen Anfang gegeben haben, wo etwas ursachenfrei entstand. Oder aber (halte ich für wahrscheinlicher) unsere Auffassung von Kausalität ist grundfalsch und nur in unserem sehr beschränkten Wahrnehmungsbereich einigermaßen gültig.

Wenn ich mir das so recht überlege wäre letzteres aber noch weit krasser als ersteres. Weil es nicht nur einmal die Kausalität verletzt, sondern sie zur Gänze in Frage stellt: Fragen nach Ursachen sind wahrscheinlich schon im Ansatz verkehrt.

Schöne Frage. Warum gab es den Urknall? Was oder wer hat ihn verursacht? Hatte er überhaupt eine Ursache?

Darauf gibt es keine naturwissenschaftlich beweisbare Antwort, denn die Naturwissenschaft kann sich nur innerhalb der durch den Urknall entstandenen Welt aus Raum und Zeit (und Materie) bewegen.

Deine Frage zielt aber über diese Grenze hinaus. Damit ist diese Frage eine Glaubensfrage. Auf Glaubensfragen geben die Religionen Antworten.

Aus der christlichen Sicht heraus hat Thomas021 einige Aussagen zusammengetragen.

Ersteres bezieht sich auf Quanten- bzw. Vakuumfluktuationen und ist ein laufender Prozess in der Quantenmechanik

Die ursprüngliche Entstehung der Materie wird auf den Urknall zurückgeführt, welcher allerdings ursachenfrei ist, bzw. keine Ursache von uns festgestellt werden kann.

Die sauberste und korrekteste Antwort ist schlicht : Wir wissen es nicht Zur Zeit wissen wir noch nicht mal genau was Materie eigentlich ist und haben nur eine Handvoll mehr oder weniger wackelige Theorien.

Wer daraus irgendwelche Rückschlüsse zieht begibt sich auf das gleiche Glatteis wie damals der olle Platon mit seiner Ideenwelt: Der wusste damals nicht was ein neuronales Netz ist, konnte sich so ein Netz noch nicht mal vorstellen und konstruierte deswegen als Ersatz eine Art Gotteswelt.. Kann man machen; sollte man aber nicht.

"Wir wissen es nicht" stimmt schon, aber die "Reale Welt" Platos ohne Vorbehalt als Ersatzkonstruktion zu bezeichnen, halte ich für das Resultat eines Irrglaubens.

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Materie kann nicht aus NICHTS entstehen. Wenn du deine Augen schließt dann siehst du auch NICHTS. Aber dennoch hört die Umwelt nicht auf zu existieren um dich herum. Nur weil du etwas nicht wahr nimmst, heißt das nicht, dass es nicht existieren kann. So ist das auch mit der Entstehung der Materie. Vor dem Urknall gab es garantiert etwas, dass die Materie entstehen gelassen hat. Ich könnte dir meine Theorie erklären wenn du möchtest, aber ich muss gestehen ich bin kein Wissenschaftler sondern ein Otto-Normal-Verbraucher der sich aber sehr für die Quantenphysik interessiert :)

Wenn Materie aus Nichts entstehen kann,...

wo hast du denn her dass sie das könnte?

mir ist nicht ein anerkanntes physikalisches modell bekannt in dem das so wäre.

Die Frage nach einer Ursache für alles ist philosophischer Natur und kann nicht abschließend beantwortet werden.

Für mich ist Masse eine Form . zu aller erst eine Energieform. Also aus Masse kann Energie entstehen . so müsste man doch Masse schaffen können

es gibt kein absolutes nichts, denn das wiederspricht der Quantentheorie. Es gibt immer mindestens ein Quantengrundrauschen. Nichts ist nicht, da zu definiert.

Ich bin da Laie (Geisteswissenschaftler). Gibt es anerkannte Alternativtheorien zu der Quantentheorie? Ist die Stringtheorie eine solche Alternative?

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@Tageskarte1

Die Stringtheorie ist eine Erweiterung der Quantentheorie. Anerkannte Alternativtheorien gibt es m. W. nicht.

Aber für die Entstehung von Materie aus dem "Nichts" würde ich eher die Allgemeine Relativitätstheorie heranziehen, dafür brauchen wir keine Quanteneffekte.

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@PWolff

Dazu muss noch angemerkt werden, dass beide Theorien stimmen (im Sinne, dass damit beobachtbare Effekte korrekt vorhergesagt werden), sich jedoch widersprechen.

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@PWolff

Danke für Deine Antworten. :)

Du sagtest "Nichts" sei "zu definiert". Wegen der Unschärfenrelation?

Also was issn dann ein Quantumgrundrauschen genau? Und warum ist eine Enstehung der Quanten nicht denkbar? Sprich, warum ist ein Zeitpunkt vor diesem Quantengrundrauschen (Nichts) nicht denkbar?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Quanten und Materie?

Und eine letzte Frage. Kann ich einen Zustand der außer diesem Quantengrundrauschen nichts weiter enthält als "Nichts" bezeichnen?

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@Tageskarte1

Ja, einen Einstieg findest Du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Quantenschaum

Quanten sind allgemein eine diskrete Stückelung, und beziehen sich damit auch auf Energie.

Die letzte Frage kann man mit ja beantworten -- man kann es nichts nennen, in dem Sinne, dass es nicht mehr weniger werden kann ;-)

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Aus "Nichts" kann "nichts entstehen.

Gottes Geist aber (komprimiert) ist die Grundlage aller physischen Dinge (1.Mose 1,12-2,7).

Wie kommst du eigentlich darauf, dass Materie aus dem Nichts entstanden sei?

die se Antwort gibt es wahrscheinlich öfter aber ja :Gott

Wie kann man als erwachsenser Mensch bloß solch einem naiven und infantilen Glaubenskonstrukten hängen?!

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Die Materie ist nicht aus Nichts entstanden. Das ist unmöglich. Sie wurde von Gott geschaffen.

Besser gesagt, wir wissen es nicht.

Ich habe das Gefühl, dass wenn wir Menschen etwas nicht wissen, dass wir sagen "Ja, Gott hat uns erschaffen..."

Besser gesagt, wir haben Gott erschaffen, nämlich in unserer Fantasie. Früher sagte man, wenn es gewitter oder was weiss ich, sind es die Götter. Warum? Weil wir sonst keine Erklärung hatten. Heute wissen wir das aber ganz genau.

Es ist total paradox, dass wir sagen, Gott hätte uns erschaffen, wenn wir Gott erschaffen haben. Das hat etwas mit dem Glauben zu tun und nicht mit Wissen, denn was wissen wir schon?

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