Wenn man im Weltall aus einem Raumschiff springt, hat man dann immer noch die gleiche Geschwindigkeit wie das Raumschiff ohne es irgendwie zu berühren?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn Du aus einem Raumschiff springst, das ohne Schub fliegt, also nicht beschleunigt (worunter jedwede Änderung der Geschwindigkeit zu verstehen ist, nicht nur eine Erhöhung), behältst Du die Geschwindigkeit |v› des Raumschiffs bei - fast, denn es kommt eine kleine Geschwindigkeit |u› hinzu, denn Springen ist ja ein Beschleunigungsvorgang, Du stößt Dich ja ab.

Das Raumschiff erfährt dabei übrigens einen Rückstoß, den man vernachlässigen kann, wenn seine Masse sehr viel größer ist als Deine - natürlich samt Raumanzug, den Du natürlich brauchst.

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Geschwindigkeit ist übrigens relativ; das Raumschiff hat eine bestimmte Geschwindigkeit relativ zu einem Punkt O, der als Referenzpunkt bezeichnet wird.

Du kannst aber auch einen Referenzpunkt O' definieren, der sich mit |v› relativ zu O bewegt; relativ zu ihm bewegt sich das Raumschiff gar nicht. Relativ zu O' hast Du also einfach die kleine Geschwindigkeit |u›. Du kannst Deinen Absprung also als Ausstieg aus einem ruhenden Raumschiff auffassen.

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Auf der Erde behältst Du beim Absprung aus einem fahrenden Zug deshalb nicht dessen Geschwindigkeit bei, weil Dich erst sofort der Fahrtwind erfasst, oder, anders ausgedrückt, weil Du augenblicklich der starken Luftreibung ausgesetzt bist, ohne gegen sie an beschleunigen zu können. kommst Du auf dem Boden auf, rollst Du zumeist ein Stück weiter, ehe Du relativ zum Erdboden zur Ruhe kommst. Bei höheren Geschwindigkeiten oder unebenem Gelände ist das nicht empfehlenswert.

Wenn Du aus einem antriebslosen (!) Raumschiff springst, hast Du grundsätzlich die gleiche Geschwindigkeit wie das Raumschiff. Allerdings wirst Du Dich dabei an der Ausstiegsluke etwas vom Raumschiffkörper abstoßen. Dieser Abstoß verleiht Dir eine zusätzliche Geschwindigkeit, die vom Raumschiff weg führt.

Ob man sich bei diesem Experiment körperlich betätigt  ("... obwohl man sich nicht bewegt ..."), spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wenn Du z.B. aus dem Raumschiff einen Stein wirfst (Der bewegt sich nicht), dann beträgt auch dessen relative Geschwindigkeit (d.h. die Geschwindigkeit in Bezug auf ein willkürlich ausgewähltes Bezugssystem!) der Vektorsumme aus Raumschiffgeschwindigkeit und Abdriftgeschwindigkeit vom Raumschiff durch die Wurfbeschleunigung.

Noch Fragen dazu?

nein aber danke für die antwort :-)

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Ja er hat recht. 

Du würdest sogar die Geschwindigkeit für immet beibehalten wenn du nirgends gegen fliegst da das Weltall ein Vakuum ist und du keinerlei reibung von Luft hast wie auf der Erde

Aber dort merkst du die  20000kmh nicht 

Krass...

und wie bremst man dann ab?

Rückwärtsgang? 

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@HeadlessHorror

Ähm es ist garnicht schlimm in dem Tempo zu fliegen.. aber die wenigsten Atronauten steigen bei vollem Schub aus dem Schiff...du merkst ja garnicht dass du so schnell bist..bewegen kann man sich mit einem Schubrucksack der mit Düsen arbeitetet...sonst im all sich umdrehen oder in eine Richtung fliegen ist ohne sich irgendwo festzuhalten unmöglich

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@HeadlessHorror

Bremsen ist einfach, Raumschiff umdrehen und Triebwerke zünden. Es sei denn, man hat spezielle Bremstriebwerke.

Das ist seit Anbeginn der Raumfahrt so. Anders geht es aktuell nicht. Die Luftkissenfahrzeuge hier auf der Erde haben übrigens ein vergleichbares Problem.

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Dein Freund hat Recht. Das nennt man auch Drehimpulserhaltung. Da das Raumschiff durch seine Geschwindigkeit die Erdschwerkraft ausgleicht, wirkt die Gravitation nicht auf den Astronauten, damit wird er auch nicht abgebremst und behält die gleiche Geschwindigkeit wie das Raumschiff. Für den Astronauten steht das Raumschiff quasi still. Wenn du in einem fahrenden Zug hochspringst, dann rollt der ja auch nicht unter dir weiter, auch da ist wieder die Impulserhaltung wirksam, solange du in der Luft bist.

Das Raumschiff befindet sich nicht unbedingt im Erdorbit, und natürlich wirkt dort die Erdschwerkraft auch auf den Astronauten. Deshalb fliegt er nicht weg, sondern bleibt im Orbit.

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@SlowPhil

Ja das ist richtig es wirkt noch eine sehr geringe Gravitation (Mikrogravitation) auf die Astronauten, aber das habe ich jetzt mal vernachlässigt, um es für den Fragesteller nicht zu komplex zu machen. Diese geringe Gravitation bewirkt auch einen Fall Richtung Erde, aber da sich das Raumschiff um die Erde bewegt fällt der Astronaut quasi in die Krümmung hinein, er ist also, simpel ausgedrückt, immer im freien Fall, aber um die Erde herum. Daher verlässt das Raumschiff bei der Geschwindigkeit auch nicht die Erde. Aber deine Aussage ist völlig korrekt, danke daher für den Hinweis.

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Ich meine nicht die Mikrogravitation, die man vernachlässigen kann. Die Gravitation, die verhindert, dass der Astronaut - und das Raumschiff - tangential wegfliegen, ist fast genau so stark wie an der Erdoberfläche, wenn der Orbit eng genug ist wie bei der ISS.

Dass man keine Gravitation spürt, liegt daran, dass diese Gravitation auf alles gleichmäßig wirkt. Es befindet sich im freien Fall.

Allerdings gilt das im Orbit, aber die Tatsache, dass der Astronaut die Geschwindigkeit |v› im Wesentlichen beibehält, gilt auch und erst recht im freien Weltraum.

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@SlowPhil

Er befindet sich im freien Fall, aber auf der Bahn des Raumschiffs bzw. auf seiner Bahn, sonst würde er ja Richtung Erde fallen.

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  Hier gilt ===> Himmelsmechanik ===> Keplerbahn. Wenn du dich genau im Schwerpunkt des Schaumriffs befindest, hast du die selbe Keplerbahn wie dieses auch. Befindest du dich jedoch in einem anderen Punkt, weicht deine Bahn leicht ab. In erster Näherung bist du dann zwar immer noch schwerelos; aber je nachdem wirst du langfristig gegen die Bordwand gedrückt oder wieder in die Mitte zurück getrieben.

   Dabei spielt übrigens keine Rolle, ob du dich innerhalb oder außerhalb des Raumgleiters aufhältst; die Schwerkraft unterscheidet nämlich nicht zwischen " Innen " und " Außen "

  Wenn du dich innerhalb einer Mülltonne vom Empire State Building stürzt, bist du genau so tot, wie wenn du dich nur drauf hockst oond dich zosammen nätt äär än dää Tääfe ßßtürzest ...

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