wenn man eine Patientenverfügung hat, was für Nachteile können entstehen?

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4 Antworten

Tja,gute Frage....! Die meisten denken ja,mit einer Patientenverfügung hat man so das allerwichtigste für den Fall des Falles geregelt...!  Dieser Meinung bin ich allerdings überhaupt nicht,sondern sie birgt tatsächliche gewisse "Gefahren " in sich...!

Insbesondere was die Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit im Falle einer sehr schwerwiegenden und zum Tode führenden Erkrankung angeht:

Mitunter wird man für diesen Fall formulieren oder auf Standartformularen "leichtfertig" ankreutzen,daß man lediglich mit Flüssigkeit versorgt werden will und  keinesfalls über eine Magensonde mit Nahrung versorgt werden möchte.

Das Problem bei der Sache ist ,daß ein Mensch vermutlich mit Flüssigkeit versorgt werden möchte ,weil er vermeiden möchte,ein Durstgefühl zu erleiden. Das Durstgefühl entsteht allerdings nicht,weil man nicht genügend Flüssigkeit über eine Sonde oder als Lösung über Vene zugeführt bekäme,sondern es entsteht im Mund und Rachenbereich und genau da hat die Versorgung mit Flüssigkeit über Sonde o. ä. überhaupt keinen Einfluß drauf.

Ähnlich ist es mit der Nahrungsaufnahme in Fällen, in denen eine schwere Erkrankung zum Tode führen wird:

Der Mensch wird in solchen Fällen überhaupt keine Nahrung mehr benötigen, auch wenn zuweilen Ärzte mit den sogenannten Todschlagargumenten kommen und sagen,man kann den Patienten doch nicht verhungern oder verdursten lassen....

Entscheident ist vielmehr ,daß man sich mit dem Prozess des Sterbens auseinandergesetzt haben sollte,dann wird man wissen,daß ein sterbender oder Schwerstkranker weder Nahrung noch Flüssigkeit benötigt. Im Gegneteil: Nahrung und Flüssigkeit stellen eher eine extreme Belastung für den Körper dar und in nicht wenigen Fällen,wird sich allein der Körper ohne einen Bewustseinsakt gegen solche Maßnahmen wehren mitunter durch starkes Erbrechen.

Flüssigkeit wird insbesondere in Sterbeprozessen nicht mehr vom Körper benötigt und führt dann bei entsprechender Zufuhr zu einem Anstauen in den Nieren und aufsteigen bis in die Lungen,welches dann zusätzlich zu Atembeschwerden führt.

Die grundsätzliche Frage vor dem Abfassen einer Patientenverfügung ist sicherlich,was möchte man,was getan wird und was möchte man nicht.

Möchte man lieber schnell und ohne Schmerzen sterben oder möchte man solange es irgendwie geht mit allen Mitteln der modernen Medizin am Leben "gehalten" werden.

Und bevor man da irgendetwas leichtfertig unterschreibt ,sollte man sich kritisch mit den Möglichkeiten der Medizin auseinandersetzen,denn nicht alles was möglich ist,ist auch förderlich und sinnvoll.

Allerdings sollte man auch bedenken,daß eine Patientenverfügung immer erst dann von Bedeutung wird,wenn eine eigene Willensäußerung nicht mehr möglich ist und Ärzte eben nach genau diesem vermeindlichen Willen fragen,bis dahin wird natürlich alles für einen evtl. Genesungsprozess unternommen.

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Kommentar von ischdem
16.11.2015, 08:09

für Fachleute von einem "Kenner" gut geschrieben. Ich hoffe das wird auch verstanden ! Das ist immer das Problem, bei Allem was über die Patientenverfügungen geschrieben wird. Dazu aber das auf einem anderen Papier, gehört dann auch die Vollmacht - Betreuungsverfügung ! Allles bei Google zu lesen und sich beraten lassen.

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Man kann Wünsche nicht für alle Fälle genau ausformulieren. Es kann passieren, dass strickt nach Wortlaut gehandelt wird. Das muss nicht zwingend der Wille des Patienten sein. Das hinterlässt dann alle hilflos.

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Kommentar von ischdem
16.11.2015, 08:11

das soll aber so sein dass nach Wortlaut gehandelt wird -

laut Gesetz !

Darum sich beraten lassen. Oder je nach Wissen diese Verfügung ändern.

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Was sollte es denn da für Nachteile geben? Die macht macht doch gerade deshalb, damit später nichts gegen seinen Willen geschieht.

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Kommentar von ischdem
16.11.2015, 08:13

Genau so ist das und muss ES so sein...so das Gesetz. ansonsten brauchen wir keine Patientenverfügung!

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Ich verstehe die Frage nicht. 

Kannst du sie konkretisieren?

In einer Patientenverfügung legst du lediglich deinen Willen über ärztliche Behandlungsmethoden fest, wenn du einmal dazu nicht mehr in der Lage bist.

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