Wenn man eine Bewährungsstrafe hat, könnte das wegen Schwarzfahren wiederrufen werden?

8 Antworten

Ein Bewährungswiderruf hängt von zahlreichen Faktoren ab, insbesondere bezüglich der Bewährungsauflagen. Das geschilderte "Schwarzfahren" stellt nach dem Strafgesetzbuch eine Straftat gem. § 265a dar. Von daher könnte theoretisch ein Bewährungswiderruf erfolgen, vorausgesetzt die Verurteilung zur Bewährung beinhaltete u.a. auch das Schwarzfahren.

"Ist eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, so kann es nur zu einem Bewährungswiderruf kommen, wenn der Verurteilte gegen die Auflagen des Bewährungsbeschlusses verstoßen hat.

In jedem Bewährungsbeschluss ist die Auflage enthalten, dass sich der Verurteilte straffrei zu führen hat. Ist er beispielsweise wegen Diebstahls verurteilt und begeht während der Bewährungszeit einen erneuten Diebstahl, so kann die Staatsanwaltschaft den Widerruf der Bewährung beim zuständigen Gericht beantragen. Der Verurteilte erhält dann eine Mitteilung von dem Antrag der Staatsanwaltschaft und Gelegenheit zur Stellungnahme meistens innerhalb von zwei Wochen. Nach Ablauf der Stellungnahmefrist kann das Gericht die Bewährung widerrufen. Für den Verurteilten bedeutet dies, dass er die Strafe absitzen muss. Er erhält eine Strafantrittsladung. "

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, es verstoße gegen die Unschuldsvermutung nach Art. 6 Abs. 2 EMRK, wenn das über den Widerruf der Strafaussetzung entscheidende Gericht feststellt, dass der Verurteilte in der Bewährungszeit eine neue Straftat begangen habe, bevor er wegen dieser verurteilt worden ist.

Zwischenzeitlich hat das OLG Düsseldorf ( Az: III-3 Ws 469/03 ) entschieden, der Widerruf einer Strafaussetzung auf Bewährung sei ohne Verurteilung ausnahmsweise zulässig, wenn der Verurteilte die NEUE Straftat glaubhaft vor einem Richter eingestanden habe. Zu Deinen Fahrten ohne Ticket: Du wurdest nun viermal erwischt und hast die Aufforderung das erhöhte Beförderungsgeld zu bezahlen nicht eingehalten.Zum Einem ist Dir der Betreiber des Zuges ( vermutlich Bahn AG ) sowieso schon entgegen gekommen, da diese ( Du hast zumindest nichts geschrieben ) keine Strafanzeige gestellt hat. Ich rate Dir dringend an, Dich umgehend mit dem Verkehrsunternehmen in Verbindung zu setzen !! Bedaure den ganzen Vorfall und sag, dass Du die Strafe zahlen willst. Kannst Du die Strafe nicht auf einmal zahlen, so bitte darum, dass man Dir Ratenzahlung gewährt. Sobald eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingeht, sieht es Schlecht aus. Bei einmaliger Fahrt könnte der Staatsanwalt die Sache gerade noch einstellen. Aber bei viermaliger Fahrt - keine Chance ! Da kommt es zur Verhandlung. Sobald das Urteil rechtskräftig ist ( natürlich kannst Du in Berufung gehen - Landgericht ) könnte die Bewährung widerrufen werden. Was Deine Depressionen angeht: Hast Du die Diagnose selbst gestellt ( also sagst Du das ) oder bist Du diesbezüglich in Behandlung ?

Wenn eine Strafanzeige gestellt wird - und dies passiert nicht unbedingt beim ersten Mal - dann kann die Bewährung vom Untersuchungsrichter mit sofortiger Wirkung widerrufen werden.

sehe ich auch so!

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@wj2000

Dies ist nicht richtig ! - Der Haftrichter ( einen Untersuchungsrichter gibt es laut STPO seit 1977 nicht mehr ) kann auf Grund der neuen Straftat einen Haftbefehl ( Untersuchungshaftbefehl )erlassen., wenn die Voraussetzungen des § 112 STGB gegeben sind.Ein Widerruf der Bewährung setzt eine Verurteilung im einem ordentlichen Prozess voraus. Wenn jemand z.B. wegen Ladendiebst. Bewährung hat und nun ein Verbrechen begeht ( Raub,Vergewaltigung, oder Mord ) so erläßt der Haftrichter selbstverständlich Untersuchungshaftbehel gem. § 112 STGB

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