Wenn Kinder unsere Zukunft sind wie sieht dann Deutschlands Zukunft aus?

31 Antworten

Das liegt daran, dass die Menschen immer älter werden, immer länger arbeiten (das Renteneintrittsalter steigt), die Industrie, bedingt durch den technischen Fortschritt und der damit steigenden Komplexität von Aufgaben und steigenden Anforderungen, von den Fachkräften ein immer höheres Qualifikationsniveau fordern muss und diese dadurch immer länger für ihre Ausbildung brauchen.

Heutzutage wird in den meisten Berufen ein akademischer Abschluss verlangt. Die Regelstudienzeiten werden auch immer länger. Unterhalb eines Masterabschlusses (10 Semester) ist ja heutzutage kaum noch etwas zu machen.

Ich bin im Alter von 7 Jahren eingeschult worden, bin dann zur Schule gegangen und habe zunächst mein Abitur gemacht (+12 Jahre = 19 Jahre), anschließend eine verkürzte Berufsausbildung absolviert (+2 Jahre = 21 Jahre), danach ein Bachelorstudium aufgenommen und unterhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen (+3 Jahre = 24 Jahre). Dann musste ich aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt ziehen und mir dort zunächst ein Zimmer und dann eine Wohnung suchen. Außerdem half ich Freunden und Verwandten bei deren Umzug. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt (+1 Jahr = 25 Jahre) habe ich dort ein Masterstudium aufgenommen. Wenn ich das innerhalb der Regelstudienzeit absolviert hätte (+2 Jahre = 27 Jahre), wäre ich 27 Jahre alt gewesen. Nun hatte ich aber viel um die Ohren, musste mir nebenbei Geld verdienen, um das Studium zu finanzieren, musste einen Freund von mir unterstützen, der in eine schwierige Lebenslage geriet, entwickelte selbst persönliche Probleme, die ich lösen musste, konnte daher die Regelstudienzeit nicht einhalten.

Bis ich mein Studium abschließen kann, werde ich somit locker 28 oder 29 Jahre alt sein. Dabei ging es bei mir noch relativ "schnell".

  1. Ich habe 12 Jahre bis zum Abitur gebraucht. Heutzutage ist das üblich, aber zu meiner Zeit hat das üblicherweise noch 13 Jahre gedauert. (1 Jahr "gespart")
  2. Zu meiner Zeit gab es noch die allgemeine Wehrpflicht, allerdings wurde ich zum Glück ausgemustert. Heutzutage gibt es keine Wehrpflicht mehr, dafür machen einige ein freiwilliges soziales Jahr oder ähnliches. (1 Jahr "gespart")
  3. Ich habe eine verkürzte Berufsausbildung durchlaufen, die lediglich 2 Jahre in Anspruch genommen hat. 3 bis 4 Jahre sind für eine Berufsausbildung nicht unüblich. (1 bis 2 Jahre "gespart")
  4. Ich habe mein Bachelorstudium unterhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. Die meisten meiner Kommilitonen haben zwei Semester länger gebraucht, als ich, einige auch noch länger. (1 Jahr "gespart")
  5. Viele nutzen ihr Studiums für Auslandsaufenthalte, etc., wodurch sich die Studiendauer nochmals erhöhen kann, da man im Ausland, wenn überhaupt, dann oftmals wesentlich weniger Leistungspunkte erwirbt, als an der heimischen Universität. (1 Jahr "gespart")

Und schwupps, an diesen Stellen hätten locker nochmal 5 oder 6 Jahre draufkommen können und schon ist man locker Mitte 30, bis man überhaupt mal ansatzweise daran denken kann, ausreichend Geld zu verdienen, um eine Familie zu ernähren. Außerdem kosten Partnersuche und Co. ja auch Zeit (und in der Regel auch Geld).

Die gesellschaftlichen Umstände bedingen somit, dass man sich heutzutage in der Regel erst sehr spät um Dinge, wie Partnersuche, Familiengründung, etc. kümmern und auch eine Familie finanzieren kann. Um daran etwas zu ändern, müsste man die jungen Leute, die sich in der Ausbildung befinden, finanziell zumindest mit einem Facharbeiter gleichstellen. Schließlich sind diese jungen Leute auch "unsere Zukunft". Die Industrie möchte hochqualifiziertes Personal, dann soll sie die Ausbildung doch bitte auch entsprechend finanzieren und vergüten. Bislang müssen Akademiker erst einmal eine laaaange Zeit in Vorleistung gehen, sowohl hinsichtlich ihrer Arbeitskraft (die sie für ihre Ausbildung und ihr Studium einsetzen - die Ergebnisse von Seminar- und Forschungsarbeiten dürfen von den Universitäten genutzt werden - sie "sind etwas wert", werden aber in der Regel nicht vergütet), als auch finanziell, indem sie ihre Unterkunft finanzieren und ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, aber im Gegenzug aus ihrem Studium keine unmittelbaren Einnahmen haben, um dann irgendwann einmal, wenn sie mit all dem fertig sind, einen (hoffentlich gut bezahlten) Job zu bekommen. So gesehen ist die eigene Ausbildung eine Wertanlage mit hoffentlich hoher Rendite, aber eben auch hohen Investitionen und langer Laufzeit. Bis diese Rendite "ausbezahlt wird", muss die weitere "Lebensplanung" eben erst einmal verschoben werden. Wie sagt man so schön? Lehrjahre sind keine Herrenjahre!

Wenn "der Staat" junge Familien will, dann muss er genau an diesem Punkt ansetzen und an der finanziellen Situation von Menschen, die sich in einer (beruflichen oder akademischen) Ausbildung befinden, dringend etwas ändern, denn es müssen zumindest die Voraussetzungen bestehen, dass solche jungen Familien entstehen können. Nur wenn jungen Menschen während ihrer Ausbildung ein Gehalt bezahlt wird, mit dem sie eine Familie finanzieren können, dann können auch junge Familien entstehen. Bislang ist das nicht der Fall. Deswegen warten heutzutage viele, insbesondere besonders begabte und hochqualifizierte Menschen bis Mitte 30 oder 40, ehe sie überhaupt daran denken, eine Familie zu gründen.

Es ist logisch, dass, wenn die Lebenserwartung der Menschen steigt und alles andere entsprechend angepasst wird, der Renteneintritt später erfolgt und die Ausbildungszeiten länger werden, sich dann auch die Zeit für Partnersuche und Familiengründung nach hinten verschiebt. Wenn "der Staat" das nicht möchte, dann muss er aktiv dagegen steuern. Das tut er aber im Moment nicht. Junge Menschen sind nach wie vor finanziell schlechter gestellt. Wer fährt denn mit den dicken Sportwagen herum? Größtenteils Menschen höheren Alters. Die können aus den Dingern zwar kaum noch aussteigen, aber aus irgendeinem Grund können sie sie sich leisten. ;-)

Hier muss eine grundlegende Umverteilung stattfinden. Die Ausbildungszeiten müssen angemessen vergütet werden. Insbesondere muss die Vergütung anhand der Anforderungen erfolgen, somit akademische Ausbildungen, die im Moment überhaupt nicht vergütet werden, am besten bezahlt werden. Die Einstiegsgehälter müssen angehoben werden und dafür die Progressionen in der weiteren Laufbahn entsprechend flacher ausfallen, um die höheren Ausgaben am Anfang zu kompensieren. Junge Menschen müssen finanziell wesentlich besser gestellt werden, als es momentan der Fall ist, dann werden sie in diese Richtung auch wieder "fleißiger" werden.

Und glaubst du echt, dass das höhere anfangsgehalt die jungen Menschen zu Familiengründungen animieren würden ? Ich glaube nicht. Generell scheint in ihren Köpfen ein anderer Zeit- bzw Zielplan abzulaufen als das der früheren generationen. 

Ich bin der Meinung, dass viele der Spass-/Konsum- / Leistungsgesellschaft verfallen sind und diese durch das höhere Geld auch weiterhin nachgehen würden. 

Die, die wirklich ( geplante / gewollte ) Kinder haben wollen, würden sowas auch mit wenig geld machen :)

1
@GluecklicheKuh

Also ich persönlich bin 27 Jahre alt und weiß bislang nicht einmal, wie ich sexuell orientiert bin. (Siehe auch meine Fragen hier.) Ich hatte schlicht noch keine Gelegenheit, es herauszufinden. Ich war immer pflichtbewusst, karriereorientiert, habe eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Damit stellen sich die restlichen Fragen für mich noch nicht.

Ich "komme auch nicht zur Ruhe", um mich mit solchen Dingen mal wirklich zu beschäftigen und "mich selbst zu finden". Ständig gibt es irgendwo Verpflichtungen. Die Uni drückt mir "die Pistole auf die Brust", dass ich doch gefälligst schnellstmöglich abzuschließen habe.

Das ist auch eine Folge der "Bologna-Reformen", geht in den Grundzügen aber vermutlich sehr viel weiter zurück. Ich habe mal ein Plakat an unserer Universität gesehen, auf dem sinngemäß stand: "Früher hatten Studenten Zeit, sich in die Sonne zu legen, in den Himmel zu schauen und nachzudenken. Heute haben sie eine 60-Stunden-Woche und hetzen von Veranstaltung zu Veranstaltung."

Ich weiß nicht, wie es früher war, aber es stimmt, dass das "Studentenleben" heute nicht mehr das ist, was man darüber sagt (falls es so etwas jemals war). Man steht ständig unter Strom, hat längst keine Zeit mehr "für sich", dafür ständig Angst, einen der unzähligen Termine, die es auch während des Semesters gibt, nicht einzuhalten und dafür sanktioniert zu werden. So geht das nicht! Forschung ist keine "Akkordarbeit"! Lasst den Leuten angemessene Zeit (und hier denke ich im Zeitraum von Jahren, nicht von Wochen oder Tagen), sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen, ihre eigenen Interessen und Schwerpunkte zu finden, eigene Gedanken zu entwickeln, auch mal "abzuschalten", dann kommt dabei am Ende auch etwas vernünftiges heraus. Wissenschaftliche Arbeit kann man nicht unter Zwang und Zeitdruck erbringen.

Im 17. Jahrhundert hat sich auch niemand hinter Isaac Newton gestellt und gesagt: "In 6 Wochen haben Sie aber gefälligst Ihre Gravitationstheorie fertig!" - Er hat von 1665 bis 1687 (also 12 Jahre lang!) daran gearbeitet, bevor er die erste Fassung publiziert hat. Er hat sich dafür unter anderem unter einen Baum gesetzt und gewartet, bis ein Apfel herunterfällt. Und heute? Wird selbst im Physikstudium die Newton'sche Mechanik in einem halben Semester "abgerissen". Für eigene Forschungsarbeiten bekommt man ein paar Monate Zeit und man muss ständig Fortschritt vorweisen. Jede Woche ein Treffen mit dem betreuenden Professor/Dozenten, bei dem man einen bestimmten Stand vorzuweisen hat. Bloß nicht "vom Weg abweichen" und mal was ausprobieren, was eventuell für ein paar Wochen keine Ergebnisse hervorbringt. Immer schön "mit Scheuklappen durch's Leben", bloß keine Zeit zum Nachdenken lassen.

Sicher ist das ein Auswuchs unserer Leistungsgesellschaft, also letztlich des Kapitalismus. Ein Mensch muss heute eben arbeiten, wie eine Maschine, nur funktioniert ein Mensch so eben nicht. Der Mensch ist heute im Grunde kein Lebewesen mehr, sondern ein "Renditeobjekt", von dem "die Gesellschaft", letztlich also Wirtschaft und Staat, möglichst stark profitieren wollen. Möglichst viel "leisten" (korelliert Verdienst wirklich mit Leistung?), möglichst viel produzieren, möglichst viele Steuern zahlen. Das muss ein Mensch heute. Das kommt dabei meines Erachtens gar nicht unbedingt aus dem Einzelnen selbst heraus. Die Gesellschaft übt ja einen entsprechenden Druck aus, dass sich ein Mensch heute so verhält. Man kann ja gar nicht mehr anders, ohne sanktioniert zu werden, ohne um seine Zukunft, sein Ansehen, seine Existenz bangen zu müssen.

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@NoHumanBeing

Genau das sehe ich auch. Da muss aber jeder Mensch sehen, wie weit er da mitmacht. Folgt er dem Strom, und macht sich kaputt oder entscheidet er, trotz Abstriche, zu leben wie er es will.

Er wichtigste Punkt ist, erstmal zu erkennen, was ihm wichtig im Leben ist. Leben, lieben, mit allen Sinnen die Welt erleben oder im Karriererad 24 Std rennen und dennoch nie ankommen.

Karriere machen – 8 Lügen, die wir glauben

http://www.vernuenftig-leben.de/karriere-machen/

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Gute Frage! Das Problem sind tatsächlich die Kinderwunschzahlen. Die liegen nämlich da, wo unsere tatsächlichen Zahlen auch sind, bei eineinhalb Kindern im Schnitt.

Es ist nicht so, dass Kinder wirklich unbeliebt sind, doch noch mehr lieben die Deutschen sich selber. Wer Kinder will, muss auf einiges verzichten. 

Ja, es ist eine Krankheit, eine Krankheit der Gesellschaft, denn sie führt dazu, dass wir aussterben. Wenn die Frauen durchschnittlich 1,4 Kinder bekommen, halbiert sich alle zwei Generationen die Anzahl der Neugeborenen. Die 1,4 stehen schon seit 1975, das sind schon fast zwei Generationen. Es gibt heute schon zu wenig junge Frauen, die Kinder bekommen könnten und die bekommen auch wieder zu wenig.

Unsere Zukunft zeichnet sich doch schon ab. Wir sind seit 1975 auf ständige Zuwanderung angewiesen, Zuwanderung, die ständig höher werden muss. 

Das Problem lässt sich nicht durch irgendwelche Zuschüsse regeln. Heute kommt ein großer Teil der jungen Leute schon aus Ein-Kind-Familien, die können sich nichts anderes vorstellen. Was völlig fehlt, den Schnitt aber retten könnte, wäre der Wunsch nach drei oder noch mehr Kindern. Will niemand mehr. 

 

Will doch wer, kollidiert allerdings ganz oft mit Karriereplänen ... entweder Unabhängigkeit oder Kinder ...

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Ja, es ist eine Krankheit, eine Krankheit der Gesellschaft, denn sie führt dazu, dass wir aussterben.

Das ist angesichts von inzwischen 7.4 Milliarden Menschen auf dieser Welt beim besten Willen nicht zu erwarten. Wir werden eher an Überbevölkerung sterben, als wegen Kinderarmut auszusterben. Auch der "Kindermangel" in Industrienationen wird durch die Einwanderung locker kompensiert und ob ein Kind nun "deutschen" oder "ausländischen" Ursprungs ist, ist doch nun sowas von egal. Rassenidiologien dürften sich ja inzwischen hinlänglich als falsch herausgestellt haben.

Wenn Du mehr Kinder forderst, musst Du auf der anderen Seite die Lebenserwartung der Menschen reduzieren, sonst läufst Du in den absoluten Kollaps hinein. Die aktuelle Weltbevölkerung ist schon viel zu viel. Uns geht es noch einigermaßen "gut", aber schau mal wo anders in der Welt: Nur Krieg und Elend. Warum? Weil manche Ressourcen knapp sind und es immer mehr Menschen gibt, auf welche sie verteilt werden müssen.

Man sagt, dass die "ideale Population" bei etwa 1 Milliarde Menschen liegt. Eine solche Population könnte dauerhaft von den natürlichen Ressourcen "getragen werden", ohne dass irgendwo ein Mangel entstünde. Wir müssten vielmehr früher sterben, anstatt noch mehr Kinder zu bekommen, aber das ist natürlich unpopulär.

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@NoHumanBeing

Würde die Ressourcenverteilung richtig ablaufen, würde kein Mangel in den abbauländer herrschen. Die reichen Länder schnappen sich aber die ressourcen der armen Länder und verursachen bzw verstärken ihre Armut.

Auch Bildung gibt man den armen Ländern zu wenig, da reiche länder durch Menschen mit geringer Bildung und ressorcenklau ihren reichtum wachsen lassen können.

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@GluecklicheKuh

Würde die Ressourcenverteilung richtig ablaufen, würde sicher kein dermaßen gravierender Mangel in den "Abbauländern" herrschen, aber wir in "der westlichen Welt" könnten unseren heutigen Lebensstandard vermutlich nicht halten.

Gäbe es nur noch eine Milliarde Menschen auf der Erde, könnte jeder einzelne von ihnen dauerhaft so leben, wie heutzutage ein wohlhabender Mensch in einer großen Industrienation lebt.

Das ist der Unterschied.

Ich möchte nicht nur, dass jeder Mensch "irgendwie überleben kann", sondern ich möchte für jeden einzelnen Grundbesitz, Immobilienbesitz, Mobilität, beste medizinische Versorgung, höchstes Bildungsniveau, beste technische Ausstattung, etc. und das alles dauerhaft, also nicht "auf Pump", auch nicht "auf Pump" gegenüber unserem Planeten, d. h. es dürfen nur Ressourcen verbraucht werden, die auch genügend nachkommen (somit z. B. keine fossilen Brennstoffe) und nur Substanzen anfallen, die durch natürliche Prozesse abgebaut werden können und das ökologische Gleichgewicht nicht gefährden (z. B. keine radioaktiven Substanzen, keine Schwermetalle, etc.).

Das ist eine wesentlich schärfere Forderung, die sich (angeblich) nur bis zu einer Population von einer Milliarde Menschen dauerhaft umsetzen lässt. Eine Population von einer Milliarde Menschen könnte dauerhaft auf diesem Planeten in Wohlstand leben, ohne einen Mangel zu erleiden oder sich selbst die Lebensgrundlagen zu entziehen.

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@NoHumanBeing

Man sagt, dass die "ideale Population" bei etwa 1 Milliarde Menschen liegt. 

Also ich sage das bestimmt nicht. Den stärksten Anstieg der Weltbevölkerung hatten wir in den 70ern. Seitdem verlangsamt sich jedes Jahr der Zuwachs. Läuft es so weiter wie bisher, werden wir noch in diesem Jahrhundert das Maximum erreichen, irgendwo bei 9 Milliarden.

Den 7 Milliarden heute geht es besser als je einer Weltbevölkerung vorher, obwohl die weniger waren. Und das sogar bei wachsenden Wäldern und weniger Landverbrauch durch verbesserte Anbaumethoden.  

Auch den sogenannten Drittweltländern geht es immer besser. Das Zauberwort dort heißt Entwicklung, zuerst sichere Vorsorgung mit Energie, damit sie ihre Wälder nicht mehr zum Kochen abholzen müssen. Gibt es erst die Möglichkeit, Geld zu verdienen, gehen auch dort die Geburtenraten zurück, was sie nebenbei jetzt schon ständig tut. Nur in ein paar afrikanischen Ländern und in Afghanistan ist sie noch sehr hoch. 

Und nein, eure These, dass der Westen seinen Wohlstand der Ausbeutung verdankt, lässt sich nicht halten. Wir treiben Handel, von dem immer beide Seiten profitieren können oder könnten. Wir sind nicht für alles in der Welt verantwortlich.

 

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@FelixLingelbach

"Wir treiben Handel, von dem immer beide Seiten profitieren können oder könnten."

Beispiele dafür?

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@Luksior

Syrien z. B. Syrien verkauft Erdöl und natürlich haben wir es bezahlt. Die Syrer haben investiert. Mit Wasserbau haben sie neue landwirtschaftliche Flächen gewonnen, Verwaltung; Infrastruktur, alles das haben sie sich leisten können. Gerade weil sie aber dieses Geld hatten, sind sie heute nicht mehr wettbewerbsfähig und überbevölkert, seit 1950 hat sich die Einwohnerzahl vervierfacht. In Bildung und Wirtschaft wurde nicht investiert. Schuld des Westens?

In Afrika. Während Ghana und Kenia, beide haben keine nennenswerten Bodenschätze, um den Titel 'fortschrittlichstes Land Afrikas' ringen, hat das Ölland Nigeria massive Probleme, wieder mit zu viel jungen Männern, die nicht gebraucht werden.

Die iPhones werden von Chinesinnen zusammengebaut unter Bedingungen, die bei uns völlig indiskutabel wären. Doch hat apple diese Frauen gezwungen? Die hätten auch in ihrem Dorf ihr Auskommen gehabt, nur halt kein Geld (und kein chinesisches Smartphone).

Die Zeiten des Kolonialismus sind doch zum Glück vorbei. Und wenn doch mal jemand sich wie ein Kolonialist aufführt in Papua-Neuguinea, dann weiß das morgen die ganze Welt. 

2

Warum sind Kinder in unserer Gesellschaft so unbeliebt?

Weil sie ein lästiger Klotz am Bein sind, wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der Karriere, Status und Geld im Mittelpunkt stehen. Letztere drei Aspekte werden durch ein Kind, das viel Zeit und Mühe kostet, behindert.

Es ist eindeutig erkennbar, dass ein Großteil der Eltern ihre Erziehungspflicht an Bildungsinstitutionen abgeben wollen. Die Offene Ganztagsschule (OGS) vor Ort ist 2005 eröffnet worden, damals wurden dort 30 Kinder betreut. Heute sind es 120 Kinder. Wenn es nach dem Wunsch vieler Eltern ginge, dann würden OGS-Einrichtungen ihnen die Kinder morgens um 7 Uhr abnehmen und abends um 19 Uhr zurückgeben. Mehr als Gute-Nacht zu sagen und sie morgens zu wecken, müssten sie dann nicht machen in der Woche. Nur am Wochenende wird dann was unternommen. Frei nach dem Motto: "Die lästige Erziehungsaufgabe sollen die Institutionen erledigen. Wir möchten nur die netten Freizeitmomente mit unseren Kindern auskosten, in denen wir möglichst wenig Stress haben."

Witzigerweise ist das große Paradoxon in unserer Gesellschaft, dass sich der ganze Individualismus, die Selbstinszenierung, wir alle als unsere kleine "Ich-AG", gleichzeitig auch über ein idealistisches Familienbild definiert. Im Prinzip wollen schon die meisten Paare Kinder haben, das gehört zur idealistischen Familie dazu. Aber, siehe oben, bitte nur, wenn man keine lästigen Erziehungsaufgaben übernehmen muss und die Karriere nicht behindert wird.

Ich möchte nicht alles schwarz reden, wie andere User schon geschrieben haben, gibt es zweifellos auch positive Aspekte. Ein "kontrolliertes und überlegtes" Kinderkriegen ist prinzipiell besser, als unkontrolliert Nachwuchs zu werfen. Man schaue sich nur mal die globale Lage an, z.B. in Ländern wie Indien oder Brasilien, Stichwort Überbevölkerung. Ich bezweifle allerdings, dass bei dem Wirtschaftssystem, das momentan die Welt beherrscht, humane und soziale Aspekte jemals die Oberhand gewinnen können. Solange Geld einen Selbstzweck darstellt, solange die Gier nach unermeßlichem Besitz- und Reichtum angefächert wird... solange ist auch eine Skrupellosigkeit präsent, die das unsägliche Leid ausblendet und die Menschlichkeit in den Hintergrund stellt. Gier, Angst, Egoismus und Skrupellosigkeit sind die Triebwerke des gegenwärtigen Wirtschaftssystems. Eine Welt, in der es mehr soziale Gerechtigkeit, mehr soziale Wärme und somit auch mehr Kinderfreundlichkeit gibt, braucht ein anderes Wirtschaftssystem.

LG


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Habe ich reelle Chancen?

Gruß

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