Wenn jemand offen über eine Sache spricht, ist es dann eher, dass derjenige dann diese Sache auch selbst tut bzw. tun würde?

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2 Antworten

Bekannt ist die Tatsache, dass Menschen bei moralisch tabuisierten Problemen besonders aggressiv reagieren und vermeintliche "Täter" extrem hart bestrafen wollen, wenn sie selbst von diesem Problem betroffen sind, aber ständig dagegen anarbeiten müssen. Wer also z.B. häufig von pädophilen Phantasien gedanklich bedrängt wird, disbezügliche Handlungen für sich aber stark zu verdrängen sucht, der wird in den Fällen, wo er etwa von Übergriffen katholischer Lehrer in kirchlichen Internaten hört, sich extrem aufregen und härteste Verfolgung, Aufklärung und Bestrafung der Missetäter fordern.

Wenn man dieses Phänomen nun in abgemilderter Form vorliegen hat, sollte deine Frage mit einem "durchaus denkbar" beantwortet werden. Das offene Ansprechen einer tabuisierten Problematik ist ja auch eine Frage der Verarbeitung, also eine Art Psychotherapie, die man sich selbst angedeihen lässt. Die "Sache" wird also nicht totgeschwiegen, nicht verdrängt, kann folglich im Unbewussten keine Eigendynamik entfalten, weil sie offen diskutiert wird. So wird auch ihr Schrecken partiell kompensiert. Man spricht über die darunter leidenden Leute, ihren Weg in das Leiden, die Versuchung- und Versagungssituationen, ihr Ankämpfen gegen die andrängenden Impulse, vielleicht auch über ihre therapeutischen Bemühungen zur Bekämpfung des Leidens, die Verarbeitung der Thematik in der Literatur und im Film und gewinnt selber dann eine größere Souveränität im Umgang damit.

Ich finde deine Argumentation sehr fragwürdig.

Ich bin der Meinung, dass man über jedes Thema offen sprechen können sollte. Ob das Mord, Vergewaltigung oder Steinigung ist. Inzest, Pädophilie oder Homosexualität. Es gibt keine Themen die so "schlimm" sind, dass man sie nicht ansprechen darf.

In dem Moment in dem du jemanden verurteilst, weil er ein Thema anspricht welches dir nicht behagt entziehst du dich dem Gespräch und einem rationalen Diskurs. 

Der Scherz mit den 2 9-jährigen ist natürlich Schwarzer Humor und das gefällt nicht jedem, aber dem Erzählenden Pädophilie zu unterstellen ist Quatsch.

Inzest war lange Zeit absolut nichts verwerfliches und in weiten Teilen des Adels sogar normal und fast schon Standard. Erst mit der Erkenntnis, dass die daraus hervorgehenden Kinder mit genetischen Schäden zur Welt kommen können wurde es verpönt.

Es ist nicht üblich, dass sich Bruder und Schwester ineinander verlieben, aber das ist durchaus möglich. Ich finde es auch heute noch falsch das unter Strafe zu stellen. Ich sehe kein Problem darin, wenn sich Geschwister lieben und ihr leben miteinander verbringen wollen. Es ist natürlich schwer nachzuvollziehen und ruft teilweise Ekel hervor, aber keinesfalls ein unhaltbarer Standpunkt.

Selbst, wenn das Risiko für genetische Schwächen bei den Nachkommen größer ist, so ist das für mich kein Grund Inzest zu verbieten, solange es gleichgestellte Familienmitglieder betrifft. Also Bruder Schwester Cousine, nicht aber ein Autoritätsverhältnis wie Vater und Tochter. Zwergenwüchsige oder Leute mit anderen genetischen Defekten haben ja auch kein generelles Verbot zur Fortpflanzung.

Das Inzestverbot in Deutschland beruht auf der gleichen Grundlage wie das Verbot der Homosexualität. Nämlich auf dem Christlichen Glauben und der "Heiligkeit" der Ehe. Das Argument ist für mich in einer aufgeklärten Gesellschaft wie unserer nicht mehr haltbar.

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