Wenn jemand einem noch Geld schuldet, sich aber am Telefon verleugnet, darf man diese Person zuhause oder z.B. auf der Arbeitsstelle aufsuchen?

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8 Antworten

Hallo,

natürlich darfst Du die Schuldnerin zu Hause oder  - bedingt -  auch am Arbeitsplatz aufsuchen. Das hat auch mit dem Verleugnen am Telefon nichts zu tun, da dies ohenhin nicht justitiabel ist.

Du mußt aber eben wirklich sehr aufpassen, dass Du Dich deeskalierend verhältst und nicht in ein ungünstiges Licht gerätst. Der Übergang zur Nätigung, Bedrohung und zum Hausfriedensbruch ist fließend. Man braucht eine gewisse Prfessionalität dafür. Das kann nicht jede/r machen.

Bin selbst weit über 20 Jahre in so einem Beruf tätig. Mir eilt ein gewisser abschreckender Ruf voraus. Mein Geheimnis besteht darin, dass ich alles so bißchen ins Lächerliche ziehe, also immer sehr viel Humor habe und dem Schuldner zu verstehen gebe, dass ich ihn so akzeptiere, wie er ist. In der Sache, was die "Vollstreckerei" selbst betrifft habe ich noch einige andere andere Geheimnisse, die ich hier nicht alle aufschreiben kann. Es ist auch sehr komplex und im Grunde sehr vorteilhaft, wenn man in der Juristerei nicht so ganz neu ist.

Eine Sache ist aber ganz grundsätzlich wichtig. Egal worüber Du mit der Schuldnerin sprichst, sie verrät immer etwas über sich dabei. Du mußt es nur finden und richtig auslegen. Also auch Menschenkenntnis und Psychologie haben mir immer viel geholfen. Wenn es beim Schuldnerums Bezahlen geht, ist dies keine rationale Entscheidung im Kopf, sondern eine Bauchentscheidung.

Dies sind einige sehr wichtige Grundsätze, die man kennen und ständig im Blick haben muß.

Am Arbeitsplatz kann man den Schuldner nur sehr eingeschränkt aufsuchen, da die Zeit, die er dort verbringt, nicht ihm gehört, sondern seinem Arbeitgeber.
Wenn Du es übertreibst, verliert der Schuldner seine Arbeit und hätte einen möglichen Schadensersatzanspruch gegen Dich und im Übrigen setzt Du Dich moralisch sehr stark ins Unrecht. Ich weiß auch nicht, ob Du noch schlafen könntest, wenn jemand wegen Dir seine Arbeit verloren hat.

Es ist also eine grundsätzlich andere Sache, ob Du den Schuldner zu Hause aufsuchst oder am Arbeitsplatz. Du mußt also auch Verantwortung übernehmen.

Viele Grüße Vollstreckerin

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Davon würde ich dir abraten, weil die Sache grenzwertig werden könnte. Auf dem Arbeitsplatz aufsuchen, das würde ich nicht vorschlagen. Hier hat der Schuldner seine Pflicht zu erfüllen. Dann kannst du nicht ganz einfach ein fremdes Betriebsgelände betreten. Da könntest du schon erste Probleme bekommen. Zuhause kannst du ihn aufsuchen. Er muss dir aber nicht öffnen. Wenn der Schuldner zahlungsunwillig ist, wirst du auf beiden Wegen nichts erreichen. Weder bei einer Ansprache auf dem Arbeitsplatz, noch bei einem Hausbesuch. Da du aber eine ladungsfähige Adresse des Schuldners hast, du deine Forderung zweifelsfrei nachweisen kannst, dann veranlasse doch einen Mahnbescheid. Das ist eigentlich der richtige Weg und du läufst nicht Gefahr, gegen irgendwelche Gesetze zu verstossen, was ganz schnell passieren kann, wenn man die Regeln nicht kennt. Also Mahnbescheid bei Gericht oder über einen Anwalt veranlassen. Da wird der Schuldner reagieren. Reagiert er auf den Mahnbescheid nicht, folgt der Vollstreckungsbescheid. Sobald ud diesen hast, kannst du pfänden lassen. Wenn er ohne Habe ist und du weisst wo der Schuldner arbeitet, wäre eine Lohnpfändung möglich. Riskiere da nichts, was dich in die Petroullie kommen lässt. 

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Du kannst bei dem Menschen klingeln aber er kann dich wegschicken und muss dir nicht aufmachen.

Du musst bei sowas aufpassen dich nicht selber strafbar zu machen, z.B. durch Nachstellung.

Könntest du den Anspruch belegen?

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Kommentar von Schwampel
25.06.2016, 15:57

wenn jemand aber z.B. einmal auf seiner arbeitsstelle auftaucht, macht er sich doch nicht gleich wegen nachstellung strafbar, oder?

wie sieht das aus, wenn die person gefragt wird, warum sie mit ihm sprechen möchte, und sie eben erwidert, dass sie noch schulden bei ihr hätte und sich am telefon verleugnet?

ja, kann die ansprüche kann die person größtenteils belegen.

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Auf der Arbeitsstelle braucht mer nicht mit dir zu reden. Denn da ist er ja zum Arbeiten und nicht für Privatgespräche. 

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Also ich finde es nicht schlimm wenn du zu der Person nachhause gehst und mit ihm/ihr darüber sprichst.

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Wenn er am Telefon nicht erreichbar ist, bzw. nicht mit dir sprechen will, dann will er das noch viel weniger, wenn du ihn "überfällst". Am Arbeitsplatz?! Ein absoluter Nogo und Grund für eine Anzeige wegen Stalking! Zeugen hätte er dann genug. Und an der Wohnungstür klingeln, im Wissen, dass er dich nicht sprechen will, könnte als Hausfriedensbruch gewertet werde. Wenn er dir Geld schuldet und es nicht zurückzahlt, musst du ihn unter Fristsetzung mahnen, wenn er nicht reagiert, betreiben, bzw. ein Mahnverfahren über das Amtsgericht anmelden. Ich hoffe, du hast irgendwas Schriftliches, sonst könnte er es theoretisch abstreiten. Aber mit "Selbstjustiz" wirst du dir die Finger verbrennen.


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Kommentar von Schwampel
26.06.2016, 16:13

Derjenige hat ihn am Telefon angerufen und an den Apparat bekommen, aber er sagte, er wäre nicht die Person und kenne sie nicht. Insofern hat er nicht gesagt, dass er nicht gesprochen werden will.

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Nein, die Person hat das Hausrecht. Die Person ist nicht verpflichtet, ihm aufzumachen oder mit ihm zu sprechen.

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Kommentar von josef788
25.06.2016, 15:46

ausser mir. mir müssen die leute aufmachen wenn ich in uniform auftauche

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ja, aber braucht dich nicht rein lassen und auf der arbeitsstelle könnte es tatsächlich ärger geben

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Kommentar von Schwampel
25.06.2016, 15:52

welchen ärger denn?

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