Wenn ich persönliche Dinge des Erblassers entnehme und das Erbe dann ausschlage, ist das rechtens?

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7 Antworten

Es hat nicht der Vermieter zu entscheiden, wer in die Wohnung eines verstorbenen Mieters oder Mieterin darf.

Wenn ein Erbe ausgeschlagen wird, fällt es dem nächsten Erbberechtigten zu. Wenn es keine weitere natürliche, erbberechtigte Person gibt, dem Staat. Demgegenüber steht das Vermieterpfandrecht. Er kann sich aus den Gegenständen, die in der Wohnung sind, bedienen, also seine Ansprüche damit abdecken, aber auch nicht mehr. Sollten also in der Wohnung wertvolle Antiquitäten sein, die teilweise auch noch als Golddepot dienen, kann der Vermieter nur so viel von den Wertsachen nehmen, wie er Forderungen geltend machen kann. Wie das in der Praxis genau umgesetzt wird, weiß ich allerdings nicht.

Genauso, wie der ausschlagende Erbe, der doch noch ein gewisses Interesse an bestimmten Sachen hat, darf sich auch der Vermieter nicht einfach zum Herrn über den gesamten Nachlass, der noch in der Wohnung ist, aufspielen

Er braucht, um die Wohnung betreten zu können und das Pfandrecht ausüben zu können, wozu auch die Verwertung gehört, die Erlaubnis des
Nachlassgerichts. Nun kann er anfangen, die Wohnung auszuräumen. Sinnvollerweise macht er eine Liste und Bilder zu allen Einrichtungsgegenständen und sondert alles ab, was an evtl. verwertbaren Gegenständen und auch an Dokumenten noch vorhanden ist.

Dann könnte er Dich unter Aufsicht ran lassen, sodass Du Dir aussuchen kannst, was Du haben willst. Sinnvollerweise listet er auf und fotografiert, was Du bekommen hast und Du unterschreibst ihm die Liste. Für seinen Aufwand solltest Du ihn durchaus auch entschädigen.

Alles, was nicht verwertbar ist, wird er entsorgen und danach zusehen, dass er durch Verkäufe möglichst viel erlösen kann. Reicht der Erlös aus, um seine Forderungen zu decken, wäre die Sache damit erledigt. Erlöst er aber wesentlich mehr, müßte er theoretisch das überschüssige Geld abliefern, denn es gehört dem Staat.

Soweit zur Theorie. Wie das dann in der Praxis aussieht, darüber solltest Du Dich beim Nachlassgericht informieren. Für Dich ist vor allem wichtig, dass Du erst an die Sachen ran kannst, wenn das Erbe ausgeschlagen ist und wenn es Dir der Vermieter erlaubt.

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Du darfst nur die Dokumente mitnehmen wenn du das Erbe nicht annehmen möchtest. Am besten machst du das in Anwesenheit der Vermieters und eventuell eines Zeugen. Persönliche Erinnerungsstücke darfst du NICHT mitnehmen. Eigentlich darfst du gar nicht mehr in die Wohnung bis die Erbfrage geklärt ist. Wenn der Vermieter allerdings einverstanden ist das du noch die Dokumente dort raus holst, mit denen er eh nichts anfangen kann, ist das noch ok. Aber sonst darfst du nichts aus der Wohnung entfernen.
Wenn der Vermieter dir das ein oder andere Erinnerungsstück freiwillig überlässt ist es auch ok.
Als meine Oma damals gestorben ist durfte ich erst in die Wohnung als ich den Erbschein vorgelegt habe. Rechtlich gesehen hast du also dort nichts zu suchen so lange du die Erbschaft nicht nachweist. Bei Ausschlagung des Erbes musst du dich halt mit dem Vermieter einigen ob er dich dort rein lässt.

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Kommentar von Apolon
28.06.2016, 14:27

 Du darfst nur die Dokumente mitnehmen wenn du das Erbe nicht annehmen möchtest.

Das glaube ich mal nicht, denn auch ein Fahrzeugbrief fällt unter den Begriff Dokumente. oder auch sonstige Besitzurkunden.

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 Wenn ich persönliche Dinge des Erblassers entnehme und das Erbe dann ausschlage, ist das rechtens?

Wenn es sich bei den persönlichen Dingen um Wertsachen, Bargeld usw. handelt ist dies nicht rechtens.

Wenn es sich dagegen z.B. um Fotos, Tagebücher, und sonstige nicht wertvolle Erinnerungsstücke handelt, dürfte nichts dagegen stehen.

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Kommentar von Anna1230
28.06.2016, 15:42

Dürfte es nicht, ist aber leider nicht immer so. Manchmal stellen sich Vermieter auch quer und wollen selber erst schauen ob auch wirklich nichts wertvolles da ist bevor sie irgendetwas raus rücken

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Persönliche Dinge, also Andenken an den Verstorbenen, wird dir niemand streitig machen. Diese sind ja für eine Verwertung wertlos.

Etwas anderes ist es, wenn es sich z.B. um Schmuckstücke handelt.

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Kommentar von jenshiller
28.06.2016, 22:33

Der Hans wird gefragt, was er dazu sagt:

"Mit Ausschlagung bist du so gestellt, als ob du nie Erbe warst. Damit

hast du keinerlei Nachlassgegegnstände an dich zu nehmener, auch nicht
solche, die deiner Ansicht nach keinen materiellen Wert besitzen.

Das erfüllt andernfalls den Tatbestand der Untreue, § 266 StGB."

Was denkst du?

Dinge entnehmen oder lieber sein lassen?

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Ich kenn es von einem Erbschaftsstreit bei uns so: wir durften nicht rein um persönliche Sachen zu holen. Es ging dabei um die tagebücher des Verwandten, er hatte mal gesagt,d ass er nicht will, dass der andere Familienteil sie liest.


Das war die Theorie.


ich gebe zu: mein Dad ist rein und hat sie geholt. In Anwesenheit einer Anwältin.

Trick 17 bei einem alten Bauernhaus. offiziell wusste sie erstmal von nichts.


Den Rest gabs erst, nachdem wir durch 3 Instanzen schlußendlich gewonnen haben.


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Mit Ausschlagung bist du so gestellt, als ob du nie Erbe warst. Damit hast du keinerlei Nachlassgegegnstände an dich zu nehmener, auch nicht solche, die deiner Ansicht nach keinen materiellen Wert besitzen.

Das erfüllt andernfalls den Tatbestand der Untreue, § 266 StGB.

Es bleibt dir nichts anderes übrig als die dir rechtsnachfolgenden Erben zu bitten, diese nicht verwertbaren Erinnerungsstücke herauszugeben.

G imager761

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Kommentar von jenshiller
28.06.2016, 22:30

Hi,

danke für die Antwort.

Ich frage nochmal nach, da ich viel anderes gelesen habe, jedoch ein falsche Aussage nicht besser wird, wenn sie mehrfach wiederholt wird.

Wenn ich Kinderfotos, Kontoauszüge des Verstorbenen oder Rentenpaiere aus der Wohnung entferne, ist das verboten?

Ich hoffe, die Frage konkret genug gestellt zu haben.

Danke

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Wenn du das Erbe ausschlägst, darfst du auch nichts vorher mitnehmen.

Wie verhält es sich denn mit dem Zugang zu diesen persönlichen Dingen und wer würde dann Erbe, wenn du ausschlägst? Wenn der Erbe, der nach dir an der Reihe wäre, das Erbe antritt, kannst du ihn natürlich um diese persönlichen Dinge bitten. Wenn es dann einen Nachlassverwalter gibt, weil sonst kein Erbe mehr vorhanden ist, kannst du auch den bitten. Aber einfach einstecken und dann das Erbe ausschlagen, geht nicht. Wenn du ausschlägst, bist du nie Erbe gewesen und hast keinerlei Ansprüche, allerdings auch keine Verpflichtungen mit Ausnahme ev. Bestattungskosten, sofern es sich bei dem Verstorbenen um einen nahen Angehörigen handelt.

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