Wenn ich jemanden versuche umzubringen weil er versuchte mich umzubringen, mache ich mich dann strafbar, und wäre es dann mord oder Totschlag?

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8 Antworten

Deine Frage kann man pauschal nicht eindeutig beantworten. Es kommt ganz genau darauf an, was im Einzelfall im Detail passiert ist.

Grundsätzlich kann man aber folgendes sagen:

Wenn du mit Tötungsvorsatz jemanden umbringst, dann liegt tatbestandlich entweder ein Totschlag oder ein Mord vor. Mord wäre es nur dann, wenn du durch die Tötung auch noch ein Mordmerkmal des § 211 StGB verwirklichst (zB Habgier, Mordlust, Verdeckung einer anderen Straftat).

Wenn du jemanden umbringst, um damit einen Angriff seinerseits abzuwehren, dann ist das aber (in der Regel) durch Notwehr gerechtfertigt. Das bedeutet, dass zwar die tatbestandlichen Voraussetzungen für eine Strafbarkeit wegen Mordes oder Totschlags vorliegen, deine Tat aber gerechtfertigt ist, dh du dich nicht strafbar gemacht hast.

Voraussetzung für eine Rechtfertigung wegen Notwehr ist allerdings, dass tatsächlich eine Notwehrlage vorlag. Das bedeutet, dass ein rechtswidriger und gegenwärtiger Angriff vorliegen muss. Ist der Angriff schon vorbei und du übst sozusagen Selbstjustiz, dann ist das nicht mehr durch Notwehr abgedeckt - du würdest dich strafbar machen. Greift dich also jemand an und versucht dich umzubringen, die Sache scheitert und er rennt weg, dann würdest du dich wegen Totschlags (oder bei Verwirklichung eines Mordmerkmals wegen Mordes) strafbar machen, wenn du den (jetzt wegrennenden) Angeifer erschießt.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten. Die strafrechtliche Bewertung einer Tat kann eigentlich immer erst dann vorgenommen werden, wenn man alle Details kennt. Pauschale Aussagen können kaum getroffen werden, denn es kommt immer auf den Einzelfall an - und da eben auf kleine Details, die den entscheidenden Unterschied ausmachen können.

wenn du ihn aus Rache umbringen willst, wenn keine konkrete Gefahr mehr für Dein Leben oder Deine Gesundheit besteht, dann begehts du einen Mord oder Mordversuch.

Wenn du in Notwehr handelst, um Gefahr von Dir oder anderen abzuwenden, dann darfst du im Prinzip alles, um die Bedrohung zu stoppen, es gibt sogar einen Paragrafen, nachdem sogar der Notwehrirrtum nicht strafbar ist (also wenn Du nur denkst in Lebensgefahr zu sein, z.B. wenn dich jemand mit einer falschen Pistole bedroht und du schlägst mit dem nächsten greifbaren Gegenstand zu).

Notwehr: Die Abwehr eines tatsächlich stattfindenden Angriffs durch alle zur Verfügung stehenden Mittel. Hier muss jedoch die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben das heißt wenn dich einer ohrfeigt dann darfst du nicht die nächste Pistole nehmen und ihn erschießen.

Ist die Situation vorüber und der Angriff ist abgewehrt können alle weitere Taten von dir sanktioniert werden.

um bei der Hyptothese zu bleiben. Einer hält dir ein Messer an die Kehle und du bekommst ein weiteres Messer zu fassen. wenn du ihn in dieser Situation erstichst ist das durch Notwehr gedeckt. Gilt auch Fall den Angreifer ein anderer ersticht, nennt man dann nur Nothilfe.

Der Angreifer liegt nun am Boden. Wenn du jetzt nochmal zustichst (um ihm den Rest zu geben) ist das nicht mehr durch Notwehr gedeckt und du hast dich eines Totschlags schuldig gemacht. Wenn nun noch Mordmerkmale hinzukommen dann (Niedrige Beweggründe, Heimtücke, Verdeckungsabsicht) dann lautet die Anklage auf Mord.  

 

Also teilweise glänzen die Antworten hier wirklich vor Halbwissen!

Notwehr ist es nur, wenn die entsprechende Lage vorliegt, wie Friedel1848 so richtig dargestellt hat.

Allerdings gehört zu Notwehr immer noch der Notwehrwille, also die innere Einstellung des Täters eben gerade zu handeln um sich selbst zu retten. 

Also wenn du schreibst, dass du jemanden umbringst weil er versuchte dich zu töten, dann handelst du ja nicht mehr in dem Willen.

Außerdem ist dann die Lage sowieso nicht gegeben, weil der Angriff ja vorbei ist, wenn du von ihm in der Vergangenheit redest.

Wenn du planst ihn vorzukommen und ihn zu töten bevor er dich tötet ist es Mord oder Totschlag.

Wenn du ihn während des Mordversuch tötest, zur Selbstverteidigung, dann ist es Notwehr.

Also einiges was ich hier lese ist echt müll
Sorry das so zu sagen aber Nein, das ist keine Notwehr eher Selbstjustiz

Wenn du ihn aus Rache umbringst und er in dem Moment keine unmittelbare Gefahr für deine oder die Gesundheit anderer darstellt ist es Mord oder Totschlag.

Anders sieht es aus wenn er dich doch gerade angreift, wenn du ihn ZUR VERTEIDIGUNG verletzen musst und das nicht mehr als gerechtfertigt ist es Notwehr

Notwehr. Wenn es im Mord endet ist es nun mal unglimpflich ausgegangen. Müsstest wohl möglich mit Untersuchungshaft rechnen dann, aber das wird dann entschädigt wenn bewiesen wird das es Notwehr war. 

drehhmoment 04.07.2017, 11:47

Damit kommst du vor Gericht nicht durch.


Zumalen er sagt "er versucht ihn dann umzubringen" das ist Mord.

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MisterParkinson 04.07.2017, 12:06
@thefreack03

schon mal etwas von subjektiven und objektiven Tatbestand gehört? oder etwas von einer bestimmten Reihenfolge gehört, in der man so etwas prüft?

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Notwehr

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