Wenn ich die Erlaubnis bekommen habe ein Gespräch mitzuschneiden, darf mein Gesprächspartner, ohne mich zu fragen, auch mitschneiden?

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3 Antworten

Nein, das darf er bei einem nichtoeffentlich gesprochenem Wort nicht. Wenn er es dennoch macht, koennte er dem 201 StGB zuwiderhandeln.

Nein, allein deine Erlaubnis für den Anderen stellt keine automatische Erlaubnis für dich dar: Die muss auch der Andere geben. Also, naja, du weißt ja, wierum du fragtest.

priesterlein 30.08.2015, 07:30

Aber: Solange nichts veröffentlicht wird, darf der Teilnehmer mitschneiden was immer er will. Die Erlaubnis betrifft nur Telefonate, die Rechtssicherheit herstellen und somit auch öffentlich gemacht oder Dritten mitgeteilt werden können.

"Nimmt man aber ein Gespräch auf, an dem man selbst beteiligt war, ist man erst strafbar, wenn man das Gespräch später einem Dritten, für den die darin gemachte Mitteilung nicht bestimmt war, zugänglich macht."

Eine Beispielquelle: http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/749487/Nur-eigene-Gespraeche-sollte-man-abhoren

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furbo 30.08.2015, 07:45
@priesterlein

Mir erschliesst sich nicht, warum auf das österreichische Recht verwiesen wird. Der Fall dürfte sich doch im deutschen Rechtsraum abspielen.

Das deutsche StGB sagt jedenfalls was anderes:

§ 201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt

1.
das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
2.
eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt

1.
das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder
2.
das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.

Die Tat nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen. Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.

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priesterlein 30.08.2015, 08:02
@furbo

Ich habe ein Beispiel genannt und laut deinem isolierten Gesetz ist auch eine Erlaubnis nicht dazu geeignet, die Strafbarkeit aufzuheben.

Eine Erlaubnis gilt allerdings als ein Vertrag und der steht da drüber. Weiterhin kann niemand die persönliche Aufnahme anklagen, falls sie nie einem Dritten zu Ohren kommt oder darüber geredet wird: Denn es weiß niemand davon.

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furbo 30.08.2015, 11:04
@priesterlein

Die Systematik unseres Strafrechts hat sich dir offensichtlich nicht erschlossen. Man kann durchaus auf Rechte verzichten und diese Erlaubnis hebt die Strafbarkeit auf. Man nennt es dann "Einwilligung des Verletzten".

Wäre es nicht so, müsste jeder Arzt, der seinem Patienten eine Spritze verpasst, wegen KV verurteilt werden.

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priesterlein 30.08.2015, 16:07
@furbo

Genau das hatte ich geschrieben, liest du überhaupt oder verfolgt diese Diskussoin irgend ein Ziel in Zusammenhang mit der Frage? Bitte beantworte diese rhetorische Frage nicht wenn du wieder nur etwas schreiben willst, was sowieso schon geschrieben wurde.

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furbo 30.08.2015, 19:46
@priesterlein

Du gibst hier eindeutig falsche Rechtsauskünfte.

Wie einer meiner Rechtsprofessoren gerne sagte: ein Blick in's Gesetz erspart dummes Geschwätz.

Solltest du auch mal ins Gesetz gucken.

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AalFred2 31.08.2015, 11:17
@priesterlein

Kannst du nicht lesen? In furbos isoliertem Gesetz steht doch ganz eindeutig "wer unbefugt". Das heisst ein erteilte Befugnis reicht aus, damit sich die Strafbarkeit erledigt hat. Diese muss allerdings explizit erteilt werden. Insofern ist das hier Quark.

"Nimmt man aber ein Gespräch auf, an dem man selbst beteiligt war, ist man erst strafbar, wenn man das Gespräch später einem Dritten, für den die darin gemachte Mitteilung nicht bestimmt war, zugänglich macht."

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Gleiches Recht für alle. Wenn Du mitschneidest, warum soll es es nicht dürfen, wenn er es Dir erlaubt?

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