Wenn ich Deutschland durch z.B. fettiges Essen finanziell wohl stärker belasten würde (Arztkosten) , müsste ich dann auch mehr in die Krankenkasse zahlen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Nein.

Der Aufwand, solche Kriterien (wer unter welchen Umständen mehr oder weniger zahlt, was als krank oder gesund oder selbstverschuldet oder fremdverschuldet gilt und wie es einzutreiben ist, wo die Grenzen sind) festzulegen, geschweige denn jeden Fall zu prüfen, wäre um einiges höher und finanziell belastender als das bestehende System beizubehalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von LateIsFine
04.09.2016, 03:15

Muss nicht sein.

0
Kommentar von Seanna
04.09.2016, 03:20

Dann erstell mal einen schlüssigen Business Case. Ich bin gespannt auf die Kosten-Nutzen-Rechnung!

1

Hallo LatelsFine,

Tja, es ist wie immer im Leben: Es ist alles nicht so einfach, wenn mans doppelt nimmt! Und schon gar nicht, wenn man genauer hinschaut. Es ist schon richtig, Übergewicht und fettreiches Essen bergen Gesundheitsrisiken; nun scheint es so zu sein, dass die einfachste Lösung wäre, den Leuten, die ein höheres Kostenrisiko haben, auch einen größeren Kostenanteil tragen. Das scheint erst einmal die naheliegendste Lösung zu sein.

Aber beim genaueren Hinsehen zeigen Forschungsergebnisse etwas viel komplizierteres:

Es gibt bei manchen Menschen eine genetische Disposition.

Andere haben in ihrer Kindheit und Jugend ein falsches Essverhalten gelernt, das sich sehr gefestigt hat.

Es gibt Unteruchungen, die belegen, dass Zucker ein Suchtpotential hat, weshalb es Überlegungen gibt, durch gesundheitspolitische Maßnahmen den Zuckeranteil in der Ernährung zu reduzieren. Die Zuckerindustrie versucht das mit allen Mitteln zu verhindern. In vielen Diätlebensmitteln und Diabetikerlebensmitteln ist zwar weniger Zucker enthalten, aber dafür mehr Fett. Da muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Der Versuch bei uns eine Ampel für gesunde Lebensmittel wie in England einzuführen scheiterte an den Einsprüchen der Lebensmittelindustrie.

Weiterhin haben Untersuchungen gezeigt, dass die Darmflora eine Rolle spielt. 'Es wird gerade untersucht, mit welchen Mitteln die Darmflora so beeinflusst werden kann, dass sie dem Hirn das Sättigungsgefühl besser kommuniziert, und die Nahrung so verwertet, dass es weniger zu Übergewicht kommt.

Das sind die Dinge, von denen ich als nicht-Lebensmitteltechniker weiß, und die erst einmal nicht im direkten Einflussbereich einzelner Menschen liegen. Ist es doch zumindest so, dass es Menschen gibt, die gute Vorraussetzungen haben, kein Übergewicht zu entwickeln und einfach gelernt haben, sich gesund zu ernähren!

Und dann ist haltz da noch die Überwiegende Mehrheit: Die Diätindustrie setzte im Jahr 2015 4,55 Mrd Euro um. Den Leuten ist also eine gute Figur einiges Wert. Jeder weiß was mit dem JoJo-Effekt gemeint ist! Alte Gewohnheiten zu ändern ist zwar möglich, asber eben nicht so einfach! Es gibt Wege ja, aber für manche ist der Weg eben extrem steinig.

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

Theoretisch hast du Recht...er ist ja für die eigene Gesundheit selbst verantwortlich...Doch das wäre nicht das Prinzip eines Sozialstaates... Das wäre das selbe wenn Sportler mehr Geld in die Arbeitslosenversicherung zahlen müssten...sie hätten ja auch einen anderen Beruf lernen können wo die Arbeitsunfähigkeit unwahrscheinlicher ist..

Ein Sozialstaat muss meiner Ansicht nach die paar Ausnahmen gesondert unterstützen, da diese z.T auch Psychologisch Probleme haben (z.B. Traumas).

Also Fair : Ja.... Sozial: Nein...

Jeder hat das Recht so zu Leben/sich zu ernähren wie er will und sollte nicht benachteiligt werden.

LG was denkst du den dazu?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von LateIsFine
04.09.2016, 02:20

ich denke, wenn jemand die Krankenkasse wohl mehr kosten wird durch sein Essverhalten, und das weiß und in Kauf nimmt, dann sollte er auch mehr zahlen...gleiches Prinzip beim Rauchen. Rauchen kostet Deutschland Geld, deshalb die Steuer (bzw. auch deshalb)

wenn ein Sportler eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, die angesprochene Versicherung bzw. deren Auszahlung zu nutzen, und das weiß, dann müsste er eigentlich auch höhere Sätze zahlen. Da Sport bzw. Profisport ein fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens ist, finde ich, könnte man hier eine Ausnahme machen. Oder man zahlt für Sportsendungen.

0

Nein, muss man nicht!

Ob das fair ist oder nicht kann ich nicht ganz beurteilen, neige allerdings dann zum Unfairen.

(Folgende Aussagen sind nicht beleidigend, erniedrigend oder auf eine andere Art und Weise verletzend ausgelegt, und vollkommen Neutral gemeint.)

Denn: Zu Dick zu sein ist ungesund, das ist bewiesen. Somit ist man auch anfälliger für manche Krankheitsfälle. Zudem muss der Rettungsdienst sich das Kreuz zusätzlich belasten, was in manchen fällen nicht gerade angenehm ist.

Zu Dünn zu sein ist fast das gleiche, da dort oft der Kreislauf stark leidet und der restliche Körper.

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von LateIsFine
04.09.2016, 02:15

also beeinflussen manche Leute durch ihr Essverhalten das Gesundheitssystem - völlig freiwillig. Ist das nicht gerade die Definition von "schuldig sein" ?

0

Es gibt ja den Ansatz durch freiwillige, jährliche Sportnachweise Geld zurück zubekommen. Dann gibt es den Ansatz durch Totalüberwachung durch Fitnessarmbänder der Krankenkasse zu beweisen, wie gesund man lebt um geringere Beiträge zu zahlen. Gegen ersteres habe ich nichts einzuwenden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?