Wenn ich bei Ebay 1 Euro auf ein Auto biete und der Verkäufer nimmt das Angebot kurz darauf raus, darf ich dann Schadensersatz oder den Artikel einklagen?

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9 Antworten

Nein, kann man nicht. Das lässt du!

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Du hast doch vermutlich die Berichte über das BGH Urteil gelesen, oder nicht?

Zusammengefasst: im Prinzip ja. Ist aber das Gericht der Meinung, du hattest gar kein echtes Kaufinteresse und hast dich als sogenannter "Abbruchjäger" betätigt, hast du Pech gehabt.

https://www.tagesschau.de/inland/bgh-ebay-bidding-abbruchjaeger-101.html

Das Landgericht Görlitz hatte bereits in der Vorinstanz entschieden: Der Abbruch war zwar nicht zulässig. Trotzdem könne der Bieter keinen Schadensersatz verlangen. Das sei nämlich rechtsmissbräuchlich. Denn der Bieter hatte als "Abbruchjäger" gehandelt und überhaupt kein tatsächliches Interesse an dem Motorrad gehabt. Als Indiz dafür wertete das Landgericht, dass der Bieter in der damaligen Zeit insgesamt Gebote im Wert von 215.000 Euro bei eBay laufen hatte und vielfach eBay-Verkäufer nach Auktionsabbrüchen verklagte.

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Kommentar von Englischtrainer
25.08.2016, 21:42

Ja aber mir geht es darum, was passieren würde, wenn der Bieter nun ein echtes Interesse an dem Motorrad hat, weil er sich zum ersten mal in seinem Leben bei Ebay angemeldet hat und sich einfach nur auf das Motorrad freut, es aber nicht bekommt, weil das Angebot einfach so wieder rausgenommen wurde.

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Wenn der Auktionsabbruch begründet wird, ist kein Kaufvertrag zustande gekommen. Deine Frage ist leider zu pauschal gestellt, um sie mit ja oder nein beantworten zu können. Du schreibst leider nicht einmal, ob du bei Auktionsabbruch Höchstbietender gewesen wärst?

Bei einem Gebrauchtwagen mit einem Wert von 1000€ wird ein nicht erwähnter Kratzer die Eigenschaft des Artikels nicht so weit verändern, dass die Beschreibung als irrtümlich anerkannt werden könnte.

Bei einem Neuwagen für 50.000€ durchaus schon. Dann muss die Begründung (Anfechtung wegen Irrtums) zeitnah erfolgen, und der Kaufvertrag gilt als nicht zustande gekommen.

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Nein. Mit der Abgabe des Gebots erklärt man sich zum Kauf bereits, jedoch kommt der Kaufvertrag erst zustande, wenn die Auktion auch damit als Endpreis abgeschlossen wird. Noch hast du keinen Zuschlag bekommen und kannst den Verkäufer auch auf nichts verklagen.

Bloß das Gebot abzugeben gibt einem noch keinen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf den Artikel und solange das noch nicht mit dem Ende der Auktion verkauft wurde, kann der VK sein Angebot beenden, ohne den Artikel irgendeinem bisherigen Bieter überlassen zu müssen. 

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Wenn die Auktion nicht mit deinem Gebot beendet wurde, kannst du nichts machen. Sollte dein Gebot aber auch das Höchste bis zum Auktionsende gewesen sein, kannst du ihn erfolglos verklagen. Es gibt schon Urteile, wonach, bei einem so geringen Wert bei Auktionsende, der Verkäufer den Wagen nicht an den Höchstbietenden abgeben muß. Für mich absolut unverständlich, da man ja einen Mindestpreis festlegen oder bei einem höheren Preis starten kann, aber da kann man leider nichts machen.

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Was für ein Zufall. Das hast du sicherlich in den Nachrichten gesehen oder gehört.

Trotzdem nochmal: Nein, das funktioniert nicht mehr.

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Schadendsersatz nicht aber ich denke man könnte ihn wegen Betruges (§263 StGB) drankriegen.

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Ja kannst du, es sei den er kann Nachweisen, dass es tatsächlich nicht mehr existent wäre. 

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Hast du nur geboten, oder auch den Zuschlag bekommen?

Wenn du nur geboten hast, ist es Pech. Wenn du den Zuschlag bekommen hast, gehört dir das Auto.

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