Wenn Gott wusste, dass der Teufel rebellieren würde, warum hat Er ihn geschaffen?

13 Antworten

Hallo aSStaHAMBURG,

hierbei sind zwei Dinge zu berücksichtigen: Zum einen hat Gott den Teufel nicht als Teufel erschaffen und zum anderen hat Gott nicht vorausgesehen, was aus ihm werden würde.

Zunächst zu dem ersten Punkt, dass Gott den Teufel nicht als solchen erschaffen hat. Der Teufel befand sich ursprünglich in der Schar der vielen treuen Engel, die Gott im Himmel dienen. Jesus sagte einmal über ihn: "Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest" (Johannes 8:44). Damit deutete Jesus an, dass es eine Zeit gab, in der der Teufel "in der Wahrheit" war. Da er jedoch ein Geschöpf mit einem freien Willen ist, ließ er eines Tages in seinem Herzen den Wunsch aufkommen, angebetet zu werden, etwas, was nur Gott zusteht. Sein Ziel war es, die ersten Menschen, Adam und Eva, dazu zu bringen, eher auf ihn zu hören, als auf Gott. In einem Gespräch mit Eva verleumdet er Gott ganz unverhohlen (siehe 1.Mose 3:1-6) Durch sein Handeln machte er sich also selbst zum Teufel, dessen Wortbedeutung "Verleumder" ist.

Nun zu dem zweiten Punkt, dass Gott die Rebellion des Teufels nicht vorausgesehen hatte. Viele denken ja, dass Gott alles weiß, und somit hätte er wissen müssen, dass aus dem Engel, den er erschaffen hatte, schließlich Satan der Teufel wurde. Das stimmt jedoch nicht mit den Aussagen der Bibel überein, aus denen hervorgeht, dass Gott von der Möglichkeit des Vorherwissens nur wahlweise Gebrauch macht.

Hätte Gott tatsächlich diese Entwickelung vorausgesehen, dann wäre er im Grunde für das ganze Leid verantwortlich. Ergibt das jedoch wirklich einen Sinn, wenn man vor allem daran denkt, dass in der Bibel über Gott gesagt wird, dass er "Liebe ist" ? (1. Johannes 4:8). Nur jemand, der schrecklich grausam und sadistisch ist, würde sich zu einem solchen Spiel hergeben.

Ist aber Gott wirklich vollkommen, wenn er nicht alles im Voraus weiß? Einige argumentieren so. Dazu ist es interessant, einmal das zu lesen, was ein Bibellexikon darüber sagt:

" Die Behauptung, Gott wäre nicht vollkommen, wenn er nicht alle künftigen Ereignisse und Situationen bis ins einzelne vorherwüßte, verrät in Wirklichkeit eine willkürliche Ansicht über Vollkommenheit. Vollkommenheit im eigentlichen Sinn des Wortes verlangt keine solch absolute, uneingeschränkte Anwendung, denn ob etwas vollkommen ist, hängt davon ab, inwieweit es den Maßstäben der Vortrefflichkeit entspricht, die jemand, der dafür kompetent ist, festgelegt hat. (Siehe VOLLKOMMENHEIT.) Letzten Endes sind Gottes Wille und Wohlgefallen — nicht die Meinungen oder Auffassungen von Menschen — ausschlaggebend dafür, ob etwas vollkommen ist oder nicht (5Mo 32:4; 2Sa 22:31; Jes 46:10).

Als Veranschaulichung diene Gottes grenzenlose Machtfülle, die unleugbar vollkommen ist und keinerlei Beschränkungen unterliegt (1Ch 29:11, 12; Hi 36:22; 37:23). Doch seine Vollkommenheit an Kraft erfordert nicht, daß er in jedem Fall den vollen Umfang seiner grenzenlosen Machtfülle einsetzt. Sonst wären bereits vor langer Zeit durch den Vollzug der Strafgerichte Gottes, die von machtvollen Äußerungen der Mißbilligung und des Zorns begleitet waren — wie bei der Flut und bei anderen Gelegenheiten  —, nicht nur bestimmte Städte und einige Nationen des Altertums vernichtet worden, sondern die Erde und alles darauf (1Mo 6:5-8; 19:23-25, 29; vgl. 2Mo 9:13-16; Jer 30:23, 24). Gottes Machtentfaltung ist daher nicht einfach eine Entladung seiner grenzenlosen Kraft; diese wird statt dessen immer durch seinen Vorsatz bestimmt und, sofern es angebracht ist, durch seine Barmherzigkeit gemildert (Ne 9:31; Ps 78:38, 39; Jer 30:11; Klg 3:22; Hes 20:17).

Wenn es Gott unter gewissen Umständen gefällt, von seinem uneingeschränkten Vorherwissen wahlweise und in beliebigem Umfang Gebrauch zu machen, hat bestimmt weder ein Mensch noch ein Engel das Recht, zu ihm zu sagen: „Was tust du?“ (Hi 9:12; Jes 45:9; Da 4:35). Es geht daher nicht um die Frage der Fähigkeit, d.  h. darum, was Gott vorhersehen, vorherwissen und vorherbestimmen kann — denn „bei Gott .  .  . sind alle Dinge möglich“ (Mat 19:26)  —, sondern darum, ob Gott es für angebracht hält, etwas vorherzusehen, vorherzuwissen und vorherzubestimmen, denn „alles, was er Lust hatte zu tun, hat er getan“ (Ps 115:3).

("Einsichten über die Heilige Schrift" Band 2, Seite 1247).

Wie hier angedeutet wird, macht Gott wahlweise von seinem Vorherwissen Gebrauch. Das bedeutet, dass er beschließen kann, nicht alle Taten seiner Geschöpfe vorherzuwissen. Die Bibel lässt an verschiedenen Stellen erkennen, dass Gott zunächst eine aktuelle Situation untersucht und aufgrund dieser Untersuchung dann eine Entscheidung trifft. Dazu noch einmal ein Auszug aus dem eben zitierten Bibellexikon:

" So wird in 1.  Mose 11:5-8 beschrieben, daß Gott seine Aufmerksamkeit der Erde zuwandte, sich mit der Situation in Babel beschäftigte und sofort beschloß, etwas zu unternehmen, um dem unlauteren Vorhaben dort ein Ende zu bereiten. Nach der Entwicklung der Bosheit in Sodom und Gomorra unterrichtete Jehova Abraham von seiner Entscheidung, (durch seine Engel) eine Untersuchung vorzunehmen, um „zu sehen, ob sie ganz nach dem darüber erhobenen Geschrei handeln, das zu mir gekommen ist, und wenn nicht, kann ich es erfahren“ (1Mo 18:20-22; 19:1). Gott sprach davon, daß er ‘mit Abraham bekannt und vertraut geworden’ war, und nachdem Abraham tatsächlich versucht hatte, Isaak zu opfern, sagte Jehova: „Jetzt weiß ich wirklich, daß du gottesfürchtig bist, indem du mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast“ (1Mo 18:19; 22:11, 12; vgl. Ne 9:7,  8; Gal 4:9)" ("Einsichten über die Heilige Schrift" Band 2, Seite 1247).

Somit geht also aus der Bibel deutlich hervor, dass Gott bestimmte Ereignisse nicht vorhergewusst hat, weil er sie nicht wissen wollte. Das trifft natürlich auch auf die Rebellion des Teufels zu.

LG Philipp

Vermutlich aus demselben Grund, weshalb Gott - sollte er/sie/es existieren - den Menschen mit einem Gewissen, d.h. der Fähigkeit zwischen gut und böse zu unterscheiden und mit einem freien Willen ausgestattet hat: er ist kein Marionettenspieler, sondern findet es spannender, wenn seine Geschöpfe ein Eigenleben haben - selbst wenn das bedeutet, dass sie ab und an gegen ihn rebellieren... 

Das Gewissen ist so eine Sache für sich...

Ohne eine ethische Orientierung bleibt das Gewissen „leer“; „ohne Verantwortung ist das Gewissen blind“.

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@AngelaHoppe

Wohl wahr, daher ja als "Orientierungshilfe" u.a. die 10 Gebote - hab ich glatt vergessen hinzuzufügen - danke, für deinen Hinweis.

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@Garnet72

Tja, dass wir die Gebrauchsanweisung für soziales Miteinander mitgeliefert bekommen wird gerne mal vergessen. Auch in Praxis. :)

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@AngelaHoppe

Da stimme ich dir zu - und interessanterweise (bzw. - wenn man den gemeinsamen Religionsstifter Abraham nicht vergisst - eher logischerweise) ähneln sich die "Gebrauchsanweisungen für soziales Miteinander" in den monotheistischen Religionen doch ziemlich, so dass es, ungeachtet der sonstigen Unterschiede, eine gemeinsame Basis gäbe, friedlich miteinander auszukommen...

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@AngelaHoppe

Nein, den Umstand, dass die Fähigkeit zu Toleranz (dulden, ertragen), besser noch Akzeptanz (billigen, gutheißen) leider nicht jedem gegeben ist, habe ich bedacht - und daher in meinem Kommentar den Konjunktiv gewählt: es GÄBE eine gemeinsame Basis...Allerdings ist eine Orientierung an den Grundgedanken des Humanismus und den drauf aufbauenden freiheitlich demokratischen Grundrechten m. M. eine sinnvollere gemeinsame Basis für ein friedliches Miteinander als die Orientierung an religiösen Ge- und Verboten, da diese für alle Menschen, ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit, gelten.

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@Garnet72

Du hast bei Akzeptanz die Konnotation "annehmen" vergessen. Und dass das nicht besser sondern völlig inakzeptabel (m.M.) ist, fällt unter den Tisch. Gut, das ist deine Meinung.

Letztlich ist unsere Verfassung christlich-humanistisch. Darum handeln wir, wie wir handeln in der Flüchtlingskrise. Wir haben in unserem Land auch keine Extrabesteuerung für Andersgläubige.

Irgendwie sind wir etwas vom Thema abgekommen :) 

Ach ja - mit dem Gewissen ging's los...

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@AngelaHoppe

"Du hast bei Akzeptanz die Konnotation "annehmen" vergessen" - stimmt, ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich den Kommentar nicht mehr ändern konnte - und für mich ist es ein ziemlich bedeutsamer Unterschied, ob ich jemanden (mit seinem Glauben) nur dulde oder gar ertrage, oder ob ich ihn annehme oder gutheiße...

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Unser ewige Gott möchte Seine Herrlichkeit weitergeben und schuf dafür Menschen aus Fleisch und Blut, die, wenn sie ungehorsam sind, auch sterben können (Hes.18,4).

Das Geistwesen Luzifer, der als Erzengel die Erde für die Menschen vorbereiten sollte, wurde "Eitel" und versuchte, seinen Platz auf Gottes Thron zu verlegen (Jes.14,12).

 "Luzifer" wurde nach seinem ungehorsam gegenüber Gott zu "Satan" (oder Teufel - Offb.20,2).

Unser Schöpfer gibt allen denkenden Lebewesen die freie Entscheidung, denn Er will ja "Kinder Gottes" (Joh.1,12).

Somit benutzte Er den "Gott dieser Welt" (Offb.12,9), um die Menschheit auf den richtigen Weg zu bringen, auch wenn Satan momentan die Übermacht zu haben scheint (Offb.17,1-6).

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Gottes Gegner, der Teufel, war selber mal ein Engel, der sich aber zum Bösen entschieden hat.

Wenn Gott doch aber in die Zukunft sehen kann, warum hat er dann diesen Engel geschaffen? Dieser Engel ist letztendlich für alle Sünde auf der Erde zuständig und ohne ihn wäre die Welt perfekt. Gott wusste doch, dass dieser Engel zum Teufel wird.

Dieser Engel muss ja schon bevor die Menschen geschaffen wurden zum Teufel geworden sein, da Eva ihm in Form einer Schlange begegnet ist. Das heißt also, dass bereits vor den Menschen die Sünde existiert hat.

Gott schuf ja logischerweise auch die Engel. Diese sind nicht allmächtig, so wie Gott. Das heißt, dass der Teufel nicht im Ansatz so mächtig ist wie Gott. Warum gibt es den Teufel dann noch? Gott könnte ihn doch einfach zerdrücken o.Ä.. Das würde also heißen, dass Gott einen Gegner haben will, mit dem er sich bekämpfen kann, den er aber nie besiegt, damit er immer weiter kämpfen kann. Das wäre also eigentlich eine Form von Mobbing und sich mit jemand anderem bekämpfen ist doch in Gottes Augen auch nicht schön oder?

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Gleiches gilt für Menschen: Ich höre dort immer, dass Gott uns ja einen freien Willen gegeben hat, aber trotz freien Willens wusste Gott doch, dass ich Atheist werde, sonst wäre er ja nicht allwissend. Und dafür komme ich dann in die Hölle. Dann hätte Gott mich doch einfach nicht erschaffen sollen.

LG

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