Wenn Gott ist, was ist er? Absolut gut oder absolut mächtig?

27 Antworten

Hallo RAmmoniak,

ich denke, beides schließt sich nicht aus! Viele denken, das Vorhandensein von Bösem und Leid ließe sich unmöglich mit der Existenz eines liebevollen Gottes vereinbaren. Andere wiederum haben ihren Glauben an Gott aufgegeben, wenn sie selbst einen schweren Schicksalsschlag erlebt haben oder das große Leid anderer beobachtet haben.

Glücklicherweise lässt uns Gott mit der Frage, warum er das Leid zulässt, nicht alleine. In seinem geschriebenen Wort, der Bibel, beschreibt er, wie das Leid entstanden ist und warum es solch fürchterliche Ausmaße angenommen hat. Der Schlüssel zur Antwort liegt in einem der ältesten Bericht der Bibel, im 1. Buch Mose. Dort erfährt man, wie der Keim alles Bösen entstanden ist und warum Gott seine Macht bis heute noch nicht dazu eingesetzt hat, das Leid zu beenden.

Der Bericht über Adam und Eva wird zwar von vielen belächelt und oftmals nur als eine gleichnishafte Erzählung angesehen, doch zeigt die Bibel, dass es sich bei den ersten Menschen um Personen handelte, die tatsächlich gelebt haben. Gott hatte Ihnen nach Ihrer Erschaffung einen denkbar guten Start ins Leben gegeben. Sie missbrauchten jedoch die Gabe Ihres freien Willens dazu, sich von Gott unabhängig zu machen. Doch ihr Wunsch nach mehr Freiheit brachte Sie dazu, die Grenzen, die Gott Ihrem freien Willen gesetzt hatte, zu übertreten. Damit machten Sie sich gewissermaßen zu Feinden Gottes. Obwohl Gott eigentlich das Recht gehabt hätte, gegen Adam und Eva vorzugehen, ließ er sie dennoch am Leben. Wäre es jedoch nicht viel einfacher gewesen, ein neues Menschenpaar zu erschaffen? Warum entschied sich Gott dafür, die beiden trotz Ihrer Rebellion eine Zeit lang am Leben zu lassen?

Das hat mit mehreren wichtigen Streitfragen zu tun, die im Garten Eden aufgeworfen wurden. Eine dieser Fragen lautet: Hat Gott das Recht über die Menschen zu herrschen und ist seine Regierungsweise die richtige? Eine weitere Frage ist die: Würde es den Menschen besser gehen, wenn sie nicht von Gott regiert würden?

Damit diese Fragen ohne jeden Zweifel geklärt werden könnten, gewährte Gott den Menschen die Freiheit, die sie verlangten. Er zwang sie nicht unter seine Herrschaft, sondern räumte Ihnen die Möglichkeit ein, selbst herauszufinden, ob es Ihnen unabhängig von ihm besser gehen würde. Dazu war natürlich genügend Zeit erforderlich. Gott gestattete den Menschen in all den Jahrhunderten seit Ihrer Erschaffung alle möglichen Regierungsformen auszuprobieren. Auch räumte er Ihnen auf allen anderen Gebieten, wie z. B. Wissenschaft, Politik und Medizin die Freiheit ein, eigene Wege zu gehen und verschiedenes auszuprobieren. Diese Freiheit hat jedoch ihren Preis. Da Gott es den Menschen überließ, eigene Entscheidungen zu treffen und das Leben nach eigenem Gutdünken zu gestalten, verschonte er sie auch nicht vor den Konsequenzen ihres Handelns. Wenn wir also das Leid in der heutigen Zeit betrachten, dann ist es zum größten Teil auf das von Gott unabhängige Handeln zurückzuführen.

Wenn man nun Rückblick auf die Menschheitsgeschichte hält, könnte man sich fragen: Hat die von Gott unabhängige Herrschaft des Menschen zu einem besseren Leben geführt, hat sie die Menschen glücklicher gemacht? Die Geschichte zeigt mehr als deutlich, dass die Menschenherrschaft nicht die bessere Wahl war. Bis heute haben es die Menschen nicht geschafft, in Frieden miteinander und in Einklang mit der Natur zu leben. Stattdessen steht heute das Überleben der gesamten Menschheit auf dem Spiel. Keine der zahllosen Regierungsformen, die die Menschen ausprobiert haben, hat zu dauerhaftem Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand geführt. Immer mehr wird die Aussage eines Propheten Gottes bestätigt, der schrieb: "Herr, ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken." (Jeremia 10:23, Hoffnung für alle) Ebenso zutreffend sind die Worte eines anderen Schreibers der Bibel: "Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht." (Prediger 8:9)

Wir Menschen sind so erschaffen, dass wir unser Leben nicht unabhängig von der Leitung unseres Schöpfers erfolgreich führen können. Das Leid und Elend der heutigen Zeit sind der schlagende Beweis dafür. Auch wenn Gottes Zulassung des Leids sehr schmerzhaft gewesen ist, bringt es dennoch langfristig gesehen einen großen Nutzen. Dadurch, dass Gott die Menschen in der Entfaltung Ihres freien Willens mit all seinen schlechten Folgen nicht behinderte, ist ein Präzedenzfall geschaffen worden, auf den man bis in alle Ewigkeit zurückgreifen kann. Wenn die Streitfragen in Bezug auf die Herrschaft Gottes deutlich geklärt worden sind, wird es in Zukunft nie mehr nötig sein, Rebellion gegen Gott zuzulassen.

Deswegen wird Gott bald über die Menschen, die ihn lieben und anbeten, ungeahnte Segnungen ausschütten. Diese werden u. a. in dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, wie folgt beschrieben: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3, 4).

LG Philipp

@phillip : lt Bibel hat Gott z.b die sogenannte Sintflut selbst in die Wege geleitet. Demnach sind ja auch unschuldige Kinder umgekommen.

Babies können ja wohl kaum gegen die Gesetze Gottes verstoßen haben.

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@EXInkassoMA

Zu Deinem Einwand möchte ich zunächst einmal etwas ganz Grundsätzliches anmerken: Wenn unser Empfinden von Recht und Unrecht von dem abweicht, was Gott als gerecht ansieht, sollte man in Betracht ziehen, dass wir uns nicht auf der gleichen Ebene wie Gott befinden. Das geht z.B. aus dem folgenden Text aus der Bibel hervor: "„Denn eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege“ ist der Ausspruch Jehovas.   „Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken"" (Jesaja 55:8,9). Heißt das nun, dass wir Gottes Handeln in der Sintflut überhaupt nicht begreifen können? Nicht unbedingt.

Wie Gott grundsätzlich zu Menschen eingestellt ist, die durch ein Gericht von ihm ums Leben kommen, zeigen seine eigenen Worte: "‚  „So wahr ich lebe“, ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova, „ich habe kein Gefallen am Tod des Bösen, sondern daran, dass ein Böser von seinem Weg umkehrt und tatsächlich am Leben bleibt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?" (Hesekiel 33:11).

Auch die Menschen, die in den Tagen Noahs lebten und durch die Sintflut umkamen, erhielten, wie Gottes Volk Israel in den Tagen Hesekiels, eine göttliche Warnung. Noah baute nämlich nicht nur die Arche, sondern er warnte seine Zeitgenossen immer und immer wieder vor dem, was kommen würde. Er wird in der Bibel daher auch als "Prediger der Gerechtigkeit" bezeichnet (2. Petrus 2:5). Leider reagierte niemand auf sein jahrzehntelanges Predigen. Stattdessen befanden sich die Menschen auf einem sittlichen Tiefstand, was durch die Wort zum Ausdruck kam, "dass die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß war auf der Erde und dass jede Neigung der Gedanken seines Herzens allezeit nur schlecht war" (1. Mose 5:5). Gott hatte sich sicher sehr gewünscht, dass die Menschen auf die Warnung Noahs hörten, sich änderten und am Leben geblieben wären. So gegen sie vorgehen zu müssen, hat ihm zweifellos große Schmerzen bereitet.

Warum aber hat Gott die bösen Menschen von damals samt ihrer Kinder vernichtet? Hat denn Gott kein Erbarmen mit Kindern? Das kann auf keinen Fall sein! Das kann man beispielsweise daraus erkennen, wie Jesus Christus, der das genaue Ebenbild seines himmlischen Vaters war, zu Kindern eingestellt war und mit ihnen umging. Im Markus-Evangelium steht darüber: "  Nun begann man, kleine Kinder zu ihm zu bringen, damit er diese anrühre; die Jünger aber verwiesen es ihnen.   Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: „Lasst die kleinen Kinder zu mir kommen; versucht nicht, sie daran zu hindern, denn das Königreich Gottes gehört solchen, die wie sie sind.   Wahrlich, ich sage euch: Wer immer das Königreich Gottes nicht aufnimmt wie ein kleines Kind, wird bestimmt nicht in dasselbe eingehen.“   Und er schloss die Kinder in seine Arme und begann sie zu segnen, indem er ihnen die Hände auflegte( Markus 10:13-16).

Da Jesus Christus einmal sagte "Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen", wissen wir, dass Gott gegenüber Kindern genauso empfindet wie sein Sohn (Johannes 14:9). Wie passt das dann aber zu seinem Handeln in der Sintflut? Nun, wie wäre es denn gewesen, wenn Gott nur die Eltern vernichtet, jedoch alle Kinder am Leben gelassen hätte? Wie hätte es wohl die Kinder berührt, ohne ihre Eltern dazustehen? Wer hätte sich ihrer annehmen sollen? Das ist jedoch noch nicht der zentrale Punkt.

Man sollte auch berücksichtigen, dass die Kinder von damals die Erbanlagen ihrer Eltern in sich trugen. Wäre daher zu erwarten gewesen, dass sie sich grundlegend anders entwickelt hätten als sie? Außerdem: Kinder ahmen schon sehr früh ihre Eltern nach. Was beobachteten denn die Kinder vor der Sintflut im Reden und Handeln ihrer Eltern? War es von Rechtschaffenheit geprägt? Ganz sicher nicht! Kann man dann nicht davon ausgehen, dass sie bereits eine gewisse Prägung durch ihre Eltern erfahren hatten?

Fortsetzung...

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@Philipp59

Auch wenn wir nicht alle Aspekte kennen, die Gott dazu veranlasst haben, nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder in der Sintflut umkommen zu lassen, sollte man nicht vergessen, dass Gott niemals ungerecht handelt. Über ihn heißt es in der Bibel: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4).

Überlege bitte auch folgendes: Könnte es wirklich sein, dass wir Menschen, obwohl unvollkommen, tatsächlich gerechter sind als der Gott, der uns "in seinem Bilde" erschaffen hat (1. Mose 1:27)? Würden wir in bestimmten Situationen etwa moralischer handeln als er? Wäre das nicht sehr anmaßend?

Wie bereits eingangs erwähnt, kann es sein, dass hier und da unser Rechtsempfinden nicht mit dem übereinstimmt, wie Gott in der Vergangenheit gehandelt hat. Ist das aber wirklich ein Grund, die Gerechtigkeit Gottes grundsätzlich infrage zu stellen? Gibt es im biblischen Bericht nicht vieles, das uns davon überzeugt, dass Gott tatsächlich "Liebe ist" (1.Johannes 4:8)? Kann es daran denn noch einen Zweifel geben, wenn wir daran denken, wieviel Liebe Gott dadurch zum Ausdruck gebracht hat, dass er dazu bereit war, uns das Wertvollste zu geben, was er je besessen hat, seinen Sohn? Darüber schrieb der Apostel Johannes folgendes: "Dadurch wurde die Liebe Gottes in unserem Fall offenbar gemacht, dass Gott seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn Leben erlangen könnten.   Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat" (1.Johannes 4:9,10). Bleibt daher noch wirklich Raum dafür, Gott anzuklagen?

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@Philipp59

@phillip

Auch wenn Du am Ende ein Fragezeichen gesetzt hast. Das mit den Erbanlagen kann ja kaum stimmen.

Der gesamte letzte Absatz ist meiner Meinung nach total unlogisch und stimmt einfach nicht.

Es wäre zu simpel :  

Schlechte Erbanlagen plus nicht rechtschaffende Eltern ist gleich : Keine Chancen für die Kinder.

Umgedreht genauso unlogisch.Selbst die liebevollsten Eltern mit den besten Erbanlagen können einen künftigen Massenmörder heran ziehen.

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Das hat mit mehreren wichtigen Streitfragen zu tun, die im Garten Eden aufgeworfen wurden. Eine dieser Fragen lautet: Hat Gott das Recht über die Menschen zu herrschen und ist seine Regierungsweise die richtige? Eine weitere Frage ist die: Würde es den Menschen besser gehen, wenn sie nicht von Gott regiert würden?

Hast du Bibelstellen wo genau das steht? Ich kann gerade keine dazu finden.

Du schreibst:

Die Geschichte zeigt mehr als deutlich, dass die Menschenherrschaft nicht die bessere Wahl war. Bis heute haben es die Menschen nicht geschafft, in Frieden miteinander und in Einklang mit der Natur zu leben.

Objektiv betrachtet ist es aber so, dass wir heute in einer Welt leben, die viel besser ist als vor einigen hundert Jahren. Das hat nicht nur mit der Technik zu tun und dem medizinischen Fortschritt sondern vor allem mit dem Humanismus und der Einsicht, dass alle Menschen vor Gott GLEICH sind unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion usw.

Natürlich ist die Welt nicht perfekt aber es ist erstaunlich was wir unvollkommene Menschen erreicht haben. Vor 100 Jahren gab es rund 1 Milliarde Menschen auf dieser Erde. Heute sind es 7,5 Milliarden Menschen, eine unvollstellbare Zunahme und trotzdem haben wir es geschafft, für die meisten Menschen ausreichend Nahrung zu produzieren. Die Menschen als Ganzes haben es geschafft. Natürlich gibt es weiterhin schlechte Menschen. Menschen, die andere ausbeuten, die kriminell sind, die einfach böse sind. Und klar ist auch wenn es 7 mal mehr Menschen gibt steigt auch die Anzahl der Verbrecher. Aber in vielen Städten ist es heute viel sicherer als vor 200 Jahren in London oder anderen Städten. 

Also ich kann nicht erkennen, dass die Welt schlechter geworden ist. Wir haben leider keine Filme aus dem Mittelalter oder der Zeit Christi. Aber wir würden uns erschrecken wie brutal und böse die Menschen damals waren, wie dreckig es war und hart und unzivilisiert. 

Demokratie ist zwar nicht perfekt aber sie ist die beste der bisherigen Regierungsformen. Theokratie wäre nur dann sinnvoll, wenn Gott selbst sich zeigen wurden. Ansonsten wird der Begriff nur von Menschen missbraucht die Macht haben wollen. Das sieht man ja heute an den Führer diverser Religionen.

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@ManfredFS

@manfred Stimmt : Man hat oft eine verklärte Sichtweise auf die Vergangenheit. Hollywood Filme spielen dabei meiner Meinung nach eine relevante Rolle 

Viele denken bei Mittelalter an Robin Hood und Kevin kostner und wenns um die Nuller Zeit geht an Cleopatra mit Liz Taylor und Richard Burton oder Nero dargestellt von Peter Ustinov

Man bräuchte halt wie Rod Taylor in dem Film aus 1960 eine Zeitmaschine um zu checken wie es wirklich damals war. ;)




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Die Bibel beschreibt im 1. Buch Mose, dass die ersten Menschen am Anfang im Garten Eden in quasi paradiesischen Zuständen gelebt haben. Sie hatten aber schon die Freiheit, die wir heute auch haben: Mit oder ohne Gott leben zu wollen. Irgendwann haben sie sich dazu entschieden, ihr eigenes Ding zu machen und ohne Gott leben zu wollen (bzw. sie wollten sein wie Gott). Auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist und durchaus viele Fragen bleiben, aber alles Negative und Böse wie Tod, Krankheit, Schmerz, Leid usw. war das Ergebnis dieser Entscheidung und gewollten Trennung von Gott.

Trotzdem hat Gott die Menschen nicht verlassen, obwohl das vielleicht verdient gewesen wäre. Er hat einen Rettungsanker ausgeworfen, dass sie Menschen, die an ihn glauben, wieder zu ihm finden können. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben, dass die, die an ihn glauben und um Vergebung ihrer Sünden bitten, erlöst werden und das ewige Leben geschenkt bekommen. Wenn man überlegt, dass das Leben nach dem Tod ewig und für immer dauert, sind vielleicht die negativen Dinge, die wir hier erleben, nicht mehr ganz so schlimm (wenn natürlich noch schlimm genug). Aber auch hier zwingt Gott wieder niemanden: Jeder kann entscheiden, ob er nach dem Tod bei Gott sein möchte oder nicht...

Zur Frage, warum Gott Leid zulässt, finde ich auch die Argumentation des folgenden Artikelns sehr interessant: http://www.jesus.ch/lebenshilfe/krankheitsbilder/103989-warum_laesst_gott_das_leid_zu.html

Entweder ist Gott nicht allmächtig oder nicht absolut Gut, denn beides gleichzeitig schließt sich aus.

Warum? Weil Gott zulässt, dass Menschen Entscheidungen treffen und diese Entscheidungen Konsequenzen mit sich bringen? Weil alles, was wir in unserem Leben entscheiden und was dann als Konsequenz geschieht für ein endliches Dasein gegenwärtig ist, während wir zudem die Verheißung auf ein ewiges Dasein nach dem Tod haben, wo jeder den Lohn seines Handelns insbesondere anderen gegenüber erhält? 

Gott ist absolut allmächtig, denn er hat das Universum erschaffen und kann uns helfen, wenn wir uns helfen lassen und er ist absolut gut, denn schlussendlich wird jede/r das erhalten, was ihr bzw. ihm entspricht, auch wenn es erst im ewigen Dasein nach dem Tod der Fall ist.

Es widerspricht sich nur dann, wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, dass Gott allmächtig und gut ist, aber dann glaubt man entweder nicht an Gott oder man ist im Glauben an Gott inkonsequent, denn für Gott ist dieses ewige Dasein zwangsläufig gegenwärtig, da er nur in einem Dasein vor diesem Universum die Intelligenz, das Wissen und alles andere, was dazu erforderlich ist, ein Universum zu erschaffen erlangen konnte, also nicht in dem uns bekannten Dasein.

Er würde doch nicht absichtlich Naturkatastrophen und Krankheiten  usw erschaffen

Zum Thema Naturkatastrophen fallen mir nur Beispiele ein, die sich allesamt in Bezug auf entsprechende Opferzahlen vermeiden lassen, wenn man Gebiete meidet, die entsprechend wiederkehrend bewohnt sind. Mir ist nicht eine einzige Form von Naturkatastrophe bekannt, die nicht in ihrer Ursache mit dem Ausgleichen eines Ungleichgewichtes zu tun hat, welches wiederum ein Resultat einer noch wichtigeren Grundlage für die Entstehung, Ermöglichung und/oder Bewahrung von Leben notwendig ist. 

Nehmen wir einmal Vulkanausbrüche. Durch sie werden Elemente an die Erdoberfläche gebracht, welche nicht nur Inseln und damit neuen Wohnraum entstehen lassen, sondern fruchtbaren Boden zutage fördern. 

Verschiebungen von Kontinentalplatten bewirken zwar auch Spannungen in den Übergängen zwischen diesen Platten und dadurch Erdbeben, Tsunamis und dergleichen, aber sie bewirken seit Milliarden Jahren, dass Leben sich in seiner Vielfalt entwickeln kann.

Relativ warme Luft steigt auf, relativ kalte sinkt herab, aber dadurch kann eine Form der Reinigung beispielsweise durch Regen hervorgerufen werden, ebenso der Gase in der Luft und die Luft kann dadurch atembar bleiben. Ähnlich ist es mit Aerosolen, die dadurch ebenfalls entsprechend aus der Atmosphäre gewissermaßen herausgenommen werden. Nebeneffekt ist, dass Wirbelstürme über Wasser und Land tendenziell entstehen können, was aber durch Geländeformen und Meeresströmungen wiederkehrend und daher zumindest örtlich vorhersehbar ist und durch klimatische Veränderungen durch menschliche Beeinflussung des Gleichgewichts zwischen Wärmeenergieaufnahme und Wärmeenergieabgabe , was bisher nur ansatzweise gefährdete Gebiete zu naheliegend gefährdeten Gebieten macht.

Daran ist aber nicht Gott Schuld, sondern der Mensch. Sei es durch Ignoranz oder durch den Raubbau an der Natur indem er sich über die Maßen selbst in episodisch gefährdete Gebiete ausbreitet und dabei alle Warnsignale ignoriert oder dadurch, dass der Mensch über die Maßen von Rohstoffen lebt, die sich erstens nicht einmal im Ansatz zu schnell erholen können, und zweitens den Klimahaushalt durch entsprechende Freisetzung beeinflussen, obwohl sie in ihrer Grundlage ebenfalls existenziell für das Leben auf der Erde notwendig oder ein Resultat dessen waren bzw. sind.

Beim Thema Krankheiten fallen mir gleich zwei Ansätze ein.

Durch genetische Veränderungen war es von jeher möglich, sich von Einzellern bis hin zu komplexesten, ja sogar intelligenten Lebensformen zu entwickeln, sich immer wieder an veränderte Umweltbedingungen anzupassen - selbst einschließlich Meteoriteneinschlägen bis zu größten Beispielen, die zwar direkt katastrophal für das Leben waren, aber indirekt die größten Chancen für das Leben in seiner Allgemeinheit brachten, beginnend mit Wasser, Luft, Grundlagen des Lebens, bis hin zu Reformationen des Lebens.

Diese genetischen Veränderungen bewirkten aber auch Veränderungen in der Entwicklung beispielsweise von Bakterien und Viren. Der Mensch hat unter normalen Bedingungen dabei aber immer die Gelegenheit, selbst unter Opfern, sich entsprechend an diese anzupassen, obwohl die Viren sich innerhalb einer menschlichen Generation immer wieder verändern, da ihre Generationen wesentlich kürzer ausfallen. Dennoch kann sich der Mensch ebenfalls sehr schnell wieder anpassen. Je mehr wir aber daran herummanipulieren, je mehr benachteiligen wir unsere natürliche Eigenschaft zur Selbstheilung, weil uns einfach die Geduld fehlt, unserem eigenen Immunsystem die Gelegenheit zu geben, entsprechend aus eigener Kraft zu intervenieren und das Immunsystem verliert dabei die Übung.

Durch verwendete, zumindest zum Teil künstlich hergestellte Schadstoffe in so ziemlich allem, was wir für unseren Alltag produzieren und auch entsprechend anwenden, werden wir immer anfälliger gegenüber Einflüssen, die noch vor Jahren vollkommen irrelevant gewesen wären. 

Schlussendlich fällt mir dann noch die Verfilmung von Arthur C. Clarkes Krieg der Welten mit Tom Cruise ein, dass Viren, Bakterien und so weiter sich gewissermaßen im Zusammenhang mit der entwickelten Immunität dagegen zu einem Schutz für das Leben auf der Erde gegenüber außerirdische Einflüsse erweisen könnte, denn eine interstellar reisende Kultur wäre der unseren immer noch technisch extrem überlegen und würde für uns potentiell eine Gefahr darstellen, sofern sie an unserem Planeten oder dessen Rohstoffen vielleicht einschließlich des Lebens auf der Erde zur entsprechenden Ausbeutung interessiert wäre.

Alles in allem zusammengenommen bleibt als Fazit, dass Gott, sofern es ihn gibt - und daran glaube ich - dass Gott in der Natur seines ewigen Daseins und seiner daraus resultierenden Perspektive sowohl absolut allmächtig zumindest in Bezug auf seine Schöpfung, als auch absolut gütig spätestens unter Berücksichtigung des ewigen Daseins nach dem Tod, und ebenso entsprechend weise ist, nur fehlt dem Menschen die Fähigkeit, diese Weisheit der Erkenntnis einer Entwicklung über Zeitspannen die weit über die natürliche Lebensspanne des Menschen hinaus geht. 

>Warum? Weil Gott zulässt, dass Menschen Entscheidungen treffen und diese Entscheidungen Konsequenzen mit sich bringen?

Dein Argument wird sofort hinfällig, wenn man das von der Natur bedingte Leid der Tiere betrachtet. Z.B. fast alle Igel, als Säugetiere relativ leidensbetroffen, leiden unter Lungenwürmern - ein Leben lang Atemnot, welche eine Qual. Die Menschheit wird vielleicht eines Tages so weit sein, dass sie das Immunsystem der Igel so stärken kann, dass sie nicht mehr unter Lungenwürmern leiden. Dann wird sie es tun. Ist die Menschheit denn mächtiger oder liebevoller als der Gott an den du glaubst?

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@JT2000: Du machst es dir aber einfach. Dem allmächtigen Gott kann man nicht zumuten, dass er eine ohne grössere Gefahren bewohnbare Erde schafft. Aber dem unvollkommenen Menschen kann man zumuten, dass er die von Gott gewollten Gefahrengebiete ausfindig macht und meidet. Um sie ausfindig zu machen, benötigt es schon mal eine gewisse Anzahl an Erfahrungswerten, was schon viele Todesopfer voraussetzt. Dann soll der Mensch also "umziehen" - wohin? Dorthin, wo es keine Berge gibt (Steinsturz, Lawinenfefahr), keine Flüsse, Seen, Meere (Überschwemmungsgefahr), keine Küsten (Tsunamigefahr), keine Wüste (Dürreperioden). Ganz abgesehen davon, dass Wasser lebensnotwendig ist, der Mensch die Nähe von Gewässern also nicht vermeiden kann - wieviel Lebensraum bliebe ihm, wenn er das alles meidet? Da müsste man alle Menschen aufeinanderstapeln, der Turm reichte sicher bis zum Mond. Aber dort kann man ja neuen Lebensraum erschliessen.

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