Wenn es einen Gott gibt der uns Liebt wieso gibt es dann soviel schmerz und leid?

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Die Bibel beschreibt im 1. Buch Mose, dass die ersten Menschen am Anfang im Garten Eden in quasi paradiesischen Zuständen gelebt haben. Sie hatten aber schon die Freiheit, die wir heute auch haben: Mit oder ohne Gott leben zu wollen. Irgendwann haben sie sich dazu entschieden, ihr eigenes Ding zu machen und ohne Gott leben zu wollen (bzw. sie wollten sein wie Gott). Auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist und durchaus viele Fragen bleiben, aber alles Negative und Böse wie Tod, Krankheit, Schmerz, Leid usw. war das Ergebnis dieser Entscheidung und gewollten Trennung von Gott.

Trotzdem hat Gott die Menschen nicht verlassen, obwohl das vielleicht verdient gewesen wäre. Er hat einen Rettungsanker ausgeworfen, dass sie Menschen, die an ihn glauben, wieder zu ihm finden können. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben, dass die, die an ihn glauben und um Vergebung ihrer Sünden bitten, erlöst werden und das ewige Leben geschenkt bekommen. Wenn man überlegt, dass das Leben nach dem Tod ewig und für immer dauert, sind vielleicht die negativen Dinge, die wir hier erleben, nicht mehr ganz so schlimm (wenn natürlich noch schlimm genug). Aber auch hier zwingt Gott wieder niemanden: Jeder kann entscheiden, ob er nach dem Tod bei Gott sein möchte oder nicht...

Gott verheißt uns in der Bibel: "Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21,4-5a).

Zur Frage, warum Gott Leid zulässt, finde ich auch die Argumentation des folgenden Artikelns sehr interessant: http://www.jesus.ch/lebenshilfe/krankheitsbilder/103989-warum_laesst_gott_das_leid_zu.html

Tja selbst in der Theologie gibt es für das Theodizeeproblem keine zufriedenstellende Antwort. Wenn man sich die Antworten einiger Theisten anschaut fällt auf, dass sie im Gegensatz zu anderen fragen nicht mit Bibelversen ankommen, sondern sich selbst eine Antwort zusammenreimen. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, da selbst die Bibel unterschiedliche Ansichten zur Theodizeefrage hat.

Die Antwort die aber am häufigsten auftaucht, scheit die des freien Willens zu sein. Diese Antwort halte ich für die folgenden Gründe für problematisch :

- Es wird erstmal davon ausgegangen, dass freier Wille existiert. Dies müsste erstmal belegt werden.

-Naturereignisse passieren unabhängig vom Menschen (zumindest die meisten )

-Es wird behauptet, wenn Gott eingreifen würde, würde er den freien Willen einschränken. Das erste Problem ist, dass selbst laut Bibel Gott immer wieder eingreift und somit also den freien Willen einschränkt. Moses hatte keine wahl, da Gott sich ihm offenbart hat. Selbst als er sich sogar weigern wollte erneut mit dem Pharao zu sprechen, hat Gott ihn sogar töten wollen. Des witeren wird sogar berichtet, dass es Gott selbst war, der das Herz des Pharaos verhärten ließ ( dieser hatte also keine wahl). Ein weiteres Problem ist, dass angnommen wird, dass ein eingreifen den freien Willen einschränken würde. Aber warum? Wenn ich sehe wie jemand etwas macht und ich greife ein, wird doch nicht der freie Wille des anderen eingeschränkt. Es wird zwar die Handlung unterbrochen, aber nicht der freie Wille. Des witeren scheint es Gott wichtiger zu sein, dass er Menschen den freien Willen lässt, als Verbrechen zu verhindern. Oft wird argumentiert, dass es dafür einen Ausgleich im nächsten Leben gibt. Aber in wie fern macht es die Sache besser? Als Beispiel folgende Analogie:Ein Vater sieht wie seine kleine Tochter von jemandem misshandelt wird. Der Vater greift nicht ein, da er den freien Willen des Täters wichtiger findet als das Wohl seiner Tochter. Erst nachdem der Täter die Misshandlung beendet hat, lässt er den Täter bestrafen und kauft anschließend seiner Tochter als Entschädigung ein Eis. Die meisten würden das Verhalten des Vaters als unterlassene Hilfeleistung betiteln. Warum macht man bei Gott eine ausnahme?

Weil Gott mit seinem Gericht im Leben nach dem Tod gerecht ist und daher diejenigen entsprechend segnet, die wegen der Ungerechtigkeit anderer leiden und ansonsten jedem entsprechend seinen Werken zuteilt. Es steht ja auch in der Bibel, dass jeder gemäß seinen Werken erhält und dass jene, die wegen ihrer Sanftmut, ihres Glaubens und so weiter benachteiligt werden umso größere Segnungen im Leben nach dem Tod erfahren, denn in dieser Welt haben die Menschen die Möglichkeit, sich entweder zum Guten oder zum Schlechten zu entscheiden, doch wie sie sich entscheiden beeinflusst, was sie dann in Folge des Gerichtes erfahren.

Wenn man also konsequent im Glauben ist, stellt sich nicht die Frage, warum es so viel Leid auf der Welt geben kann, wenn Gott uns liebt und gerecht ist, denn wenn man an Gott glaubt, so glaubt man konsequenterweise auch an ein Leben nach dem Tod, oder man glaubt weder an Gott noch ein Leben nach dem Tod und kann diesem Gott, an welchen man dann sowieso nicht glaubt, auch nichts vorwerfen. Also entscheide Dich, ob Du nun glaubst oder nicht glaubst, aber sei dabei konsequent.

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