Wenn es einen Gott gäbe warum müssen dann unschuldige Menschen sterben?

35 Antworten

Mit dieser Frage hat der der Psalmist Asaph beschäftigt und ist m. E. zu sehr interessanten Antworten gekommen: http://www.bibleserver.com/text/HFA/Psalm73

Nach christliche Überlegung ist die Frage, wie es nach dem Tod weitergeht, in Bezug auf Frage durchaus entscheidend. Wenn gläubige Menschen früh sterben sollten und zu Gott in den Himmel (ins Paradies) kommen, ist das für sie kein Nachteil, ganz im Gegenteil. Doch was "bringt" es im Nachhinein den "schlechten" Menschen, die lange leben, sich in ihrem Leben und Verhalten gegen Gott entschieden haben und dafür in der Ewigkeit nicht im Himmel sondern in der Hölle sein werden...

Die Bibel beschreibt im 1. Buch Mose, dass die ersten Menschen am Anfang im Garten Eden in quasi paradiesischen Zuständen gelebt haben. Sie hatten aber schon die Freiheit, die wir heute auch haben: Mit oder ohne Gott leben zu wollen. Irgendwann haben sie sich dazu entschieden, ihr eigenes Ding zu machen und ohne Gott leben zu wollen (bzw. sie wollten sein wie Gott). Auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist und durchaus viele Fragen bleiben, aber alles Negative und Böse wie Tod, Krankheit, Schmerz, Leid usw. war das Ergebnis dieser Entscheidung und gewollten Trennung von Gott.

Trotzdem hat Gott die Menschen nicht verlassen, obwohl das vielleicht verdient gewesen wäre. Er hat einen Rettungsanker ausgeworfen, dass sie Menschen, die an ihn glauben, wieder zu ihm finden können. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben, dass die, die an ihn glauben und um Vergebung ihrer Sünden bitten, erlöst werden und das ewige Leben geschenkt bekommen. Wenn man überlegt, dass das Leben nach dem Tod ewig und für immer dauert, sind vielleicht die negativen Dinge, die wir hier erleben, nicht mehr ganz so schlimm (wenn natürlich noch schlimm genug). Aber auch hier zwingt Gott wieder niemanden: Jeder kann entscheiden, ob er nach dem Tod bei Gott sein möchte oder nicht...

In diesem Leben nach dem Tod bei Gott werden keine "unschuldigen" Menschen mehr sterben...

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@chrisbyrd

...und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21,4)

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Im Endeffekt müssen alle Menschen sterben.

Jede Medaille hat 2 Seiten und vllt. guckst du bei deiner Frage ja auch nur von der falschen Seite.....

Vllt. belobigt Gott die Unschuldigen mit frühem Tod und es ist sein Ansinnen, diese Leute so schnell wie möglich in den Himmel zu sehen.

So gesehen kann kann man das längere Leben böser Menschen auch als eine Art Verzögerungstaktik / Aufschub begreifen, dass diese Menschen Zeit gewinnen zu bereuen oder dass Gott -  im Rahmen seiner Möglichkeiten - versucht, die Hölle so lange wie möglich fern zu halten.

Hallo,

hier sprichst du das Theodizee-Problem an, das stärkste Argument gegen einen Gott mit den grundlegenden "Qualitäten", wir sie ihm von den
mosaischen Religionen zugedacht werden.
Es ist dies ein Problem, welches überhaupt die Feststellung daß  Gott IST (2.Mos.3,14) in Frage stellt oder damit als widerlegt betrachtet. Eine ausführliche Betrachtung dazu gibt es z.Bsp. hier
http://irenenickelreligionskritik.beepworld.de/theodizee_meinung.htm

Nun ist es tatsächlich so, daß der Mensch sich Vorstellungen von Gott "gestaltet" hat. Dies Vorstellungen haben sich aber so in den Erfahrungen des Seins nicht bestätigt.
In dem "Gebot" (besser der Erkenntnis der Autoren dieser Schriftstelle) "..du sollst dir kein Bildnis von Gott machen" ist nicht nur angemahnt, kein "Schnitzwerk" zu gestalten, welches wie die Götzen der "Ungläubigen" angebetet werden könnte, sondern auch keine (menschliche ) Vorstellung von Gott zu gestalten und Gott zuzuweisen. Es steht die Weisheit dahinter, daß, wie immer wir uns Gott auch denken und  menschliche Maßstäbe anlegen, wir immer scheitern müssen.
Nun haben wir Gott Allmacht zu gewiesen und  Güte. Wir haben ihm aber auch zugewiesen, wie er diese bitteschön gebrauchen müßte.
Genau letzteres, und nur das, kreiert  das  Theodizee-Probelm; ohne dem gibt es dies nicht.
Das Sein wurde gestaltet (von Gott !) als ein Werden und Vergehen, mit "Qualitäten" unterschiedlicher Art, innerhalb der physikalischen Gesetze aber  das Leben auch unter der Auslese der Evolution.
Der Mensch ist ein Teil der Gestaltung dieses Seins. Er unterliegt auch den (vernichtenden) physikalischen und evolutionären Entwicklungen.
Herausgehoben wurde er durch den freien Willen, welcher an der Gestaltung dieses Seins Mitwirkung ermöglicht (..macht euch die Erde untertan) aber besonders die Freiheit hat, die Begegnung untereinander zu gestalten und GUT (zum "Heil") zu wollen - oder auch nicht.
Gott ( wenn er ist) greift eben da nicht ein.Er hat (nach den Schriften oder durch Jesus) verheißen, daß die Entscheidung zu "GUT" den Menschen zu Leben in einem transzendentem Sein befähigt.
Dies ist natürlich "nur" ein Glaube, aber wir gehen ja hier davon aus das Gott IST, also auch ein Glaube, egal wie viel Wahrscheinlichkeit jeder Mensch dieser Aussage zumißt.
Um deiner Frage direkt näher zu kommen : Die Einbindung des Menschen in das Werden und Vergehen des physischen Sein einschl. der damit verbundenen "Lust" und Leides aller Kreaturen, wird nicht anhängig gemacht  vom Handeln des Menschen oder seiner "Qualität", das wäre eine andere "Welt", nicht machbar in der so wie sie ist. Für die Gestaltung des Seins, welches der Mensch insgesamt oder speziell zu verantworten hat wird er zur "Rechenschaft" gezogen bzw. es bestimmt sein Leben in einem jenseitigem Sein.(wenn es IST) und auch teils in diesem.

Alle anderen Betrachtungen - wie ich es sehe - generieren  das Theodizee-Problem welches dann tatsächlich die "Gerechtigkeit Gottes" oder Gott überhaupt in Frage stellt.

Gruß Viktor

PS. "Bibelgläubige" werden mir (oder dir) hier Texte um die Ohren hauen welche obiges widerlegen sollen. Doch gibt es keinen Handlungsbedarf solche Texte zu forcieren oder anstelle von "Verstand" zu gebrauchen.

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