Wenn es einen Allmächtigen, Allwissenden Gott gäbe, wäre dieser nicht direkt für alles Böse auf der Welt verantwortlich?

43 Antworten

Hallo Vernunftistgut,

Gott verfügt zwar über die Fähigkeit, Dinge vorherzusehen, die noch in der Zukunft liegen, doch macht er nicht immer und zu jeder Gelegenheit davon Gebrauch! Da seine Macht uneingeschränkt ist, könnte er jede Information abrufen, dennoch tut er das oftmals nicht! In diesem Sinn ist die Allwissenheit Gottes zu verstehen!

Wenn Gott z.B. bereits bei der Erschaffung des Menschen tatsächlich im Voraus gewusst hätte, welche späteren Entwicklungen es in der Menschenwelt geben würde, dann müsste man ihm berechtigterweise vorwerfen, er sei grausam. Außerdem wäre er dann auch für all das verantwortlich, was die Erschaffung des Menschen nach sich gezogen hat. Das ist jedoch nicht der Fall! In einem Bibellexikon heißt es dazu:

"Wenn es Gott unter gewissen Umständen gefällt, von seinem uneingeschränkten Vorherwissen wahlweise und in beliebigem Umfang Gebrauch zu machen, hat bestimmt weder ein Mensch noch ein Engel das Recht, zu ihm zu sagen: „Was tust du?“ (Hi 9:12; Jes 45:9; Da 4:35).

Es geht daher nicht um die Frage der Fähigkeit, d. h. darum, was Gott vorhersehen, vorherwissen und vorherbestimmen kann — denn „bei Gott . . . sind alle Dinge möglich“ (Mat 19:26) —, sondern darum, ob Gott es für angebracht hält, etwas vorherzusehen, vorherzuwissen und vorherzubestimmen, denn „alles, was er Lust hatte zu tun, hat er getan“ (Ps 115:3)". (Quelle: Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 1247).

Wie hier angedeutet wird, macht Gott wahlweise von seinem Vorherwissen Gebrauch. Das bedeutet, dass er beschließen kann, nicht alle Taten seiner Geschöpfe vorher zu wissen. Es gibt viele Beispiele in der Bibel, die eindeutig zeigen, dass Gott bestimmte Ereignisse und Entwicklungen nicht vorhersah. Das heißt jedoch nicht, dass Gott dazu nicht in der Lage gewesen wäre, doch macht er von seiner Fähigkeit des Vorherwissens nur selektiv Gebrauch.

Dazu ein Beispiel: Stell Dir vor, jemand schaut sich die Aufzeichnung eines Fußballspiels an. Er könnte zwar sich schon zuvor das Ergebnis ansehen, doch mag er sich dafür entscheiden, sich zuvor das gesamte Spiel erst einmal anzuschauen. Ebenso hat Gott in vielen Situationen abgewartet, welche Entwicklungen sich ergeben würden (ohne diese vorher zu kennen) und hat erst dann entsprechend darauf reagiert.

Dass er sich jeweils so und nicht anders entschieden hat, gibt uns als Menschen nicht das Recht, dies zu bewerten und zu beurteilen. Jedenfalls handelt Gott niemals verwerflich oder ungerecht, heißt es jedoch in der Bibel über ihn: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, Denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4).

Wir als Geschöpfe Gottes sollten uns also niemals anmaßen, an der Gerechtigkeit Gottes zu zweifeln. Eines sollten wir nämlich niemals vergessen: Die Fähigkeit, Dinge moralisch zu bewerten und zu beurteilen haben wir schließlich nicht aus uns selbst, sondern von Gott erhalten. Dies demütig anzuerkennen, macht es uns leichter, manche der Handlungsweisen Gottes zu verstehen oder zu akzeptieren.

LG Philipp

Warum ist Gott für das Böse verantwortlich, wenn wir das Böse tun?

Das ist ein merkwürdige Theorie!

Wenn ich für eine Straftat vor Gericht stehe, kann nicht nicht die Polizei dafür verantworten, weil die mich nicht vor der Straftat abgeknallt oder verhaftet haben.

Wir sind Menschen, keine Roboter. Wir können uns für das Gute oder Böse enstscheiden. Und dann ernsten wir auch dem enstprechend, die Belohnung oder die Strafe.

Gott liebt uns und hat uns daher die Entscheidungsfreiheit gelassen. Wir sollen Ihm freiwillig gehorchen. Nur bei Freiheit gibt es Entwicklung und Wohlstand. Das kann man gut in der Welt sehen.

ABER so ganz ist Gott ist NICHT aus der Welt. Er sieht alles und man kann auch Ihn um Hilfe bitten, wenn das Böse zu gewinnen droht oder zu lange regiert. Er hat immer noch die Macht über allem und Er kann auch sofort übernatürlich eingreifen. Darüber wird immer wieder berichtet. Auch ich habe es schon des öftern erlebt, wo ich nichts machen konnte, nur beten. Und dann ist auch bald etwas geschehen. Die Person die Ärger machte, war gegangen. Ganz unterwartet!

Was man aber so der allgemeinen Diskussion oft übersieht, ist das Gott nicht helfen muss. Er ist nicht unser Diener!

Ganz im Gegenteil. Da wir alle Sünder sind, alle haben gegen die 10 Gebote verstoßen, sind wir seine Feinde. Daher leben wir nicht mehr im Paradies und können Gott nicht sehen oder hören.

Aber weil Gott nicht nur ein Richter ist, sondern auch die Liebe - hat er einen Weg für die Versöhnung gefunden. Sein eigener Sohn hat unsere Strafe am Kreuz für uns bezahlt. Er war sündlos und konnte daher für die Sünden von anderen bezahlen. Wenn wir dagegen sterben, dann bezahlen bloß wir für die eigene Schuld. Der Tod ist Lohn der Sünde.

Es ist so einfach, manche können es daher wohl nicht annehmen. Man muss seine Schuld vor Gott im Gebet bereuen und dann versuchen nach der Bibel zu leben.

Natürlich muss die Reue echt sein, Gott sieht unser Herz.

Was man aber so der allgemeinen Diskussion oft übersieht, ist das Gott nicht helfen muss. Er ist nicht unser Diener!

Und was Gläubige oft weg rationalisieren ist die Tatsache, dass der Mensch eben der Diener Gottes ist. Gott lässt dienen - und wer sich nicht daran hält, wird später dafür bestraft. Wow... nicht gerade weit her mit der Allbarmherzigkeit.

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@SarahSchweiz

Ja, finde schon. Zumindest ist es auf der Erde nicht anders. Oder schlimmer.

Wir haben das Leben von Gott, also werden wir uns vor Ihm verantworten.

PS:

Wie würde es dir gefallen, wenn dein Werk, zum Beispiel dein Bild, das du gemalt hast, nicht an der Wand hängen wollte, sondern immer vor der Nase, das es dich nervt. Sofort würde Du es vernichten. Gott ist aber so gnädig, und lässt uns ca. 60 Jahre Lebenszeit. Das ist Gnade!

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@Shoron

Seine alten Schergen in der Bibel hat er fast 1000 Jahre alt werden lassen. Die genannten 60 sind ein massiver Rückschritt.

Wir haben das Leben nicht von Gott. Es gibt keine relevanten Ausführungen, sowas anzunehmen.

Sofort würde Du es vernichten.

Wieso sollte ich das tun? Ich kann's auch einfach abhängen. Was ist denn das für ein Vergleich? Er macht weder Sinn im gegebenen Kontext noch ist er aussagekräftig, weil du darin lediglich die Option für eine Extremreaktion lässt. Das ist ziemlich schwachsinnig. Ausserdem gehst du dabei wieder davon aus, Gott hätte uns gemacht und wir wären die Bilder. Hat er aber nicht - und ich bin kein Bild.

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@SarahSchweiz

Jajaja OK wenn etwas Schwachsinn ist ist es deine Herablassigkeit welche keine Aufmerksamkeit verdient hat so leid es mir tut

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@7777777771

Ja, da stimme ich dir sogar zu - ich gehe davon aus, wir sprechen vom gleichen "Adolf".

Hast noch was zum Thema vielleicht? Oder eher noch ein paar Dinge, die irgendwie so gar nichts mit der Sache zu tun haben?

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wenn wir das Böse tun?

die Frage ist, inwiefern es miteinander vereinbar sein soll, dass wir autonom sind, aber Gott trotzdem alles vorher weiß, was wir tun

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Dieser Gott hätte ja bereits vor der Erschaffung des ersten Menschen, über alle Missetaten welche jeder Mensch jemals begehen würde bescheid wissen müssen.

Mitnichten!

Es ist dasselbe Wissen wie bei den Eltern: Sie haben versucht, ihre Kinder in bestem Gewissen und Moral zu erziehen, werden aber nicht wissen, ob ihre Kinder im weiteren Leben dies stets beherzigen oder nicht doch sich verändern werden...

Da jeder Mensch einen Freien Willen, eine Freie Entscheidungs-Wahl erhalten hat, ist dieser auch somit für sein Leben selber verantwortlich; so wie erwachsene Kinder sich von den Eltern gelöst haben und sich von diesen nichts mehr vorschreiben lassen werden, während andersherum die Eltern nicht mehr für die Handlungen ihrer mündigen und erwachsenen Kinder zur Verantwortung gezogen werden können (und auch nicht sollen)...

Du sprichst das Attribut 'Allwissen' an: Stelle Dir vor, Du würdest die Fähigkeit besitzen, alles Wissen, das existiert, zu besitzen: Würdest Du dennoch allwissend sein? Dieses 'Allwissen' würde dann aber auch das Wissen implizieren, was ein Mensch fühlt, denkt und als nächstes in Angriff nehmen wird....Würdest Du dieses Wissen ebenso besitzen?

So auch bei Gottes Allwissenheit: Gott weist das komplette Wissen in sich auf, das je existiert hat, existiert und existieren wird, aber nicht das Wissen, was der Mensch als nächstes zu tun gedenken wird, ob der Mensch auf seinem Lebensweg bleiben wird, wie lange der Mensch für die Erledigung seiner Aufgaben benötigen wird, und, und, und...

dass wir entweder gar nicht physisch dazu in der Lage wären zb. zu morden und zu vergewaltigen

Das hat Gott ja: Er hat 'nur' den menschlichen Körper erschaffen, nicht den Geist. Dieser kommt mit der Inkarnation der Seele in den menschlichen Körper. Doch die Seele (also Du, ich und all die anderen Menschen) ist ein eigenständiges und bewusstes Wesen; sie hatte ja selbst dafür gesorgt, dass sie nun (merhmals) zu inkarnieren hat; nicht Gott.

Da Gott aber darauf verzichtet hat und uns so erschaffen hat wie wir heute sind, kann ja eigentlich nur bedeuteten das Gott wollte das wir böses tun,

Im Gegenteil: Mit dieser Methode der Erschaffung des menschlichen Körpers und des Planeten Erde sollen wir Seelen wieder erkennen (lernen), was das Böse und das Nichtböse ist...

Allmacht ist mit dem Allwissen 'identisch': Gott besitzt alles an Macht, was vorhanden ist, aber er hat zB. nicht die Macht, sich selbst oder Satan zu zerstören, nicht die Macht alles machen zu können, was Gott beliebt.

Zudem bedeutet Machtbesitz nicht Machtmissbrauch!

Gruß Fantho

Stelle dir folgende Situation vor: Gott ist heilig, gut und gerecht. Er erschafft die Himmelswelt, also alle Engel und Cherubim. Einer davon genannt Luzifer (Lichtträger) war der schönste unter allen. Doch er wurde stolz und wollte Gott gleich sein. Er hatte auch etwas gegen Gottes Gerechtigkeitssinn. "Eine kleine Sünde ist doch nicht schlimm", war seine Meinung. Sünde bedeutet in diesem Kontext Rebellion gegen Gott.

Daraufhin erschuf Gott den Menschen mit einem freien Willen, so dass er sich für das Gute und das Böse entscheiden konnte. Luzifer, jetzt genannt Satan, verführte die ersten Menschen und auch sie taten Sünde. Die erste Sünde der Menschheit war, dass sie von einem Baum aßen, von dem Gott ihnen befohlen hatte, nicht davon zu essen. Nichts großes oder?

Einige Jahre später kam der erste Mord unter Brüdern. Bald schon gab es viel Ungerechtigkeit in der Welt und der Mensch war durch und durch böse. Gott versprach der Eva schon damals, dass irgendwann jemand kommen würde, der das Problem der Sünde beseitigen würde. Dies wurde dem auserwählten Volk Israel des öfteren prophezeit. Er, der Messias sollte kommen um sie zu retten.

Vor 2000 Jahren war es dann so weit. Gott wurde in der Person Jesus Christus Mensch. Er lebte ein sündloses Leben. Er wurde verführt vom Satan, aber sündigte nicht. Satan stachelte die Juden gegen ihn an. Gegen ihn. Den Schöpfer. Den Messias der sie retten sollte. Sie überantworteten ihn den Römern, welche ihn auf ihren Wunsch kreuzigten.

Verstehst du? Gott wurde gekreuzigt. Die Sünde(Rebellion) ist soweit gegangen, dass sie ihren eigenen Schöpfer ermordet haben. Doch das war Gott alles vorher bekannt. So führte er es, dass in dieser aller schrecklichsten Tat, die allergrößte Rettung entstand. Satan hatte nur blinde Wut und wollte den Sohn Gottes tot sehen. Doch Gott machte daraus die Rettung der Menschheit. Denn Gott legte die Schuld der ganzen Menschheit auf Jesus Christus am Kreuz und bestrafte ihn an der Stelle der Menschen. Denn der Lohn der Rebellion gegen Gott ist der Tod.

Diesen Lohn nahm Jesus auf sich am Kreuz, sodass er allen ewiges Leben schenken kann (indem wir seiner Gerechtigkeit teilhaftig werden) die an ihn glauben und Buße tun.

So zeigte Gott der gesamten Schöpfung (Menschen, Engel und Cherubim)die Konsequenzen von Sünde also von Rebellion gegen Gott. Nicht Gott ist dafür verantwortlich. Aber er ließ es zu. Doch er bietet auch jedem das ewige Leben an, der an seinen Sohn Jesus Christus glaubt und erkennt, dass er als Sünder verloren ist und einen Retter benötigt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – 3 Jährige Bibelschulausbildung

Das heißt, wenn Gott diesen pseudo "freien Willen" (der ja nichts mit Freiheit zu tun hat, da ja auch das Dasein allgemein als Gefangenschaft empfunden werden kann) einfach nicht erschaffen hätte, ginge es allen besser, weil dann niemand Gefahr liefe gegen Gottes völlig willkürliche Absichten zu handeln?

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Nein, ich denke, dass Gott nicht dafür verantwortlich ist.

Biblisch gesehen leben wir in einer gefallenen Schöpfung. Da ist es nicht verwunderlich, dass es Krankheiten, Naturkatastrophen, Seuchen, Hungersnöte, Leid und Tod gibt. Das Böse kam erst durch den Sündenfall von Adam und Eva auf die Erde, somit auch Krankheiten und Vergänglichkeit. Eigentlich hatte Gott einen anderen Plan mit den Menschen, denn im Garten Eden (Paradies) war alles gut. Dort gab es kein Leid. Jedoch haben Adam und Eva nicht auf Gott gehört, sondern auf den Teufel (in der Gestalt einer Schlange). Deswegen trat eine Art "Fluch" in Kraft. Die Schöpfung ist gefallen.

Seitdem ist es leider so, dass Menschen leiden und sterben müssen. In der Bibel steht, dass selbst die Natur unter diesem Zustand leidet. ,,Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis heute unter ihrem Zustand seufzt, als würde sie in Geburtswehen liegen." (Römer 8,22)

Die Erde ist wegen dem Sündenfall "verseucht" und somit kann Leid bzw. Böses jeden treffen. Das meiste Leid wird von den Menschen selbst verursacht. Gott hat den Menschen nicht als Marionette oder Roboter geschaffen, sondern als Gegenüber. Er achtet den freien Willen.

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