Wenn einem das Kind vom Jugendamt weggenommen wird und in eine Pflegefamilie kommt...

6 Antworten

Damit man das Kind nicht zurückholt und es eine Chance hat, sich dort einzugewöhnen, wo es ist. Was hätte es für einen Sinn, ein Kind aus einer Familie zu holen (was ja nicht grundlos geschieht), wenn hinterher die Eltern um die neue Unterkunft herumschleichen?

Ein Kind wird nicht ohne Grund aus der Familie geholt. Das Kind kann dies nicht ermessen, es liebt seine Eltern auch noch wenn sie es vernachlässigen, schlagen, wenn es mißbraucht wird, zumindestens solange es noch recht klein ist. Ein größeres Kind will oft die Familie behalten, weil es sich selbst als den Schuldigen ansieht, nicht die anderen handeln falsch, es ist schuldig. Wenn das Amt endlich reagiert, dann muß das Kind vor den meist uneinsichtigen Eltern geschützt werden und es muß selber in einem geschützten Raum sowohl die Trennung als auch das Vergangene erst einmal verarbeiten.

Mein Beitrag soll aber beileibe nicht heißen, dass das Jugendamt immer Recht hat mit der InObhutnahme, wie es Amtsdeutsch so schön heißt.

Klar ist das schlimm fürs Kind, aber es geht hier ja um den Schutz des Kindes und weggenommen werden Kinder im Regelfall nur im Falle einer Gefährdung.

Ziel ist es einfach, dass die Eltern erstmal wieder zu sich finden und aus ihren Fehlern lernen / ihre Probleme bereinigen, bevor sie wieder die Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen (diese können sie schließlich anscheinend im Moment nicht tragen). Zudem man ja auch Konflikte mit der Situation und der Pflegefamilie vermeiden will.

Das Kind benötigt in solcher Situation erst einmal Ruhe. Es ist wichtig, dass das Kind in der Pflegefamilie sich ruhig und entspannt einleben kann und erst mal weg ist von all den bösen Dingen, die zu dieser Situation geführt haben.

In der beschriebenen Situation, in der ein Kind den Eltern oder einem allein erziehenden Elternteil weggenommen wurde, bestand ja Gefahr für das Kind. Nun ist es nötig, dass das Kind sich erholen kann und in Ruhe und Frieden eine neue Chance erhält. Eltern, die ihr Leben nicht im Griff haben und die Ursache des Problems sind, würden in dieser neuen Situation das Kind nur verstören und letztlich die Arbeit der Pflegefamilie gefährden, und damit auch das Wohl des Kindes.

Um die Pflegefamilie vor Übergriffen zu schützen und dem Kind die Eingewöhnungsphase zu erleichtern, wird der Pflegeplatz nicht bekanntgegeben ! Ich hoffe Deine Frage war mehr retorischer Art. Denn wenn in Deutschland ein Kind in eine Pflegefamilie kommt, gab es im Vorfeld schon alamierende Vorfälle, sodaß ein derartig einschneidender Schritt durch Ämter gemacht werden mußte. Und dann ist eine Frage wie : "Wie schlimm ist das für ein Kind ? nur noch absurd und zynisch .

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