Wenn einem das Kind vom Jugendamt weggenommen wird und in eine Pflegefamilie kommt...

7 Antworten

Ein Kind wird nicht ohne Grund aus der Familie geholt. Das Kind kann dies nicht ermessen, es liebt seine Eltern auch noch wenn sie es vernachlässigen, schlagen, wenn es mißbraucht wird, zumindestens solange es noch recht klein ist. Ein größeres Kind will oft die Familie behalten, weil es sich selbst als den Schuldigen ansieht, nicht die anderen handeln falsch, es ist schuldig. Wenn das Amt endlich reagiert, dann muß das Kind vor den meist uneinsichtigen Eltern geschützt werden und es muß selber in einem geschützten Raum sowohl die Trennung als auch das Vergangene erst einmal verarbeiten.

Mein Beitrag soll aber beileibe nicht heißen, dass das Jugendamt immer Recht hat mit der InObhutnahme, wie es Amtsdeutsch so schön heißt.

Das Kind benötigt in solcher Situation erst einmal Ruhe. Es ist wichtig, dass das Kind in der Pflegefamilie sich ruhig und entspannt einleben kann und erst mal weg ist von all den bösen Dingen, die zu dieser Situation geführt haben.

In der beschriebenen Situation, in der ein Kind den Eltern oder einem allein erziehenden Elternteil weggenommen wurde, bestand ja Gefahr für das Kind. Nun ist es nötig, dass das Kind sich erholen kann und in Ruhe und Frieden eine neue Chance erhält. Eltern, die ihr Leben nicht im Griff haben und die Ursache des Problems sind, würden in dieser neuen Situation das Kind nur verstören und letztlich die Arbeit der Pflegefamilie gefährden, und damit auch das Wohl des Kindes.

Damit man das Kind nicht zurückholt und es eine Chance hat, sich dort einzugewöhnen, wo es ist. Was hätte es für einen Sinn, ein Kind aus einer Familie zu holen (was ja nicht grundlos geschieht), wenn hinterher die Eltern um die neue Unterkunft herumschleichen?

Warum?Weil die meisten Pflegeeltern es nicht möchten,sie geben auch ihre Telefonnummern nicht raus.Das Jugendamt steht die Pflegeeltern natürlich bei. Wir sind am besten mit gefahren,das,wenn das Amt es erlaubt,die leiblichen Eltern ihre Kinder sogar von uns zum Umgang abholen dürfen. Wenn die Eltern anständig sind,gehen wir auch gemeinsam auf den Spielplatz,oder trinken im Garten auchmal eine Tasse Kaffee zusammen. Die Kinder kommen aus Familien,wo die Eltern schon kein vernünftiges Elternhaus hatten. Also dürfen sie bei uns schauen,wie einElternhaus funktionieren sollte. Wir haben jetzt fast 40 Pflegekinder in obhut genommen und noch nicht mit einem Elternteil ärger gehabt.Wir erlauben,das die Kinder mit ihren Eltern telefonieren dürfen,es sind doch ihre Kinder. Sollte Gewalt oder Mißbrauch die Ursache sein,nehmen wir abstand. Eben haben wir einen 7 Tage alten Säugling,ich würde es gut finden,wenn die Mutti mal ein paar Stunden bei uns mit ihren Baby verbringen würde. Ich mache keine Vorschriften,aber Vorschläge und schaue den Eltern genau auf die Finger. Bei uns klappt das super. Natürlich muß ich sagen,vieles was wir im alleingang machen,weiß das Amt nicht

Klar ist das schlimm fürs Kind, aber es geht hier ja um den Schutz des Kindes und weggenommen werden Kinder im Regelfall nur im Falle einer Gefährdung.

Ziel ist es einfach, dass die Eltern erstmal wieder zu sich finden und aus ihren Fehlern lernen / ihre Probleme bereinigen, bevor sie wieder die Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen (diese können sie schließlich anscheinend im Moment nicht tragen). Zudem man ja auch Konflikte mit der Situation und der Pflegefamilie vermeiden will.

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