Wenn eine Reha ohne Erfolg bleibt, wie geht es dann weiter?

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6 Antworten

Du musst genau die Empfehlungen im Rehaabschlussbericht lesen. Dort stehen zwei Punkte. 1. zu deiner Arbeitsfähigkeit a) Arbeitsfähig b) Arbeitsunfähig aber voraussichtlich in 3-4 Monaten wieder arbeitsfähig c) Arbeitsunfähig
Punkt 2) Erwerbsfähig a) über 6 h b) 3-6h c) unter 3 h

Guck genau was die Angekreuzt haben!

Dann kommen noch Empfehlungen zb Berufswechsel, Leistungen zur Teilhabe oder Eingliederung durch die Krankenkasse.

Auch stehen noch berufliche Einschränkungen da, zb kein Schichtdienst mehr.

Gemäß dieser Empfehlungen geht der Weg denn weiter.

Hallo Sternenfee1109,

Sie schreiben:

Wenn eine Reha ohne Erfolg bleibt, wie geht es dann weiter?

Nach einem Wegeunfall im Februar mache ich seid Mai ambulante und stationäre reha. Nun hieß es das keine weitere mehr genehmigt wird da ausgeschöpft und man nun schauen müsste. Heißt dann was? Jetzt der Punkt wo es um Erwerbsunfähigkeit Rente geht?? 

Antwort:

REHA ohne Erfolg!

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Verletztengeld-438.html

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Verletztenrente-439.html

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Hier sind in der Regel sowohl die Berufsgenossenschaft als auch die DRV mit im Boot!

Die Angelegenheit ist sehr komplex und kompliziert, weil zum jetzigen Zeitpunkt wohl niemand zuverlässig prognostizieren kann, ob bei Ihnen durch den Wegeunfall bleibende Schädigungen (Leistungseinschränkungen) zurückbleiben!

Sie sollten also in Ihrem eigenen Interesse großen Wert darauf legen, daß Ihre eigene Krankenakte stets aktuell und auf Vordermann ist und glasklare, sehr detaillierte Arzt-/Entlassungsberichte beinhaltet!

https://erwerbsminderungsrente.biz/erwerbsminderungsrente-hausaufgaben/der-rote-faden/

Grundsätzlich gilt: "REHA geht vor Rente!"

Dieser Schritt scheint bei Ihnen bereits ausgereizt zu sein!

Nun stellt sich die Frage, welche dauerhaften Schädigungen bleiben durch den Wegeunfall zurück?

Oft sind dies nicht nur Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, sondern auch psychische Belastungen wie Depressionen!

Hier ist die zuständige Berufsgenossenschaft am Zug:

Gegen die BG sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse auf gar keinen Fall ohne kompetenten und versierten Rechtsbeistand agieren, denn die BG`s sind Weltmeister im Ablehnen von Leistungen und Verletztenrenten kommen in der Regel erst ab einem MDE von mindestens 20 % zum Tragen!  Alleine schon diese 20 % sind für viele Betroffene eine große Hürde! 

Zunächst einmal müßen Sie sich darüber im Klaren sein, daß das Sozialversicheurngs-System knallharte Leistungsgrenzen hat!

Soll heißen:

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und kann jederzeit auf leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden, selbst wenn dort keine leichten Tätigkeiten verfügbar sind!

Krankengeld/Verletztengeld ist in der Regel auf maximal 78 Wochen begrenzt!

Im Anschluß an das Krankengeld/Verletztengeld folgt in der Regel das ALG 1!

Die zeitliche Begrenzung des ALG 1 kann in der Regel im Zusammenhang mit einem Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer des Antragsverfahrens ausgedehnt werden und in diesem Zusammenhang sollten die diversen Meldepflichten unbedingt beachtet werden!

Stichwort: "Nahtlosigkeitsregelung!"

Die BG bzw. Krankenkassen warten aber nicht immer ab, bis die 78 Wochen um sind, sondern setzen die Betroffenen meist schon sehr viel früher unter Druck mit der Verpflichtung zu einer REHA-Maßnahme, welche dann ggf. je nach Einzelfall in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgedeutet werden kann!

In diesem Zusammenhang geht es für die verschiedenen Sozialversicherungsträger nicht zuletzt auch ums Geld, denn das Krankengeld/Verletztengeld/ALG 1 ist ja in der Regel höher als die Erwerbsminderungsrente!

Natürlich kommt dann für Sie früher oder später die Situation, wo Sie genau wissen müßen, was Sie eigentlich wollen und was Sie auf Dauer am Arbeitsmarkt noch leisten können!

Die Erwerbsminderungsrenten werden in der Regel zeitlich befristet bewilligt bis maximal 3 Jahre und müßen dann rechtzeitig vor Ablauf der zeitlichen Befristung weiter beantragt werden, wenn sich die gesundheitliche Situation nicht gebessert hat bzw. sich nicht bessern läßt!

Ich will eigentlich keine Rente sondern wieder endlich normal arbeiten gehen. Jemand meinte ich müsste dies alles nun beantragen bzw zu Gutachtern usw. Kennt sich jemand mit diesem Ablauf der kommt ein wenig aus? 



Antwort:

Nur Sie selbst als die betroffene Person (als mündiger Patient) können im Endeffekt wissen und einschätzen/beurteilen, wie es um Ihre Leistungsfähigkeit tatsächlich bestellt ist!

Wenn Sie sagen, ich bin topfit und  will von der BG keine Verletztenrente und von der DRV keine Erwerbsminderungsrente, dann bleibt Ihnen ggf. nichts anderes übrig, als ins Hamsterrad zurückzukehren und sich dort weiter regelmäßig abzustrampeln!

Niemand wird Sie davon abhalten!

Wenn Sie aber der Meinung sind, daß Sie nicht mehr voll belastbar sind, dann müßen Sie Nägel mit Köpfen machen, Ihre eigene Krankenakte auf Vordermann bringen, Fakten sammeln und zusammen mit Ihrem Rechtsbeistand für Ihre Rechte kämpfen!

Die Sozialversicherungsträger verschenken nichts!

Fazit:

Denken Sie auch an einen Antrag auf Schwerbehinderung für den Fall, daß dauerhafte Schäden vorliegen + ggf. Depressionen!

https://www.vdk.de/deutschland/pages/teilhabe_und_behinderung/9196/der_schwerbehindertenausweis

http://www.versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/index.html

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Die Frage ist, was man selbst als Erfolg ansieht?

Das optimale Ergebnisse aus objektiver Sicht wäre natürlich die volle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Das will aber nicht jeder, sondern oftmals wird eine Reha nur mit dem Ziel angetreten, im Entlassungsbericht die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt zu bekommen.

Realistisch halte ich eine Linderung des Leidens schon für einen Erfolg. Letztlich hängt es aber zum Teil auch von jedem Einzelnen ab, ob er danach wieder arbeiten möchte oder nicht.

Wenn gar nichts mehr geht ist ein Rentenantrag wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit die einzige Alternative,.


Nach einer erfolglosen Reha bleibst Du zunächst arbeitsunfähig und stehst dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Es sei denn Du willst unbedingt wieder arbeiten, dann steht das ganze auf einem anderen Blatt. 

Der nächste Schritt wäre, daß Du einen Antrag auf die Erwerbsminderungsrente bei der DRV stellen wirst. Den Antrag kannst Du im Internet runter laden oder Dir auch zuschicken lassen. Fürs richtige Ausfüllen kannst Du einen Rentenberater der DRV aufsuchen, die machen das mit Dir kostenlos. 

Vom Antrag bis zur Entscheidung kann 6 Monate vergehen, muß aber nicht so lange dauern. Du wirst vermutlich noch einen Gutachter der DRV aufsuchen müssen, um Deinen Gesundheitszustand und die tatsächliche Arbeitsfähigkeit einzuschätzen. Die DRV wird sich nach dem Gutachten richten. 

Sollte der Antrag abgelehnt werden, hast Du ein Recht auf Widerspruch. Hierfür macht es Sin beim SOVD oder beim VDK Mitglied zu sein, damit Du Rechtsbeistand hast um den Widerspruch durchzuführen, es sei denn Du hast eine Rechtsschutzversicherung. 

Bei erfolglosem Widerspruch stehst Du höchstwahrscheinlich wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, da Du als arbeitsfähig eingestuft wirst. 

Du kannst aber auch ein oder zwei Jahre später ein neuen Anlauf nehmen und die Rente wieder beantragen, wenn sich Dein Zustand nicht gebessert hat. Habe auch erst beim zweiten Anlauf die Rente bekommen. 

Dann wird ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt.

OK danke!!  muss ich den selbst stellen oder läuft sowas dann auch von der BG aus, da es ein Wegeunfall war? 

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@Sternenfee1109

Frag doch mal bei der BG nach, mit solchen Fällen kenne ich mich nicht aus. Normalerweise stellt man den Antrag selbst.

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Bei einen Bg Unfall kannst du beides Beantragen: MDE bei der zuständigen Berufsgenossenschaft und Erwerbsminderungsrente bei der Deutschen Rentenversicherung. Je nach Rehaabschlussbericht ( siehe meine andere Antwort)

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Reha geht bis zum Erfolg.  Wenn man ohne Erfolg aus der Reha kommt, hat man gegen die Heilung entschieden. 

Ich habe nicht gegen Heilung entschieden. Möchte weiter reha machen aber mir wurde gesagt das es nur bis zu einem bestimmten Zeitraum genehmigt wird. Dann wohl eine Minderungsrente gemacht werden muss, will keine Rente, sondern wieder normal arbeiten gehen 

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