Wenn eine Macht, ein "Gott" das Universum erschaffen hat, ist er dann nicht auch wissenschaftlich erklärbar?

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Hallo eldurion,

Wenn nicht, ist es ja der Beweis das er gar nicht existiert.

der Versuch, "Gott" mit einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu widerlegen, ist derselbe grundsätzliche Kategorienfehler, auf dem der Kreationismus beruht - nur aus dem entgegengesetztem Blickwinkel betrachtet.

Der Gegenstandsbereich der Naturwissenschaften ist schränkt auf durch Beobachtungen testbare Aussagen. Wir suchen in den Naturwissenschaften gesetzmäßig ablaufende Prozesse in der Natur zu erkennen, zu verstehen und zu beschreiben, so dass wir zu brauchbaren Anwendungen und Vorhersagen für weitere Beobachtungen kommen.

Die philosophische Basis der Naturwissenschaft ist folgerichtig der schwache ontologische Naturalismus: Das bedeutet:  Wir schließen "Gott" oder einen transzendenten Seinsbereich nicht aus, gehen aber davon aus, dass wir die Vorgänge in der Natur ohne Rückgriff darauf verstehen und beschreiben können.

Über philosophische Deutungsfragen des Daseins, über Gott, Sinn, ... macht Naturwissenschaft keine Aussagen. Existenzialistische Themen gehören einfach nicht zu unserem Gegenstandsbereich in der Physik. Der Sinn des Lebens kommt in keiner Formel vor.

Man sollte ihn deshalb auch nicht darin suchen. Gott auch nicht. Ebensowenig kann man aber beides damit widerlegen. Die Physik sagt dazu einfach gar nichts.

Denn etwas was nicht erklärbar ist, kann nicht existieren, wenn wir
Menschen so intelligent wären, das wir alles verstehen, würden wir doch
wissen das Gott nicht existiert, und es nur ein sehr sehr komplexer
Prozess war der da abging vor 13 milliarden jahren.

Nein.

Selbst wenn wir den Urknall und sämtliche Fragen dazu naturwissenschaftlich klären könnten, würde das immer noch nichts über "Gott" aussagen.

Es würde lediglich belegen, dass ein wortwörtliches Festhalten an welcher heiligen Schrift auch immer, keine sinnvolle Haltung ist. Diese Schriften sind Glaubenszeugnisse. Historische Autoren erzählen und darin aus ihrem soziokulturellen Zusammenhang und heraus aus dem Wissen ihrer damaligen Zeit über ihren Glauben. Dass diese Texte weder historisch korrekte Berichte der Weltentstehung darstellen, noch Naturkundebücher, das wissen wir aber heute bereits längst.

Weder belegen unsere Wissenslücken in den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen Gott, noch könnte eine vollständige Naturwissenschaftliche Erklärung Gott widerlegen. Als "dem historischen Kontext geschuldet" erkannt werden nur religiöse Aussagen über die Natur.

Grüße

Ich kann nur beschreiben, warum ich persönlich an den Gott glaube, der sich uns m. E. in der Bibel offenbart und bin davon überzeugt, dass die die Bibel das ist, was sie von sich selbst behauptet, zu sein: Gottes wahres Wort und Offenbarung für die Menschen (vgl. 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,21). Für mich gibt es für die Wahrheit dieser Aussage viele Gründe, z. B. ihre Argumentation, ihre Logik und ihr Aufbau, die Einzigartigkeite ihrer Entstehung und Überlieferung, der Bereich "erfüllte Prophetie" usw..

Der verstorbene Simon Greenleaf war ein Experte in Fragen über Rechtsgrundlagen. Nachdem er sich mit den Beweisen für die Auferstehung auseinandergesetzt hatte, kam er zu dem den Schluss: „Also war es unmöglich, dass sie, was sie geschrieben hatten, fortdauernd hätten bestätigen können, wenn Jesus nicht auferstanden wäre, und wenn sie diese Tatsache nicht mit absoluter Sicherheit gewusst hätten.“ Greenleaf, ein Jude, begann dann an Jesus Christus als Messias zu glauben.

Nach einer juristischen Überprüfung kam Lord Darling, der ehemalige oberste Richter von England, zu dem Ergebnis: „In ihrer Eigenschaft als lebendige Wahrheit ist die Auferstehung solch ein überwältigender Beweis, durch Tatsachen und Indizien, dass es jeder intelligenten Jury der Welt gelänge, das Urteil zu fällen: Die Auferstehungsgeschichte ist wahr.“ George Eldon Ladd schrieb in seinem Buch: „Die einzige vernünftige Erklärung für diese historischen Tatsachen lautet, dass Gott Jesus leibhaftig auferweckt hat.“

Ähnlich erging es auch Lee Strobel, der eigentlich beweisen wollte, dass Jesus nicht Gottes Sohn und nicht auferstanden sei. Nach seiner Untersuchung wurde er gläubiger Christ und schrieb das Buch "Der Fall Jesus".

Sehr interessant sind auch die folgenden Zitate berühmter Naturwissenschaftler:

"Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen." Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

"Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. - Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen." Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1946), englischer Astronom und Physiker

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." Werner Heisenberg (1901-1976), deutscher Physiker

Alles hohle Phrasen, die ihre Verfasser selbst anders dargelegt und gemeint, oftmals auch schnell widerlegt haben. Allein der letzte Spruch von Heisenberg ist pure Parodie: Wenn er auf den "Grund des Bechers" kommen wollte, hätte er aufhören müssen zu forschen. Käme man auf diesem "Grund", wäre die Welt zu Ende! Und zum Glück kommen ernsthafte Wissenschaftler nie auf diesen "Grund", also auch nie zu irgendeinem Gott!

Simon Greenleaf - 1783-1853 (englisch-amerikanischer Kreationist): Hochzeit der deutschen und französischen Aufklärung! Was soll er da an klugen Dingen erfunden haben?

Lord Darling  (1849–1936): Zeit der Paradigmen, was soll ein Lord aus der englisch-konservativen Lobby schon an klugen Dingen verfassen? Er spielt nirgendwo eine herausragende Rolle!

Lee Strobel, ebenfalls Kreationist und außerdem Sensationsreporter!

Max Planck hätte sich selbst verteidigen können!

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Erklärbar ist vieles, aber in der Wissenschaft braucht es nicht nur Erklärbarkeit, sondern auch Beweisbarkeit. Diese Beweisbarkeit erfordert aber, dass es sich im uns bekannten Rahmen der Existenz durch Beweise bestätigen oder widerlegen lässt, doch wenn Gott das Universum erschaffen hat, wäre es ein Widerspruch in sich, wenn er nur im Rahmen der uns bekannten Raumzeit existieren, und dadurch für uns beweisbar wäre. Schließlich muss er eine Reife erreicht haben, durch welche er imstande wurde, das Universum zu erschaffen und das geht eben nicht, wenn der Urknall, welchen er ja auch erschaffen müsste, bereits stattgefunden hat. Wenn der Urknall jedoch noch nicht stattgefunden hatte, als er sich so weit entwickelt hatte, dann hätte die uns bekannte Raumzeit noch gar nicht begonnen. Folglich muss er sich in einer uns unbekannten Raumzeit so weit entwickelt haben, um das Universum erschaffen zu können, weshalb er existenziell von der uns bekannten Raumzeit unabhängig ist und wir ihn deshalb weder durch Beweise bestätigen, noch widerlegen können. Somit ist seine Existenz für die Wissenschaft irrelevant, weil es keine Beweise für oder gegen seine Existenz geben kann.

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