Wenn eine differenz in der kasse besteht muss ich die aus meinem eigenen geldbeutel zahlen?

3 Antworten

Wenn man im Einzelhandel arbeitet (zB Supermarkt, Tankstelle etc.), dann hat man als Kassierer/in mit dem Geld des Arbeitgebers (AG) zutun. Da es normal ist, dass hier und da kleine Differenzen in der Kasse entstehen (sowohl positive als auch negative) gibt es das sog. Mankogeld. Zum normalen Lohn des Arbeitnehmers (AN) kommt nochmal ein Betrag zwischen 20 und 200 EUR (je nach Art des Einzelhandels). Diesen Betrag bekommt der AN normal mit dem Lohn ausgezahlt. Hat er dann ein Minus in der Kasse, so muss der AN das Geld in die Kasse legen, da er ja eine Mankogeldzahlung bekommt. Erreicht das Minus einen Wert, der HÖHER als das gezahlte Mankogeld ist, so muss der AN nur das bezahlen, was er auch an Mankogeld bekommt.

Der klassische Fall (ist zufällig so) sind Tankstellen. Viele AG zahlen kein Mankogeld und fordern dann, wenn es zu einem Kassenminus kommt, das Geld vom AN. Ein Kassenminus kann in diesem Bereich zwischen 1 Cent und 5 EUR liegen - selten ist es mehr. Selbst wenn es aber Beträge sind, die einen Rahmen von 50 oder mehr Euro sprengen, so muss der AN diese nicht bezahlen. Im Arbeitsrecht gilt nämlich, dass der AG dem AN diese Fahrlässigkeit, die zum Verlust des Geldes führte, nachweisen muss. Das kann er in der Regel nicht. Ferner hat der AG nicht das Recht den Lohn mit einem Kassenminus zu verrechnen. Einmal, weil dies steuerrechtlich problematisch ist - je nachdem in welcher Entgeltart (Brutto/Netto etc.) der Lohn einbehalten wird und auch weil es rechtswidrig ist den Lohn des AN aufzurechnen. Die Aufrechnung bei Lohn ist regelmäßig unzulässig. Wenn ein AG also keine Mankozahlung leistet, dann darf er eindeutig NICHT den Lohn des AN mit einer Kassendifferenz verrechnen. Der AG muss zu dem, wenn er einen Schaden geltendmachen möchte, beweisen, dass der AN diesen mindestens grob fahrlässig verursacht hat. Dazu muss er darlegen, dass es ein echtes und tatsächliches Kassenminus gibt. Ein echtes und tatsächliches Kassenminus ist gegeben, wenn eine Differenz NICHT auf eine nicht erfolgte Umbuchung zurückzuführen ist. Wenn man also eine Ware zurücknimmt und vergisst ein Storno zu machen, dann ist dies kein tatsächliche sondern nur eine rechnerische Differenz.

http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20120304133541AAbDK73

In der Regel ist es so üblich, dass Leute an der Kasse die Differenz aus eigener Tasche zahlen müssen. Damit will man verhindern, dass sich die Kassierer was in die Tasche stecken. Wenn einem Elektriker die Glühbirne aus der Hand fällt, dann muss er nichts zahlen, weil es nicht grob fahrlässig war. Hat er einen Kasten Bier getrunken und schmeisst dann die Glühbirne runter, wird er sie auch zahlen müssen. In Deinem Fall muss aber im Arbeitsvertrag stehen, dass Du die Differenz zahlen musst. Dann ist es rechtens.

das können unternehmen durchaus in den vertrag schreiben.

es können ja mal nicht 99 cent sein, sondern 30 euro.

Was möchtest Du wissen?