Wenn ein Psychater oder ein Therapeut den Verdacht hat, dass einer seiner Patienten jemandem was angetan hat, wird er das doch wohl der Polizei melden oder?

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2 Antworten

Die Schweigepflicht gilt absolut. Alles, was dem Arzt in seiner Eigenschaft als Therapeut zu Ohren kommt, darf nicht weitergegeben werden ohne das Einverständnis des Patienten. Dabei geht die Schweigepflicht über das Interesse von Strafverfolgungsbehörden an der Aufklärung eines Falles. 

Will heißen: hat der Arzt den Verdacht, dass ein Patient jemandem etwas angetan hat oder gesteht der Patient es ihm sogar direkt, darf der Arzt keinesfalls diese Information weitergeben. 

Eine Ausnahme kann dann entstehen, wenn der Patient ankündigt, jemandem etwas anzutun, es aber noch nicht passiert ist. Dann könnte der Arzt eventuell im Rahmen der Güterabwägung zu dem Schluss kommen, dass das Recht des noch nicht Geschädigten auf Unversehrtheit höher wiegt als das Recht des Patienten auf Wahren der Schweigepflicht. Wenn das so ist, könnte der Arzt z.b. die Polizei informieren, die dann die Tat verhindert. Der Arzt hätte zwar immer noch etwas verbotenes getan, nach Paragraph 34 StGB ("Rechtfertigender Notstand") würde sein Bruch der Schweigepflicht aber straffrei ausgehen, weil er einem höheten ziel diente. 

Außerdem gilt die Schweigepflicht nur, wenn der Arzt das Wissen über die Tat im Rahmen seines Jobs erhält. Hört er von einem Verbrechen auf der Straße oder erzählt ihm jemand, der nicht Patient bei ihm ist, etwas von einem Verbrechen, darf der Arzt wie jeder Bürger auch diese Information weitergeben. 

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Nein, dass verbietet die Schweigepflicht. 

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Kommentar von kleinerhelfer97
16.07.2017, 22:04

die Schweigepflicht beinhaltet sicher nicht, dass man einen Mord verschweigt den eine andere Person getan hat! Schweigepflicht hat ihren Rahmen der nicht ins Unendliche gedehnt werden kann.

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