Wenn ein Patient stirbt :(

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7 Antworten

Ich versuche mal ein wenig ausführlicher zu antworten, da ich von den Kommentaren hier wie 'Beruf verfehlt' wirklich nichts halte. Ich glaube im Gegenteil es spricht für Dich, wenn Dich so ein Vorfall nicht kalt läßt. Andere wären vielleicht schon so abgestumpft, daß sie mit einem Schulterzucken über die Sache hinweggehen und denken 'so ein Pech aber auch...'. Du dagegen nimmst Dir zu Herzen was mit den Patienten passiert, das ist eine gute Sache!


Aber natürlich ist dieses Mitgefühl nicht mehr gut, wenn Du daran kaputt gehst. Um auf diesen besonderen Fall zu sprechen zu kommen muß ich sagen: MRSA-Patienten haben insgesamt im Krankenhaus eine schlechtere Versorgung als nicht-isolierte Patienten. Es dauert immer länger, bis man sich eingeschleust hat und keiner hat Lust, sich öfter als nötig in Kittel und Mundschutz zu werfen. Das ist eine Tatsache die zwar traurig ist, für die Du aber erstmal nichts kannst. Du selber hättest Dich schneller umziehen können - stimmt! ABER: stell Dir vor, Du wärst gerade bei einem anderen Patienten gewesen und hättest ihn gewaschen oder gerade beim Aufstehen geholfen oder sonst irgendetwas wo Du nicht sofort weggekonnt hättest. Auch dann hätte der Patient erstmal warten müssen. Fakt ist, Du arbeitest nicht auf einer Intensivstation, wo sofort rund um die Uhr jemand da sein muß, sondern auf einer Normalstation. Was ich sagen möchte ist, daß es viele Faktoren gibt, die an dem Ereignis schief gelaufen sind und daß Du etwas länger zum umziehen gebraucht hast, ist nur ein Aspekt davon. Du bist nicht schuld daran daß die Arterie wieder aufgegangen ist und das mußt Du Dir klar machen. Wichtig ist, daß Du lernst. Also überleg Dir: Wo hätte ich in diesem Fall besser handeln können? Und dann ziehst Du eine Lehre für die Zukunft, beispielsweise: wenn ein MRSA-Patient klingelt, öffne ich zuerst kurz die Tür und Frage was er möchte, danach kann ich mich in aller Ruhe umziehen.


Was Deine Alpträume angeht, glaube ich, daß es eine normale Art ist, etwas zu verarbeiten, was Dich beschäftigt. Wichtig ist, daß Du nicht jede Nacht davon träumst. Sollte das der Fall sein, glaube ich auch, daß Du Dir Hilfe holen solltest und wenn Du das Problem ständig hast, solltest Du wirklich überlegen, ob es Dir das Wert ist für den Rest Deines Lebens. Falls es aber nur eine oder zwei Nächte waren, denke ich mußt Du versuchen, die von anderen hier schon erwähnte 'professionelle Distanz' aufzubauen. Das wird Dir im Laufe der Zeit immer leichter fallen, aber hoffentlich nie dazu führen, daß Dir das Schicksal der Menschen gleichgültig wird.

WOW ... Danke für deine Antwort hast dir echt Zeit genommen ... bin begeistert

Danke Ninacita!!! :)

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@Tati711

Gern geschehen! Ich hoffe wirklich, daß Du mehr Spaß an Deinem Beruf hast, als daß er Dir Alpträume bereitet!

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@Ninacita

Ich liebe meinen Job .. ich freu mich jeden Tag aufs neue .. die Freien Wochenenden sind mir zu lang ... das Problem ist aber das ich alle meine Patienten so gerne habe das ich am liebsten Tag und Nacht da sein würde damit sie nicht so alleine sind .. Das sind aber auch wirklich verdammt Liebe Menschen.. Selbst die Patienten die niemand leiden kann ... mit denen bin ich richtig dicke!

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@Tati711

hihi - deine Motivation in allen Ehren, aber Du brauchst echt ein bisschen Distanz ;-)

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Sie sind für den Beruf des Arztes nicht geschaffen! Satteln Sie schleunigst um! Wie sind Sie nur durchs Studium geschlüpft? Als Pfleger oder was auch immer noch viel weniger!

Ich mache ein Ausbildung zur Krankenschwester und bin 18 jahre alt ... also noch kein Studium ... erst später

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Die Fragestellerin ist wohl eher weniger Ärztin. Viel mehr sehe ich hier eine Schwester.

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Also mal ganz ehrlich: Und wenn man noch so sensibel ist, hat man keine Probleme durchs Studium zu kommen. In einem Medizinstudium sieht man doch höchst selten Patienten, wenn dann nur in den Praktika die man macht... Und Beruf verfehlt halte ich auch für etwas übertrieben.

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@Ninacita

Dann haben Sie wohl nie Medizin studiert bzw. niemanden bei diesem Studium begleitet. Medizinstudenten werden von Anbeginn mit nach allgemeinem Verständis harten Dingen konfrontiert, damit sie bei ihrer künftigen Arbeit nicht einfach umkippen, wenn es mal praktisch oder mental etwas ärger wird.

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Also ich kann Dir nur den RAt geben das nicht so nah an dich ran zu lassen.Du musst versuchen Privates und Geschäft zu trennen.Ist schwer aber das kannst Du schaffen.Wenn nicht dann solltest Du einen anderen Beruf machen damit du daran nicht kaputt gehst.Meine Cousine und ich wir reden oft über solche Dinge die im KH passieren und das hilft uns dann in diesem moment darüber gesprochen zu haben.Aber man darf dann nicht weiter darüber grübeln. Und das mit dem MRSA Patienten ist nicht deine Schuld,hörst Du.Ihr habt eh immer sehr viel um die Ohren und er hat es Überlebt das ist doch die Hauptsache oder nicht? Ich wünsche Dir viel Glück und Kopf hoch das wird schon.

Gibt es denn für euch keine phychologische Betreuung oder einen Hilfsdienst, wo ihr euch dran wenden könnt. Oder sprich doch mal mit deinen Kollegen. Die werden wohl das selbe Problem haben. Vieleicht können die dir sagen, wie sie es machen. Ich finde, was Ärtze und Schwestern jeden Tag leisten, ist der absolute Wahnsinn. Ich könnte nicht jeden Tag mit Krankheiten, Tod etc. umgehen. Respekt für euch.

da ich früher auch in einem medizinischen Bereich tätig war in dem es gottseidank nicht um Leben und Tod ging kann ich deine Belastung gut nachvollziehen. Ich kenne viele Ärzte und Pflegekräfte gut. Jeder geht damit anders um - manche finden keinen Weg. Dann ist es sinnvoller den Beruf zu wechseln bevor man daran zerbricht. Ärzte reden manchmal drüber, wann sie ihren 1. Toten durch einen Fehler hatten. Es trifft fast jeden mal - ähnlich wie die Zugschaffner... Es gbt auch keinen Pauschal-Rat, ausser mit Kollegen darüber zu reden. Alles Gute!

danke!

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Du solltest Dir unbedingt psychologische Hilfe holen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit bietet Dein Arbeitgeber entsprechendes an.

Du gehst sonst im Pflegeberuf kaputt - Du brauchst professionelle Distanz.

Dafür gibt es Menschen, die dir helfen können. Mach eine Therapie.

ne ... hab für sowas keine Zeit

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