Wenn ein Klient unter Schweigepflicht steht, darf er über dieses Thema mit seinem Psychologen reden oder besteht gegenüber dem Psychologen auch Schweigepflicht?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Hallo Fliegengewicht4,

Psychologen selbst haben in der Regel einen Supervisor, also jemandem, mit dem sie Fälle aus der eigenen Praxis besprechen können. Ich sage bewußt 'Fälle', also ohne die Möglichkeit der Identifizierung des Klienten. So kenne ich es zumindest.

In dem von Dir beschriebenen Beispiel würde ich differenzieren, was der Klient selbst von Beruf ist bzw. um welche Art von Geheimnis es sich handelt.

Ich habe es selbst noch nicht erlebt, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Beichtgeheimnis z. B. nicht verletzt werden darf. Auch als Rechtsanwalt würde ich nicht unbedingt den Namen von Mandanten erwähnen, wobei ich mich da nicht mit der rechtlichen Seite auskenne. Also bitte alles mit Vorbehalt betrachten.

Da Du es insgesamt sehr allgemein ausgedrückt hast, kann ich Deine Frage also nicht konkret mit Ja oder Nein beantworten. Sollte es sich jedoch beispielsweise um ein Geheimnis innerhalb einer Familie oder unter Freunden handeln, das man versprochen hat für sich zu behalten, würde ich das nicht als Schweigepflicht definieren, sondern da reicht die Schweigepflicht des Psychologen meines Erachtens völlig aus.

Ich hoffe, dass Dir das weiterhilft.

LG

Buddhishi

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fliegengewicht4
17.01.2017, 01:09

Hallo Buddhisi

Danke schön ich meinte z.B. In einer Kinderkrippe, ob man hier dem Therapeuten etwas erzählen darf, obwohl man unterschrieben hat das man es nicht weitererzählt.

1

Hallo Fliegengewicht4,

ja, ein Patient/Klient, also z. B. ein Arzt, Rechtsanwalt...., darf mit seinem Psychologen im Rahmen einer Therapie über solche Fälle reden, auch Einzelheiten.
Was er nicht erwähnen darf, sind Namen, Adressen, oder Einzelheiten, die schon "der gängigen Allgemeinheit auf den Sachverhalt, oder die Person, oder deren Umstände hinweisen..."
Wenn so ein Patient zu mir käme und sagte, "Ich habe da eine Sache mit einem Bürgermeistern in XY-City, der hat Folgendes...."
Und 'die Allgemeinheit' (also die Mitmenschen und ich auch) weiss schon aus den Medien, um wen, oder was hier geht, dann dürfte er mir dieses so nicht sagen, oder ich müsste ihn zwingend auf seine Vertraulichkeit hinweisen.
Ansonsten gilt die absolute Schweigepflicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn also ein Pfarrer mit Schweigepflicht (wegen der Beichte) dem Psychologen von der Beichte erzählen würde, dann wäre das wohl nicht zulässig.

Eine durch Schweigepflicht erhaltene Information, darf nicht zu einer anderen Person gelangen, bloß weil diese ja auch Schweigepflicht hat!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DiColonna
24.01.2017, 05:29

Stimmt. Was bei der Beichte gesagt wurde, steht noch einmal unter einem besonderen Schutz, der vom juristischen Gesetz abweicht. Das Beichtgeheimnis ist absolut. Ein Priester würde auch nicht wirklich mit solchen Dingen zu einem Psychologen gehen.

Ansonsten...siehe Kommentar oben.

1
Kommentar von Dahika
04.03.2017, 11:56

Wenn also ein Pfarrer mit Schweigepflicht (wegen der Beichte) dem Psychologen von der Beichte erzählen würde, dann wäre das wohl nicht zulässig.

Solange er keine konkreten Daten weitergibt, aus denen die Person erkennbar ist, kann er das machen.

Er darf also durchaus sagen: "Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. "Jemand hat mir einen Mord gestanden."

Er darf nicht sagen: "Herr Meier aus der Müllerstraße hat mir letzte Woche gestanden, dass er seine Frau umgebracht hat."

er darf auch nicht sagen: "letzte Woche stand in der Zeitung ein Artikel über einen Mann hier in Posemuckel, der in Verdacht steht, seine Frau umgebracht zu haben. Er war jetzt bei mir in der Beichte und hat es mir gestanden."

1

Buddhishis Antwort ist korrekt. Du hast keine Schweigepflicht wie ein Arzt oder Pfarrer oder Psychotherapeut und Du darfst Deinem Therapeuten gegenüber alles von Deiner Kinderkrippe besprechen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Buddhishi
19.01.2017, 12:00

Danke :)

0

Ein Patient kann mit seinem Psychologen über alles Sprechen. Es ist eine Behandlung wo es nur um den Patienten geht. Das greift keine Schweigepflicht, der Welt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

ja darf er viele Ärzte oder auch selbst Psyschologen gehen ja zum Psyschologen um Dinge zu verarbeiten die sie in Ihrem Job erlebt haben.

Wenn er nicht darüber redet kann er die Dinge ja nicht verarbeiten und der Psyschologe hat ja Schweigepflicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dahika
04.03.2017, 11:58

aber in der Supervision werden niemals konkrete Namen genannt. Sondern immer nur: "ich habe da einen Fall von einer Frau, die...."
Es stehen ja nicht selten auch in Lehrbüchern Fallbeschreibungen drin. Aber eben so unkenntlich gemacht, dass man nicht erkennt, wer die z.B. ritzende Jugendliche nun ist.

1

Was möchtest Du wissen?