Wenn ein Grundstück einen bestimmten Bodenrichtwert hat, kann ich es dann trotzdem teurer verkaufen als der Bodenrichtwert?

9 Antworten

Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre meist zum Stichtag 31.12. auf Grund der Verkäufe der vorangegangenen zwei Jahre vom ortsansässigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte ermittelt. Es sind - wie das Wort es bereits sagt - RICHTwerte, keine gesetzlich oder durch Verordnung festgeschriebenen Werte.

Zur professionellen Bewertung eines Grundstücks gehören auch Grundstücksgrößenumrechungskoeffizienten u. ä.; dafür gibt es Tabellen. - Wenn der Bodenrichtwert (BRW) sich z. B. auf ein Richtwertgrundstück von 700 m² bezieht, Eures aber 1200 m² groß ist, dann ist ist der BRW mit einem Faktor <1 zu multiplizieren, er ist dann also geringer als 170 €/m². Ist es nur 500 m² groß, ist der Faktor >1 und der Wert / m² steigt.

Desweiteren muss man die Preisentwicklung seit der letzten Festsetzung des Bodenrichtwertes in Betracht ziehen. Hast Du also z. B. die 170 € zum Stichtag 31.12.2014 und eine Preissteigerung von ca. 10 % im Jahr, dann musst Du jetzt 10 % und darauf noch einmal gut 5% drauf rechnen.

Grundstücke werden insbesondere in angespannten Lagen nicht nach Bodenrichtwert verkauft, sondern nach dem Maß der baulichen Auslastbarkeit.

In München z. B. kann das so aussehen, dass der BRW 1000 € ist, auf dem Grundstück z. B. Einfamilienhaus als Altbestand steht, man vom Baurecht her aber mindestens ein Doppelhaus oder gar Reihenhaus drauf bekäme, dann kann es passieren, dass man 2000 €/m² oder mehr bekommt.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, nicht der BRW.

Danke. Bekommt man das Grundst. aller Erfahrung nach denn teurer weg als
den BRW, wissen Sie zufällig wie die Chancen da in der Praxis sind?

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@Semiconductor

Das hängt sehr von der Lage des Grundstücks ab. Ich müsste den Orrt kennen und die Lage. Du kannst einfach einmal bei Immobilienscout24.de "Grundstück kaufen" und den Ort eingeben, dann siehst du zumindest die Angebote des Umkreises. Du kannst dann die Suchkriterien eingrenzen, etwas km-Umkreis, Größe von ... bis. So bekommst Du Anhaltspunkte.

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Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Richtwert. Dieser wird z. B. bei der Bewertung in einem Firmenvermögen heran gezogen.

Beim tatsächlichen Verkauf geht es ganz normal nach Angebot und Nachfrage.

Du kannst so viel nehmen, wie du kriegen kannst. WENN du jemanden findest, der deine Forderung erfüllt.

Der Bodenrichtwert hat nur eine juristische bedeutung; das heißt z.B. bei gerichtsprozessen, oder wenn ein Wert in der Bilanz angesetzt werden muss.

Ökonomisch gesehen dagegen ist der Bodenrichwert ohne jegliche bedeutung. Das liegt zum einen dran, dass es sich ökonomisch gesehen nicht um einen Wert handelt, sondern um einen preis, denn man wahrscheinlich erzielen kann. Zum zweiten wird dieser erzielbare Preis nicht aufgrund der tatsächlichen Angebot und Nachfrage ermittelt, sondern nur grob abgeschätzt.

Für Transkaktionen hat der Bodenrichtwert erst mal gar keine Bedeutung.Höchstens dass eine Partei mit dem Bodenrichtwert argumentieren könnte, um seine Preisvorstellungen zu begründen.

Wenn ein Gutachter das Auto auf 20.000 Euro schätzt, so ist man auch nicht verplichtet, das Auto zu diesem Preis zu verkaufen. Es ist genau das gleiche Problem.Man gibt aber schon mal gerne solche Gutachten in Auftrag, um einen hohen Preis begründen zu können.

Ich kann jetzt allerdings nicht ausschließen, dass es Konstellationen gibt, dass man an diese Bodenrichtwerte gebunden ist. Aber wie gesagt, dass wären dann juristische vorgaben.

Danke. Bekommt man das Grundst. aller Erfahrung nach denn teurer weg als den BRW, wissen Sie zufällig wie die Chancen da in der Praxis sind?

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@Semiconductor

"Erfahrung" nützt hier überhaupt nichts.

Es kommt darauf an, ob ein Verkäufer und ein passender Käufer zusammen gebracht werden

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@DerHans

Oh doch. Hätte ich einen Angabe dazu, dann wäre meine Vorstellung schon etwas realistischer.

Außerdem habe ich berndcleve geantwortet.

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