Wenn ein geliebtes Tier eines Kindes stirbt ist es dann psycholigisch besser wieder ein ähnliches Tier als Ersatz zu besorgen?

... komplette Frage anzeigen

18 Antworten

Mir tun die Worte "Ersatz" und "besorgen" im Zusammenhang mit einem Lebewesen weh. Ich nehme mal an, das waren Schwierigkeiten mit dem Ausdruck.

Erst mal würde ich es für das Kind für wichtig halten, daß es trauern darf und seine Trauer ernst genommen wird. Dazu gehört ein würdiger Abschied für das Tier. Wenn ein Garten vorhanden ist, sollte es eine Beerdigung und ein Grab geben. Dort kann man ein selbst gebasteltes Kreuz setzen und Blümchen pflanzen. Da dürfen und sollen die Tränen fließen. Dahin kann das Kind immer wieder gehen, wenn es an das Tier denkt und dort Zwiesprache halten.
Wenn es keinen Garten gibt, sollte es ein Andenken an das Tier geben, z.B. ein Haarbüschel oder Federn. Das kann man in einem Kästchen aufbewahren und ein Bild dazu stellen.

Eltern neigen im besten Wollen dazu, die Tränen ihrer Kinder möglichst zu verhindern. Aber ungeweinte Tränen bedeuten nicht die Abwesenheit von Schmerz. Sie verhindern eher die Verarbeitung des auslösenden Schmerzes, in diesem Fall des Todes (eines geliebten Tieres). Meist ist das die erste Begegnung eines Menschen mit dem Tod, eines der Mysterien unserer Existenz.
Tränen sind das Schmelzwasser von den Gletschern unserer Seele.

Laß deinem Kind Zeit. Du wirst merken, wann es Zeit ist, wann das Herz deines Kindes wieder offen ist, für ein neues Tier, wann es seine Liebe wieder neu verschenken kann.

In der Regel ist es sinnvoller, wenn das neue Tier dem alten nicht zu ähnlich ist. Ob man will oder nicht, vergleicht man beide und dabei kann das neue Tier nur verlieren. Es kann nie so sein, wie das gestorbene. Dabei übersieht man die Einmaligkeit dieses Lebewesens, ein Verlust für beide Seiten und eine Ungerechtigkeit gegenüber dem neuen Tier.

Es ist modern, Kindern alles zu sagen und sie an allen möglichen Entscheidungen zu beteiligen. Dabei wird meiner Meinung nach übersehen, daß Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Große Menschen nennt man eben deshalb "Erwachsene", weil sie wie Pflanzen, in Jahren körperlich aber auch geistig-seelisch gewachsen und gereift sind. Dazu braucht es Zeit, bei Menschen viel Zeit.
So wie ich von einem Kind nicht erwarten würde, daß es mit 3 Jahren lesen kann, würde ich nicht erwarten, daß es entscheiden kann, ob und wann es Zeit für ein neues Tier ist. Da müssen die Eltern das Feingefühl aufbringen.

Eltern sind dazu da (unter vielem anderen), ihre Kinder körperlich und seelisch vor Überforderung zu schützen und ihnen die Härten des Lebens, wenn es denn sein muß, in bekömmlichen Bröckchen zukommen zu lassen. Einem Kleinkind wurden die Speisen früher aus gutem Grund vorgekaut. (Ich weiß, heute gibt es Gläschen).

Ich wünsche euch, daß du die richtigen Entscheidungen triffst.

Es grüßt euch
DasDackodil

Letztes Jahr ist unsere Westihündin im Alter von 15,5 Jahren gestorben, meine Tochter war ein Jahr alt, als die Hündin zu uns kam, ist also mit ihr Groß geworden. Dementsprechend war es schwer. Mein Hund war länger krank, wodurch man sich vorbereiten konnte und wusste, das es nicht mehr lange geht und trotzdem war es sehr schlimm für uns.

Erst mal muß man trauern - und auch dieses trauern sollte man den Kindern nicht vorenthalten, das ist wichtig, auch im späteren Leben wird man immer wieder damit konfrontiert.

Dann wenn die Zeit der Trauer vorbei ist kann man sich wieder neu orientieren und sich ein neues Tier holen. Es wird das alte nie ersetzen, es kommt ein neues Lebewesen in die Familie. Auch wenn ein Mensch stirbt, ersetzt man den nicht, aber zwangsläufig lernt man andere Menschen kennen und schätzen und kommt wieder in eine neue Beziehung, oder etwa nicht?

Das ist eine Sache, die man mit dem Kind besprechen sollte. Man kann es ja frgen, ob es wieder ein Kaninchen möchte, gleich oder irgendwann mal. Jedes Kind trauert anders, das eine möchte vielleicht gleich wieder Tiere um die es sich kümmern darf und die einfach da sind, ein anderes will will sich vielleicht auf ein neues Hobby konzentrieren und findes es abgesehen von der Trauer, ga nicht schlimm, daß kein Tier mehr da ist. Kinder, mit denen man das nicht besprechen kann, sind defintiv noch zu klein, um übeherhautp Tiere zu haben. Unterschätz dein Kind nicht, frag es.

Sprich mit ihm über den Verlust, laß es nicht allein damit, biete an, über neue Tiere zu reden, wenn das Kind es möchte (Mehrzahl deshalb, weil Gruppentiere, wie Meerschweinchen z.B. nicht allein gehalten werden dürfen, nur Hamster sind Einzelgänger). Kinder sind in solchen Dingen oft viel pragmatischer, als wir denken. Also nicht dramtisieren, sondern trauern und sprechen!

Hallo ThomasAral,

wir Menschen neigen dazu unangenehme Gefühle schnell wegmachen zu wollen, dabei ist es manchmal wichtig diese auch wahrnehmen zu dürfen und sie dann loszulassen, wenn es Zeit ist.

Gib dem Kind auf jeden Fall Zeit zum Abschied nehmen und zum Trauern. Und nimm Du als Erwachsener auch Dein Mitgefühl und Deine Gefühle war.

Dann könnt ihr beide an dem Erlebnis wachsen.

Und wenn die Phase vorüber ist, ist es wichtig mit dem Kind zu sprechen, was es denn will. Kein Tier mehr, nocheinmal eines, ein ähnliches oder ein anderes. Alles ist möglich und in Ordnung.

Selbst wenn man ein sehr ähnliches kaufen sollte wird es niemals genau gleich sein.

LG, Hourriyah

Kommentar von Dackodil
11.11.2015, 08:25

Ich bin mit allem sehr einverstanden, bis auf eins.
Ich würde das Kind nicht fragen, ob es ein ähnliches oder unterschiedliches Tier will. Oft soll es ein ähnliches Tier sein mit der unterschwelligen Erwartung, es möge (wie) das verstorbene Tier sein. Dabei kann das neue Tier nur verlieren.
Da sollten Erwachsene mit ihrer Lebenserfahrung die Zügel in der Hand haben und dafür sorgen, daß das neue Tier dem alten nicht zu ähnlich ist.

1

Das ist bei Kindern wie Erwachsenen sehr unterschiedlich. Die richtige Trauer gibt es nicht. Manchmal ist es gut schnell wieder ein neues Tier zu haben das einem über die Trauer hinweg hilft. Manchmal kann man sich nicht auf ein neues Tier einstellen. Kindern aufdrängen zu wollen wie man "richtig" trauert ist nicht zielführend. Sollte man auch mit Erwachsenen nicht machen. Es kann einmal so einmal anders sein. Jeder Mensch spürt für sich allein was im Moment gerade gut für ihn ist. Der Tod gehört zum Leben, wie man damit umgeht ist individuell sehr verschieden.

Das Kind muss zu aller erst den erlittenen Verlust verarbeiten (können.. ), das widerum braucht seine Zeit!!! Und die steht ihm ohne Frage ganz den persönlichem bedarf entsprechend auch zu.
Und wenn das Kind irgendwann von sich aus den ersten Schritt machen sollte, wz.B. wieder vermehrt über ein eigenes Tier nachzudenken, es wünsche in die Richtung äußert (usw.)(usf.)

Dann ist eventuell schon mal langsam ein etwas neuerer abschnitt angebrochen.,
und wer weiß schon....... wäre eine Frage der Zeit bis ein neuer tierischer Begleiter seinen Platz auf Lebenszeit beim Kind beziehen könnte...

Ein Tier ist ein Lebewesen! Die o.g. Situation wäre unangebracht. Einem Kind, das noch gar nicht vollständig über den Tod seines Tieres hinweg ist - in gewisser Weise sogar ansatzweise irgendwie traumatisiert vom Tod... wer weiß schon.... -
Das wäre nicht fair!! Gegenüber dem neuen Tier schon mal gar nicht, wenn sich in eine Atmosphäre einleben muss, die dazu nicht geschaffen ist. Wenn ersteres Tier nicht wirklich vollständig den ewigen platz im Kinderherzen erreicht hat, von wo aus es für das Kind immer noch weiterleben wird...
Dann würde ein neues Tier am wahrscheinlichsten zu früh ankommen.. und viel mehr Opfer dessen als der misslungene Versuch, ein Individuum durch ein Individuum zu ersetzen...

Ich würde mit dem Kind absprechen, wie es zu einem neuen Tier steht und wenn es gerne eines haben möchte, kann man ja auch absprechen, was es für eins sein soll:)

Ich würde mit dem Kind vorher reden, bevor man ein neues Tier kauft. Denn schließlich sollte das Kind selbst entscheiden, ob es überhaupt ein neues Haustier möchte oder ob die Trauer noch zu tief sitzt. :-)

ich würde sagen man sollte einfach eine gewisse zeit warten. das kind muss zeit haben richtig um das haustier zu trauern und diese trauer-phase abzuschließen. wenn du das gefühl hast, es ist drüber hinweg, dann kann man ruhig wieder ein neues anschaffen.

ansonsten ist, wie du selbst sagst, die gefahr da, dass es ein falsches bild von verlust bekommt und das leben nicht richtig wertschätzen lernt.

Wichtig ist, dass man den Tod des Tieres mit dem Kind bespricht. Dann wird auch schnell klar, ob das Kind sich vorstellen kann überhaupt wieder ein Tier zu haben oder wann. Ein sehr ähnliches Tier würde ich nicht empfehlen, aus eben den Gründen, die du selbst genannt hast. Aber zum Beispiel eine weiße Katze, wenn die getigerte gestorben ist, oder so. Je nach Wunsch des Kindes. Vielleicht möchte es ja auch lieber ein Kaninchen oder so... Lass das Kind entscheiden. 

Kommentar von Viowow
11.11.2015, 08:38

ein kaninchen sicher nicht...

1

Wenn z. B. die geliebte Oma stirbt, kann man diese auch nicht ersetzen! Man ist als Eltern dann in der Pflicht, sein Kind altersgerecht über Leben und Tod aufzuklären. Je früher man damit anfängt, um so besser.

Kommentar von Dancer88
10.11.2015, 22:32

Allerdings kann man die Oma nicht mit dem Haustier vergleichen.

1
Kommentar von Larimera
10.11.2015, 22:34

Ich wollte mit dem Beispiel verdeutlichen, das jedes Lebewesen einzigartig und niemals ersetzbar ist! Weder Mensch noch Tier.

2

Kein Tier ist ersetzbar! Meiner nachbarins Hund ist gestorben, hat sich nach 1 Woche wieder einen geholt. Selbe Rasse, gleicher Name. Als meine Katze starb, habe ich nach einem Jahr etwa die Trauer überwunden und selbst gespürt, wann ich bereit für eine neue Katze war. Trauer ist wichtig und auch Zeit.... Imho

Hallo, ersetzen kann man das verstorbene Tier ja sowieso nicht. Mir half es z.B. dabei, meine Trauer besser zu verarbeiten und mich abzulenken. Aber wie hier auch schon gesagt wurde, müssen Kinder lernen mit dem Tod umzugehen und konfrontiert zu werden. Lg:)

Besser wäre eins das komplett anderst ist.

Ein neues Tier ist sinnvoll, wenn das Kind dies auch will. Nätürlich brauchy es einige Zeit der Trauer, dass kommt aber auch aufs Tier an. Also Katze und Hund länger als Rennmaus.

Kommentar von Bitterkraut
10.11.2015, 22:27

Nö, das kommt nicht aufs Tier an. Das kommt aufs Kind an.

1
Kommentar von vigidewuessi
10.11.2015, 22:53

Sicher kommt es auch aufs Kind an, mit einem Hund oder einer Katze hat man aber eine andere Bindung.

1

Halte ich für ne absolute Schnapsidee, wo soll das hinführen? Das Kind soll den natürlichen Kreislauf des Lebens kennen lernen...

Ich habe das nie gemacht. So können Kinder lernen, dass es auch den Tod gibt.

ich glaube das ist relativ egal. wenn das tier wei du schreibst von dem kind geliebt wurde, dann wird auch ein ähnliches tier danach keine solche  achtlose denkweise bei dem kind auslösen,.

Was möchtest Du wissen?