Wenn ein Fußgänger über die Ampel geht und angefahren wird und der Autofahrer Fahrerflucht begeht wie endet es?

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11 Antworten

Hier muss man (mal wieder) zwischen Zivil- und Strafrecht unterscheiden:

Strafrechtlich gilt es festzuhalten, dass die Autofahrerin sich zumindest nach § 142 StGB wegen Unfallflucht und nach § 323c StGB wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar gemacht hat. Dein "Mitverschulden" am Unfall wirkt sich hierauf überhaupt nicht aus.

Soweit Du einen Strafantrag stellst, kommt auch noch eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung gem. §§ 229, 230 StGB in Betracht. An dieser Stelle kann sich Dein Mitverschulden schon eher strafmildernd auswirken.

Erst wenn Du zivilrechtlich gegen die Frau vorgehst, wird auch Dein Mitverschulden relevant. Ich denke zwar nicht, dass Dein Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch um 100 % gekürzt wird, jedoch ist mit einer deutlichen Kürzung zu rechnen. Daher würde ich mir das an Deiner Stelle sparen oder zumindest nur 50 % oder so einklagen.

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Die Autofahrerin muss sich auch entsprechend der StVO (besonders §1)verhalten und Sie hätte mindestens fragen müssen ob du verletzt bist und ihre Personalien dalassen sollen.

Du warst unter Schock - da spürt man keine Schmerzen und du hättest vermutlich auch gesagt, dass alles gut wäre.

Sie wird vor Gericht erzählen, dass sie sich davon überzeugt hätte, dass Du nicht verletzt bist.

Da Du bei Rot gegangen bist (Abbieger können auch in der Fußgänger-Grün-Phase noch Grün haben) hast Du zumindest eine Teilschuld denke ich.

Das spricht sie aber nicht davon frei, dass sie dich angefahren hat und als Unfallbeteiligter nicht mal ihre Daten dagelassen hat. Das ist Unfall mit Fahrerflucht.

Du wirst ggf. ein Bußgeldverfahren bekommen wegen roter Ampel.

Die Fahrerin eine Strafverfahren gem. StGB wegen Fahrerflucht. - Das wiegt sehr viel schwerer.

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Kommentar von Muhtant
04.11.2016, 07:37

seit neustem gibt es auch für Fußgänger Punkte + ggf. Führerscheinentzug/-sperre; wenn solche das rote Licht missachten

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Ich denke auch das sie vor Gericht verliert. Eben wegen Fahrerflucht und unterlassener Hilfeleistung.
Wie Du es bereits geschrieben hast.
Nur das mit der roten Ampel drüber laufen wird mit Sicherheit auch angesprochen und diskutiert.
Vor allem von der Gegenseite weil sie wird sich mit Sicherheit auch einen Anwalt nehmen.
Aber das rechtfertig es nicht Fahrerflucht zu begehen.

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Leider ist an Kreuzungen das Rechtsabbiegen für viele Autofahrer ein Problem, sie denken meine Ampel ist grün, also kann ich mal voll rumziehen, ohne die natürlich gleichzeitig grüne Fußgängerampel zu beachten. In der von dir geschilderten Situation, bist du scheinbar auch noch etwas frühzeitig losgegangen und hast nicht aufmerksam den Verkehr beachtet, somit würde sich für mein Verständnis die Schuld aufteilen, allerdings darf ein/e Autofahrer/in niemals Fahrerflucht begehen. Das ist in jedem Fall ein schwerwiegendes Vergehen.

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Es könnte zwar sein, dass Du wegen der Überquerung der Straße bei Rot eine Mitschuld bekommst, aber Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung werden mit hohen Geldstrafen oder Gefängnisstrafen geahndet.

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Leider ist man als Autofahrer immer schuld wenn so etwas passiert.

Du hast ja geschrieben das sie angehalten hat und nach dir geguckt hat. Und du bist dann ja weiter gegangen. Also musste sie denken das nichts weiter passiert wäre.

Was genau dabei heraus kommt wird sich zeigen. Da kommt es darauf an wie genau das alles passiert ist.

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Du bist ganz klar im recht, mal unabhängig davon das du bei Rot rüber bist was die abbiegerin übrigens gar nicht sehen kann (Dafür wird dich die Polizei gegeben falls noch bestrafen)

Sie hätte anhalten müssen und sofort den rettungswagen holen müssen,du würdest vor Gericht recht bekommen das war Fahrerflucht und unterlassene Hilfe Leistung

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Kommentar von edmuina
04.11.2016, 09:41

natürlich sieht man beim abbiegen, ob die fussgänger rot oder grün haben. wenn der, der bei rot über eine ampel geht plötzlich "ganz klar im recht" ist wo komme wir denn da hin?

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Die Fahrerin wird vielleicht für Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung bestraft, aber sie trägt keine Schuld an dem Unfall da sie grün hatte.

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Also in der STGB steht:

Fahrerflucht mit Personenschaden

Leider kommt es bei einem Unfall mit Fahrerflucht auch zu Personenschäden. Fahrlässige Körperverletzung und Tötung werden im StGB hart geahndet. Passiert ein Verstoß fahrlässig, dann agierte der Verursacher nicht mit der erforderlichen Sorgfalt. Stattdessen verletzte er das Recht pflichtwidrig und nahm den Schaden billigend in Kauf. Hier kommt eine dreijährige Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bei fahrlässiger Körperverletzung auf den Täter zu. Bei der Fahrerflucht drohen auch Punkte. Für eine fahrlässige Körperverletzung werden drei Punkte in Flensburgfällig.

§ 142 StGB – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Bei der Fahrerflucht handelt es sich um eine Straftat. Daher wird das für die Fahrerflucht geltende Strafmaß auch im Strafgesetzbuch (StGB) reglementiert. In § 142 StGB wird zunächst beschrieben, wann ein Unfallbeteiligter überhaupt eine Fahrerflucht im strafrechtlichen Sinn begeht. Das ist nämlich dann der Fall, wenn sich der Fahrer von der Unfallstelle entfernt, bevor er

    zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat odereine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen

Ein Unfallbeteiligter ist ferner jede Person, die durch ihr Verhalten zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat. Das kann auch ein Mitfahrer im Pkw sein, wenn er etwa ins Lenkrad gegriffen hat und somit aktiv am Unfallgeschehen beteiligt war. Er ist indes kein Unfallbeteiligter, wenn er einfach nur passiv auf dem Beifahrersitz bleibt, während das Unglück passiert.

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Kommentar von sebastianla
04.11.2016, 09:02

die durch ihr Verhalten zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat.

Richtig muss es heißen "haben kann". Auch jemand, bei dem sich herausstellt, dass er am Unfall völlig unschuldig war und den Unfall nicht hätte vermeiden können, kann sich wegen unerlaubten Entfernen vom Unfallort strafbar machen!

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Dass die fahrerin abgehauen ist, ist eine sauerei.
Dabei darf man aber nicht vergessen:
Du hast den unfall verschuldet.
Diese tatsache bleibt.
Ich gehe davon aus, dass ein geschädigter keine unfallflucht begehn kann. Bleibt also die unterlassene hilfeleistung. Diese sollte aber auch nicht so schwer wiegen, da nach deiner schilderung ja noch mehrere menschen anwesend waren.

Hast du am boden gelegen als sich die fahrerin entfernte?

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Kommentar von uni1234
04.11.2016, 10:48

Ich gehe davon aus, dass ein geschädigter keine unfallflucht begehn kann.

Das stimmt natürlich nicht. Jeder Unfallbeteiligter kann Unfallflucht begehen. Manchmal hilft ein Blick ins Gesetz: § 142 StGB.

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Wie das enden würde kann man nicht sagen, weil man nicht weiß, um was es denn schlussendlich geht.

Wie kam die Polizei ins Spiel? Hast du rechtliche Schritte eingeleitet?

Nette Storry, aber mit fast keinen relevanten Infos.

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Kommentar von mighty075
04.11.2016, 07:32

Meine erste Ansprechperson war meine Lehrerin und die haben dann gleich die Polizei gerufen und ich musste die Situation denen schildern. Die haben dann eine Anzeige wegen Fahrerflucht, Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung aufgenommen. Das einzige was ich noch brauche sind die Augenzeugen und mein Anwalt 

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