Wenn ein Fremder in meinem die Beifahrertüre öffnet und dabei einen Schaden anrichtet. Zahlt dann auch meine Haftpflicht?

6 Antworten

Hallo,

in vorliegendem Fall kommen i.d.T. zwei Versicherungen in Frage:

Zum einen die Kfz-Haftpflichtversicherung: Diese ist alleine schon aufgrund der durch das Kfz bestehenden Gefährdungshaftung in der Regulierungspflicht. Ein Geschädigter kann sich also an diese Versicherung wenden und seine Ansprüche dort geltend machen.

In dem Falle, dass es sich bei dem "Fremden" weder um den Fahrer noch um den Besitzer oder Halter des Kfz handelt, kann aber auch alternativ der Regulierungsweg über dessen Privat-Haftpflicht gewählt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Tür von innen oder aussen geöffnet wird; die sog. "Benzinklausel" greift als Ausschlußgrund dann nämlich nicht.

Viele Grüße

Loroth

In dem Falle, dass es sich bei dem "Fremden" weder um den Fahrer noch um den Besitzer oder Halter des Kfz handelt, kann aber auch alternativ der Regulierungsweg über dessen Privat-Haftpflicht gewählt werden

Völlig korrekt, und die Kfz-Haftpflicht wird den Schaden NICHT übernehmen wenn der Fahrzeughalter die Schadensmeldung richtig ausfüllt, denn diese tritt gar nicht in die Pflicht der Regulierung wenn der Beifahrer weder Eigentümer, Besitzer, Halter oder Fahrzeugführer ist.

Sollte die Kfz- Haftpflichtversicherung tatsächlich in Vorleistung getreten sein, wird sie den Betrag beim Verursacher (Beifahrer) zurückfordern, da allein dieser Schadensersatzpflichtig ist.

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@Antitroll1234

die Kfz-Haftpflicht wird den Schaden NICHT übernehmen

Sorry, das sehe ich anders: aufgrund der verschärften Haftungslage (Stichwort: Gefährdungshaftung) ist die Kfz-Haftpflicht auch in derartigen Fällen zum Eintritt verpflichtet. Sie kann den Geschädigten eben nicht auf den Verursacher verweisen. Auch für einen Regress sehe ich keine rechtliche Basis, oder?

Was ich in meinem Post sagen wollte: Kfz-Haftpflicht muss - sofern sie angesprochen wird - in so einem Fall regulieren, Man KANN aber halt auch die PHV ansprechen...

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@Loroth

Man KANN aber halt auch die PHV ansprechen...

...es gibt keine Doppelversicherung, hier in diesem Fall ist die PHV des Beifahrers zuständig, nicht aber die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Kfz-Haftpflicht muss - sofern sie angesprochen wird - in so einem Fall regulieren

Nein muss sie nicht und wird in einem solchen Fall auch nicht regulieren.

Der Geschädigte kann Ansprüche beim Verursacher (Beifahrer) stellen.

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@Antitroll1234

Da sind wir wohl unterschiedlicher Meinung:

Aufgrund der hohen Anforderung durch die Gefährdungshaftung sehe ich die Eintrittspflicht der KH weiterhin gegeben.

Das Argument der Doppelversicherung verfängt hier nicht: Im Umkehrschluss würde diese Argumentation ja bedeuten, dass - wenn der Beifahrer gar keine PHV besitzt - die KH dann doch wieder eintrittspflichtig wäre...

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@Loroth

wenn der Beifahrer gar keine PHV besitzt

...dann haftet er wie bei jedem anderen von ihm verursachten Schaden mit seinem Privatvermögen.

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Zahlt dann auch meine Haftpflicht?

Nein, deine Versicherung hat nichts mit dieser Schadensregulierung zu tun.

In einem solchen wie hier beschriebenen Fall einfach die Frage stellen, war derjenige der die Tür gegen das andere Auto schlug,
der Eigentümer ? NEIN
der Besitzer ? NEIN
der Fahrzeughalter ? NEIN
Der Fahrzeugführer ? NEIN

wenn alle Fragen mit Nein beantwortet werden können, ist grundsätzlich die PHV dafür zuständig, und nicht die Kfz-Haftplicht.

Nein, deine Versicherung hat nichts mit dieser Schadensregulierung zu tun.

Falsch - wenn durch die Nutzung des Fahrzeug ein Fremdschaden verursacht wird, zahlt die Kfz-Haftpflicht.

Sie kann jedoch u.U. den Schadensverursacher in Regress nehmen.

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@Apolon

wenn durch die Nutzung des Fahrzeug ein Fremdschaden verursacht wird, zahlt die Kfz-Haftpflicht

Wenn eine Nutzung des Fahrzeuges vorliegt selbstverständlich. Nun muss klar werden wann eine Nutzung vorliegt.

Wenn alle obigen Fragen mit Nein beantwortet werden können, liegt eben keine NUTZUNG des Fahrzeuges vor, dies trifft hier bei dem Beifahrer zu.

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@Antitroll1234

Wenn alle obigen Fragen mit Nein beantwortet werden können, liegt eben keine NUTZUNG des Fahrzeuges vor, dies trifft hier bei dem Beifahrer zu.

Nein - deine Einschätzung ist falsch!

Stelle dir mal vor -  bei dem Fahrzeug läuft der Motor und ein Fahrzeuginsasse steigt aus dem Auto aus und dabei wird ein vorbeifahrender Radfahrer durch die aufstoßende Tür verletzt.

Für diesen Schaden ist immer noch die Kfz-Haftpflichtversicherung zuständig.

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Nein meine Einschätzung ist nicht falsch.

Und was soll das nun wirklich bescheuerte Beispiel das ein Beifahrer aus einem fahrenden Fahrzeug aussteigt ?!?

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@Antitroll1234

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Beschädigung welche durch die Benutzung eines Kfz verursacht wird auch um einen Kfz Haftpflichtschaden. Die Benutzung des Kfz ist gesetzlich weitgehend klar definiert: Ein Fahrer benutzt das Kfz ab Entriegelung mit der Fernbedienung. Ein Mitfahrer benutz das Kfz ab der tätlichen Türöffnung. Ebenso liegt ein Kfz Haftpflichtschaden vor, wenn zb. der Fahrer eines Kfz diesen mit einer Fernbedienung entriegelt und dann im nächsten Moment mit seinem Einkaufswagen ein anderes Kfz beschädigt. Lt. Gesetz wurde das Fahrzeug zum Zwecke der Beladung entriegelt und damit ist der Gefahrübergang von der persönlichen Haftung auf die Sachhaftung des Kfz vollzogen. Bei solch einem Fall spielt es übrigens keine Rolle wie weit die beiden Kfz voneinander entfernt waren.

Weitere Beispiele: Fahrzeugwäsche, wenn ein Krad während der Fahrzeugwäsche vom Ständer fällt und einen Gartenzaun beschädigt, ist das ein Kfz Haftpflichtschaden. / Wenn ein Mitfahrer in einem Kfz durch einen vom Fahrer ver- oder unverschuldeten Unfall verletzt wird oder seine Kleidung beschädigt wird, ist das ein Kfz- Haftpflichtschaden des Fahrzeugs in dem er zum Unfallzeitpunkt saß. Regressansprüche gegen den Unfallverursacher interessieren den geschädigten dabei herzlich wenig.

Übrigens schließt eine Private Haftpflichtversicherung grundsätzlich jedes Haftungsrisiko aus, das durch die Benutzung eines Kfz entsteht. Damit ist nicht gemeint, das wenn jemand in dein Auto steigt und dabei dein Auto im Innenraum beschädigt. Dann liegt ein bedingungsgemäßer Haftpflichtschaden des Schädigers vor der von dessen PHV auch gedeckt wird.´

Wirft jemand beim Waschen eines Motorrades das Fahrzeug um, ist das ein Kaskoschaden. Wirft er es um weil er es sich nur mal ansehen möchte, ist es ein PHV Schaden da Ihm keine Benutzungsabsicht unterstellt werden kann.

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@TerhorstAgentur

Die Benutzung des Kfz ist gesetzlich weitgehend klar definiert:

Der Gebrauch ist weitgehend geregelt, dies ist auch wichtig um Abgrenzungen der Leistungspflicht der Kfz-Haftpflichtversicherung gegenüber der Allgemeinen Haftpflicht treffen zu können

Ein Mitfahrer benutz das Kfz ab der tätlichen Türöffnung

Nein, ein Mitfahrer nutzt weder das Kfz, noch gebraucht er dieses.

Es sei denn er ist der Halter, Eigentümer oder Besitzer, der Fahrzeugführer kann er hingegen als Beifahrer eh nicht sein.

Übrigens schließt eine Private Haftpflichtversicherung grundsätzlich jedes Haftungsrisiko aus, das durch die Benutzung eines Kfz entsteht

Benzinklausel: Nicht versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Eigentümers, Besitzers, Halters oder Führers eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugs wegen Schäden, die durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursacht werden.

Da sind wir wieder bei der Frage ist der Beifahrer:

  1. Der Eigentümer ? NEIN  
  2. Der Besitzer ? NEIN
  3. Der Fahrzeughalter ? NEIN
  4. Der Fahrzeugführer ? NEIN
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Wird die Tür von innen geöffnet und ein Schaden verursacht, dann haftet deine Kfz-Haftpflicht. Wird die Tür von aussen geöffnet, von einer Betriebsfremden Person, die nichts mit dem Gebrauch der Kfz zu tun hat, dann haftet die Privathaftpflicht der Person.

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