Wenn ein Auto fährt, der Fahrer ohne einen Grund eine Vollbremsung macht und der hinter ihm Fahrende auffährt, wer hat Schuld?

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11 Antworten

Dann gehe ich davon aus, dass der Auffahrende nicht den erforderlichen Abstand eingehalten hat.

Außerdem, wie will man erkennen, ob der Vorausfahrende keinen Grund zum bremsen hatte.  Vielleicht ist ihm eine Fliege ins Auge geflogen, oder er wurde von der Sonne geblendet.

Unter Umständen bekommt er eine Teilschuld.

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Wer plötzlich grundlos eine Vollbremsung macht, hat mindestens eine Teilschuld . Wenn dieses absichtlich geschieht, z.B. um eine Versicherung abzukassieren, ist dieses sogar strafbar. Das Problem ist nur die Beweislast, da der Auffahrende bei genügend Abstand noch hätte anhalten können.

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Wer grundlos eine Vollbremsung macht, hat mindestens eine Teilschuld.

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MultiVitamin36 07.10.2017, 19:43

Was ist denn diese Teilschuld?

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Hamburger02 08.10.2017, 09:23
@MultiVitamin36

KG Berlin v. 03.03.1975:

Im Hinblick auf die erhöhte Betriebsgefahr dessen, der ohne
ausreichenden Sicherheitsabstand, zu schnell oder unaufmerksam fährt, ist in der Regel der Verursachungsanteil des Auffahrenden doppelt so hoch wie der des Vorausfahrenden zu bewerten, der ohne verkehrsgemäßen Grund plötzlich abbremst.

KG Berlin v. 13.02.2006:

Vollzieht der mit einem Automatik-Fahrzeug nicht vertraute
Vorausfahrende in einem Abstand von 75–100 m vor einer roten Ampel plötzlich eine Vollbremsung, weil er mit dem linken Fuß – in der Vorstellung, eine Kupplung zu treten – kräftig auf die Bremse tritt, kommt im Verhältnis zu dem unaufmerksamen Auffahrenden eine Haftungsverteilung 50:50 in Betracht.

OLG Karlsruhe v. 26.03.1982:

Bewiesenes Nichtaufleuchten der Bremslichter entkräftet den gegen den Auffahrenden sprechenden Anscheinsbeweis und führt zu einer diesem gegenüber doppelt so hohen Betriebsgefahr.

OLG Düsseldorf v. 16.06.2008:

Grundsätzlich ist von einer vollen Haftung des Auffahrenden auszugehen. Eine Mithaftung des Vorausfahrenden besteht jedoch, wenn dieser unter Verstoß gegen § 1Abs. 2 StVO abrupt bremst. In Betracht kommt eine Mithaftung des Vordermanns im Umfang von 1/3. Auch bei unverhofft starkem Bremsen des Vorausfahrenden ohne zwingenden Grund wird der Haftungsanteil des Auffahrenden überwiegen, wobei der zu geringe Abstand des Hintermanns
die Betriebsgefahr auf einen Haftungsanteil von 2/3 erhöhen kann.

KG Berlin v. 26.02.2009:

Im Falle eines Abbremsens ohne zwingenden Grund (Verstoß gegen § 4Abs. 1 Satz 2 StVO) ist die (Mit-)Haftung des Abbremsenden umso größer, je unwahrscheinlicher nach der Verkehrssituation ein plötzliches starkes Abbremsen ist.

OLG Schleswig v. 09.11.2011:

Wird innerörtlich ein KfZ auf übersichtlicher Straße mit nur mäßigem Verkehrsaufkommen ohne erkennbaren Grund bis zum Stand abrupt abgebremst und fährt ein nachfolgender Motorradfahrer auf, ist der Mitverursachungsanteil des vorausfahrenden Kfz mit 50% anzusetzen.

OLG Karlsruhe v. 20.12.2012:

Bei einem Auffahrunfall wird der Anscheinsbeweis für einen schuldhaften Verkehrsverstoß des Auffahrenden (zu geringer Abstand und/oder Unaufmerksamkeit) in der Regel auch dann nicht erschüttert, wenn der Fahrer des vorderen Fahrzeugs ohne verkehrsbedingten Anlass eine abrupte Bremsung durchgeführt hat. Bei einer abrupten Bremsung ohne äußeren
Anlass liegt allerdings gleichzeitig ein schuldhafter Verkehrsverstoß
des vorausfahrenden Fahrzeugführers vor; bei einem Auffahrunfall kann eine Haftungsquote von 50 % in Betracht kommen.

OLG Hamm v. 09.12.2013:

Kommt es zu einem Auffahrunfall, weil ein Pkw ohne zwingenden Grund stark abgebremst wird und der Auffahrende den gemäß § 4 StVO vorgeschriebenen Abstand nicht einhält, kann eine hälftige Schadensteilung gerechtfertigt sein.

OLG München v. 14.02.2014:

Bei einem typischen Auffahrunfall haftet der Auffahrende grundsätzlich allein und in voller Höhe. Im Allgemeinen spricht der Beweis des ersten Anscheins gegen denjenigen, der auf ein vor ihm (vorwärts) fahrendes oder stehendes Fahrzeug fährt, weil der Auffahrende in diesen Fällen entweder zu schnell, mit unzureichendem Sicherheitsabstand oder unaufmerksam gefahren ist. Der Auffahrende kann den gegen ihn sprechenden Anscheinsbeweis erschüttern oder ausräumen, wenn er Umstände
darlegt und beweist (nicht etwa nur behauptet), die die ernsthafte
Möglichkeit eines anderen atypischen Geschehensablaufs ergeben.

OLG München v. 22.07.2016:

Kommt es zu einem Auffahrunfall, weil ein Fahrzeugführer ohne verkehrsbedingten Anlass eine starke Bremsung vorgenommen hat (§ 4Abs. 1 S. 2 StVO), während der Auffahrende keinen nennenswerten Sicherheitsabstand aufgebaut oder eingehalten und nicht rechtzeitig unter zu fordernder sofortiger Bremsbereitschaft reagiert hat (§§ 4 Abs. 1 S. 1, 1 Abs. 2 StVO), so hat dies eine hälftige Schadensteilung zur Folge.

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Beide eine Teilschuld, wobei Hauptschuhld beim Auffahrenden liegen sollte. Dafür muss natürlich bewiesen werden, dass es keinen Grund zur Bremsung gab.

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Wie willst du denn beweisen, dass der vordere Fahrer "ohne Grund" gebremst hat?

Dass du hinten drauf gefahren bist, ist aber jederzeit zu beweisen.

Lies dir noch mal den § 1 der StVO durch.

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Es werden beide eine Teilschuld erhalten.Der Vordere wegen einer unnötigen Vollbremsung und der Zweite weil er aufgefahren ist.

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evtl. kann man dem Vorausfahrenden eine Teilschuld zuschreiben. Der Hinterherfahrende muss jedoch immer bremsen können, also hat der immer mit Schuld.

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Jup, leider immer der der reinknallt was besonders ärgerlich für Mofa und Motorrad Fahrer ist da du mit dem Motorrad ja nicht so hart bremsen kannst wie mit dem Auto.
Hatte mal ne Frau vor mir die einfach ne vollbremsung vor einer grünen Ampel gemacht und ich bin mit meiner Enduro reinknallt.
Ich war schuld

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AMYNossa 07.10.2017, 18:12

Was soll man da noch sagen ?  Frau am steuer !

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DerHans 07.10.2017, 19:40
@AMYNossa

Nein damit hat das nichts zu tun. Das war eben nicht genug Sicherheitsabstand

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Hab ich schon einige Male erlebt, deshalb hält man ja auch Abstand. Macht der Vordermann aus Jux ne Vollbremsung sehe ich aber zu dass ich verschwinde, meine Hupe bekommt er trotzdem richtig zu höre!

Solche Leute gehören einfach nich hinters Steuer, wenn ich dann hier schon lese weil die Sonne blendet...... Wozu hab ich ne Sonnenblende?

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Wenn der Vorausfahrende plötzlich und unerlaubt abbremst, so hat er eine Mit- oder sogar eine Vollschuld an dem Auffahrunfall und muss somit den Schaden (zumindest zum Teil) selbst tragen (so das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Urteil vom 02.03.2006, Az.: 3 U 220/05).

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Der hintere, dieser muss mit genug Abstand fahren

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