Wenn die Polkappen stärker abschmelzen u. die dann freiwerdenden Wassermassen sich auf diesem Globus anders verteilen,würde dann die Erde sich schneller drehen?

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7 Antworten

Beim Schmelzen des Eises wird tatsächlich das Trägheitsmoment größer. Aber erst durch die Erfindung genauer Quarzuhren (kurz vor dem Zweiten Weltkrieg durch L.Essen) ist dieser Effekt messbar, weil die Erdumdrehungszeit zwischen Sommer und Winter nur um weniger als ein Zehntelsekunde ändert.

Dompfeifer hat geschrieben: Dessen ungeachtet wird die Erdrotation ohnehin langfristig abgebremst durch die Erde-Mond-Kinematik. (Ebbe und Flut)

Das stimmt. Dadurch wird die Umdrehungszeit langsamer und die auf Cäsiumuhren basierte UTC-Zeitskala ,,geht vor". Deshalb wird ab und zu eine sogenannte ,,Schaltsekunde" eingefügt.

Zusätzlich zur Erde-Mond-Kinematik ist noch zu beachten, dass durch die Klima-Erwärmung nicht alles Eis, das im Sommer abschmilzt, im Winter wieder gefriert. Die Zunahme des Trägheitsmomentes hat demzufolge eine bleibende Komponente.

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Zunächst sind hier nicht die Eismassen "der Polkappen" wirksam, sondern nur landbasierte Eismassen wie auf der Antarktis oder auf Grönland. Das Schmelzwasser von schwimmenden Eismassen wirkt sich nicht auf den Meeresspiegel aus und bleibt auf der Stelle.

Das Schmelzwasser, das mit Sicherheit von Grönland abläuft, eventuel auch vom kanadischen und russischen Festland sowie von der Antarktis, erhöht den Meeresspiegel und fließt zur Verteilung in Richtung Äquator. Dabei wird Masse von der Rotationsachse weg bewegt, so ähnlich wie bei einer Eiskunstläuferin bei einer Piruette, die verlangsamt wird durch das Ausstrecken von Armen und Beinen von der Rotationsachse wegwärts (Umgekehrt wird die Winkelgeschwindigkeit erhöht).

Die Rotationsgeschwindigkeit der Erde wird deshalb theoretisch und kaum messbar durch das Schmelzwasser verringert, womit die Tage länger werden. Auf die Arbeitstarife nach Stunden/Tagen wird sich das kaum auswirken. Dessen ungeachtet wird die Erdrotation ohnehin langfristig abgebremst durch die Erde-Mond-Kinematik.

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Die Erde wird sich langsamer drehen.

Die Masse des Poleises wird sich gleichmäßig über die Erdoberfläche verteilen, dadurch erhöht sich das Trägheitsmoment J der Erde. Da der Drehimpuls L = J*w konstant bleibt (Drehimpulserhaltung), wird die Winkelgeschwindigkeit w der Erde kleiner.

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Die Masse des Eises befindet sich an den Polen.

Beim Schmelzen wird diese Masse auch an der Äquator verteilt,wodurch sich das massentägheitsmoment J vergrößert.

siehe Physik-Formelbuch "Drehimpuls"

Drehimpuls L=J*w mit L=konstant und wenn J größer wird,dann wird die Winkelgeschwindigkeit w geringer.

Als dreht sich die Erde etwas langsamer.Dies ist aber nur sehr gering.

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Ich denke nicht. Die Masse bleibt ja gleich. Außerdem würde die Anhebung des Mehresspiegels prozentual kaum ins Gewicht fallen.

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Kommentar von ulrich1919
10.07.2017, 20:55

Noch nie vom Trägheitsmoment gehört? Siehe die anderen Antworten!

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Schätze mal, dass die Erde evtl. langsamer wird.

An den Polen braucht es weniger Kraft, die Wasser- bzw. Eismassen zu bewegen, als wenn sie irgendwo in den anderen Regionen sind.


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