Wenn die neurotheologie beweist, dass glaube nur eine fiktion ist, nehmen dann nicht angststörungen als krankheit zu?

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3 Antworten

  1. Die Neurotheologie ist noch Lichtjahre davon entfernt, so etwas beweisen zu können. Womöglich kommst Du darauf, weil Du die Beweisketten umgekehrt hast (was nicht zulässig ist)?!
  2. Ängste sind absolut menschlich und es wird sie immer geben. Ob aus einer Angst eine Angststörung erwächst, hat mit 1. nichts zu tun. Ob es mehr Ängste geben wird, sollte 1. bewiesen sein, ist ebenfalls fragwürdig. Womöglich gehen Menschen gedanklich dann ganz andere Wege.
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Also ein 'Beweis' zu so ner schwammigen Behauptung ist von vornherein ausgeschlossen, weil das dann eben auch bloss ein Glaube, ein Annahme ist, dass "der Glaube ne Fiktion sei".

Man müsste nämlich schon definieren, was man unter Glauben und unter 'Fiktion' (=Einbildung, Sinnestäuschung, Erfindung?) verstehen möchte.

Ernsthafte empirische Psychologen würden auch keine ontologischen Sätze aufstellen (Seele ist xyz, Seele ist nicht usw) sondern sie würden einfach mal genauer untersuchen, wie man zu Glauben kommt, mit welchen psychischen Funktionen er aufrechterhalten oder aufgegeben wird usw.

Philosophen, vor allem buddhistische, machen sich darüber auch seit Jahrhunderten Gedanken darüber, ob die Welt, die sich im Bewusstsein zeigt, nur im Bewusstsein existiert (Idealismus, Spiritualismus, Konstruktivismus) oder ob eine objektive Wirklichkeit unabhängig und ausserhalb des Bewusstseins existiert, die sich dann im Bewusstsein widerspiegelt (Materialismus, Realismus).

Was den Glauben psychologisch betrifft, kommt man dahinter, dass jeder ein Glaubenssystem aufrechterhält, mit religiösen oder antireligiösen oder/und ganz trivialen Glaubenssätzen. Ich zb hab jahrelang den festen Glauben gehabt, ich kann bei mein Hinterrad nie den Schlauch wechseln, weil ich dazu zu doof bin. Ich habs dann mal ausprobiert, weil mir gar niemand geholfen hat, und kiek an ich konnte es doch selber, und so ist dieser Glaubenssatz aus mein Glaubenssystem ganz verschwunden :D

man glaubt ja immer was, aber man sollte schon regelmässig mal seine Sätze überprüfen, jedenfalls solche, die einen an was stark hindern.

Lesetipp:

Richard Bandler , John Grinder - Reframing. 8. Auflage. Junfermann, Paderborn 2005

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