Wenn die Mutter überfordert ist, und die Kinder abgeben möchte, kann ich als nicht leiblicher Vater die Kinder zu mir nehmen?

12 Antworten

Ich persönlich würde folgendermassen vorgehen:

  1. bei kantonaler Migrationsbehörde abklären, ob auch Ferienkinder gemäss Art. 10 AuG (Ausländergesetz) hier in der Schweiz zur Schule gehen können?

    Falls ja, was zu tun wäre, wenn sie allenfalls länger als 3 Monate blieben?

    Falls nein ob in Eurem Fall eine Zulassung zu einem Aufenthalt zwecks Ausbildung/Schulbesuch (gemäss Art. 27 AuG) grundsätzlich möglich wäre?
    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20020232/201507200000/142.20.pdf

    Falls weder Art. 10 noch Art 27. greift müsstest Du sie wohl als Pflegekinder aufnehmen (bitte dies verifizieren bin juristisch versiert aber keine Juristin)
  2. Falls ja, die Schule(n) Deines Wohnortes kontaktieren und die entsprechenden Bestätigungen einholen
  3. Parallel dazu würde ich auch die KESB kontaktieren, ob Du bezüglich CH Recht was besonderes beachten müsstest (Ferienkinder, Betreuung) - bei Pflegekinder sowieso?
  4. und wenn die CH Seite geklärt ist, denke ich wirds auch einfacher sein auf der D Seite das richtige Vorgehen zu finden ...

Ab Seite 29 (resp 47 im pdf) findest Du gute Infos zu Pflege- und Ferienkinder (Kap.4.2.4) sowie Aufenthaltszulassung zwecks Ausbildung gem. Art 27 AuG (Kap.4.2.5) - https://ius.unibas.ch/uploads/tx_x4equalificationgeneral/29768/20100830171414_4c7bcac6c9b84.pdf

Ist vom Alter der Kinder teilweise abhängig. Ab dem 14. Lebensjahr besteht ein Anhörungsrecht vor dem Familiengericht, ab dem 16. Lebensjahr ist das Familiengericht verpflichtet, die Wünsche der jungen Menschen so weit zu berücksichtigen, wie sie nicht dem Wohl der Minderjährigen schaden. 

Tatsächlich ist Dein Fall allerdings ein wenig verzwickt aufgrund Deiner Einschätzung der aktuellen Lebenssituation der Kinder. 

. Da ist also die Frage im Vorfeld zu klären, welche Schule bei Dir vor Ort bestenfalls infrage kommt. Da würde ich Sorge tragen, für den Bedarfsfall entsprechende offizielle Papiere von vorlegen zu können. 

Wohnraum und Tagesbetreuung sind ja gegeben. So jedenfalls verstehe ich Deine bisherigen Ausführungen. 

Das Jugendamt hat nur beratende Funktion. Entscheidungen trifft das Familiengericht. 

Hier ist dann noch im Vorfeld zu klären, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht inne hat und das Sorgerecht. Die Kinder haben ja auch ihre Väter. Oder einen gemeinsamen Vater. Der Vater hat in der Regel auf jeden Fall hälftig das Sorgerecht. Hat er es nicht, solltest Du den schriftlichen Nachweis vorlegen können. Das Gleiche gilt für das Aufenthaltsbestimmungsrecht. 

So. Sind diese Fragen geklärt, können die Sorgerechtsberechtigten ihre Pflichten abtreten. Dazu ist tatsächlich in Deinem Fall sicherlich notwendig, sich an das Familiengericht zu wenden. Das kann relativ einfach ablaufen. Vorausgesetzt, alle Parteien sind sich einig und gut vorbereitet. 

In dem Fall wird beim Familiengericht beantragt, dass die elterlichen Rechte und Pflichten vollumfänglich auf Dich übertragen werden. Sicherlich wäre nicht schlecht, würden Deine Eltern für den Notfall mit eingetragen. 

Da ist dann aber die Frage zu klären: 

Nur zeitweise oder für immer? 

Und auf jeden Fall sollten sich die Erwachsenen bewusst sein, dass eben spätestens mit 16 Jahren die Kinder selbst bestimmen können. Also eigene Forderungen aufstellen können. - Bei uns in D. 

Ich lese aus Deinen Ausführungen, dass die Mutter sich über eindeutige und klare Regeln gar nicht bewusst werden kann oder will. Kinder sind keine Gegenstände, die mal eben nach Bedarf für eine unbestimmte Zeit an einen anderen Ort verbracht werden können. - Nicht gegen Dich. 

So würde ich vorgehen. Ohne jetzt Jurist zu sein. Und ich würde mich hier besprechen: https://www.nummergegenkummer.de/

Dann ist, natürlich, damit zu rechnen, dass das Familiengericht sagt: 

Alles gut und schön und toll vorbereitet. ABER die Mutter ist erneut schwanger und kann mit den bereits vorhandenen Kindern Nichts anfangen? Die stören? Da schicke ich denn doch erst mal das Jugendamt vorbei, damit dieses sich für mich einen Überblick über die aktuelle Situation verschafft. 

In D hat das Wohl der Kinder immer an erster Stelle zu stehen. 

Das bedeutet unter Umständen auch, dass der Mutter Familienhilfe angeboten wird, Therapie oder Kurs. - Was mir so spontan einfällt. Gibt noch mehr Möglichkeiten, ihr zu helfen. - 

Wir tauschen uns hier über lebende Wesen aus. Da kann keine pauschale Antwort erfolgen. Denn Leben passt nicht in Schablonen. Leuchtet Dir ein. :))))

Die Schweiz ist ein sicherer Nachbarstaat. In ihm wird auch Deutsch gesprochen. Softskills werden dort höher gehalten als bei uns. Eure schulische Ausbildung braucht sich hinter der unseren nicht verstecken. Und so weiter und so fort. 

Aber das Recht der Eltern auf regelmäßigen Kontakt zu den eigenen Kindern. Es wird bei uns hoch bewertet. 

So. Ich hoffe, ich habe Dir ein wenig deutlich machen können, wie der Weg verlaufen kann. Sicherlich wäre ein Anwalt für die Kinder, der sich in beiden Rechtssystemen gut auskennt, empfehlenswert. 

Das dürfte nach deutschem als auch nach schweizerischem Recht sehr schwierig sein.

Problem ist, dass du nicht das Sorgerecht für die Kinder hast. Und selbst wenn der leibliche Vater kein Interesse an den Kindern hat, dürfte er in diesem Fall ein Mitbestimmungsrecht haben.

Grundsätzlich müsste für die Kinder ja eine Aufenthaltsbewilligung beantragt werden. Und da du nicht der leibliche Vater bist und auch sonst keine Rechte bzgl. der Kinder hast, stell ich mir das schwierig vor, hier einen Titel zu bekommen. 

Selbst bei einem "Familiennachzug" gibt es Grenzen bzw. Fristen.

Ich würde mich diesbzgl. mal an das deutsche Jugendamt, das kantonale Migrationsamt und das Staatssekretariat für Migration wenden.

wenn vati kein sorgerecht hat, hat er auch kein mitbestimmungsrecht. wenn er eh die kinder nie sieht, wirds ihn auch zukünftig nicht tangieren was aus den kindern wird oder wer sie aufzieht.

die beziehung zum fragesteller ist soziale bezugsperson, sozialer vater. das deutsche jugendamt ist kein ansprechpartner, da die kein mitspracherecht in privaten dingen haben.

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@gnarr

Aber sie haben sehr wohl eine Beratungsfunktion. Und ein nicht vorhandenes Sorgerecht des Vaters ist hier nicht erwähnt, lediglich fehlendes Interesse. Daher wäre aus meiner zumindest zu klären, welche Rechte hier gelten.

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@Maximus68

Für Rechtsberatungen ist das Jugendamt nicht zuständig.

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@Maximus68

wenn kein sorgerecht von vati erwähnt ist, gehen wir einfach davon aus, dass als unverheiratete nur mutti dies hat. das macht die situation einfacher. wenn vati noch sorgerecht hat, wäre die sache etwas umfangreicher unter umständen.

das jugendamt berät nicht in rechtsfragen.

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