Wenn die Evolutionstheorie wahr ist hatte Hitler dann nicht eigentlich natürlich gehandelt?

22 Antworten

Der Fehler ist anzunehmen, dass natürliche Gegebenheiten als Maßstab für Richtigkeit herangezogen werden können.

Dass eine Sache in der Natur passiert (z.B. Selektion unvorteilhaften Erbgut) bedeutet das nicht, dass sie richtig ist. Stichwort: Naturalistischer Fehlschluss! Die Natur kennt kein Richtig und Falsch / Gut und Böse.

Das ist falsch. In der Mathematik gibt es nur richtige oder nicht richtige Antworten. Eine Logik kann nur folgerichtig sein, oder nicht.

0
@Separota

Du verstehst es falsch, mit Mathematik kann man in der Natur berechnen nicht jedoch sollte man dessen Gesetze auf die Natur übertragen, das ist irrlehrend im Bezug auf den Fatalen Unterschied, auch wenn dieser für weitere genaue Informationen überschneiden kann.

0
@zahlenguide

Was haben die Moralen (man muss es mehrzählig sagen da es viele von ihnen gibt) die allesamt je nach Volk und Land gar eigener Gruppe unterschiedlich sind, nicht einfach erklärbar sind und komplett auf Zufall der Erfahrung des jeweiligen Volkes zu tun haben mit dieser Thematik zu tun?

0
@Tobias178

Du glaubst, dass es Völker gab, denen du was wichtiges hättest stehlen können und die hätte es nicht gestört?

0
Wenn man Menschen mit einer angeborenen Behinderung weiterleben lässt die in der Natur sowieso selektiert wurden dann schwächt das zum einen die Gesellschaft in der man lebt zum anderen auch das Erbgut falls sich dieser Mensch weiter fortpflanzt. Heraus kommen dann immer mehr "Minderwertige" Menschen.

Erstmal: Es gibt unzählige Behinderungen, nicht jede führt zum Tod.

Dann: Die wenigsten Behinderungen sind Erblich, meist ist etwas während der Entwicklung im Mutterleib schief gelaufen. Es gibt massig behinderte Menschen, die gesunde Kinder bekommen haben. "Immer mehr Minderwertige Menschen" ist also falsch.

Wenn man danach geht, müsste man auch Frühchen, Menschen mit Herzfehlern usw. sterben lassen.

Die Evolution umfasst verschiedene naturwissenschaftliche Theorien, sie lässt sich nicht auf den sozialen und politischen Bereich übertragen.

Natürlich war die Evolutionstheorie in der Übertragung des Sozialdarwinismus ein Argument, dass damals von verschiedenen Rechtsextremisten und Faschisten gepflegt wurde. Hitler selbst war sehr von den Sozialdarwinistischen Gedanken von Stewart Champerlain geprägt. Der lebte übrigens bei den gemeinsamen Freunden von der Familie Wagner in Bayreuth.

Aber tatsächlich ist der Sozialdarwinismus das, was in der Philosophie als Naturalistischer Fehlschluss bezeichnet wird:

https://de.wikipedia.org/wiki/Naturalistischer_Fehlschluss

Tatsächlich haben die Nazis z. T. so argumentiert. Dies muss ernst genommen werden. Bekannt ist diese Argumentation als 'naturalistischer Fehlschluss': Nur weil etwas in der Natur so ist, heisst dies nicht, dass es gut ist und dass wir es fördern sollen.

Wenn der Starke in der Natur überlebt, bedeutet dies nicht, dass wir alle Schwachen töten sollen. Oder noch deutlicher: Wenn es Krankheiten gibt in der Natur, bedeutet dies nicht, dass wir gezielt Krankheiten züchten und verbreiten müssen.

Ein weiterer Fehlschluss ist, dass in Darwins 'survival of the fittest' 'the fittest' nicht der Stärkste bedeutet. Es überlebt derjenige, der genügend gut angepasst ist. Je nach Umwelt ist aber nicht der Stärkste gut angepasst, weil der ja auch am meisten Energie verbraucht, sondern vielleicht der Kleinste, der sich gut verstecken kann oder der Sozialste und der Lustigste, die viele Freunde haben.

In neueren Büchern über die Evolutionstheorie wird dies sehr oft auch erklärt. Und meines Wissens wurden die Nazis in solchen Aktionen nicht von Wissenschaftlern unterstützt, weder von Biologen, noch von Antropologen, Soziologen oder Völkerkundlern.

Vielen Dank, auch dafür daß du bei deiner Antwort einer der wenigen bist die sachlich antworten.

0

Das ist ein Kategorienfehler. Die Evolution hat ja grade keinen Sinn und Zweck sondern passiert aufgrund von bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Was man hingegen tun sollte oder was richtig und falsch oder gut und böse ist, berücksichtigt zwar Gesetzmäßigkeiten, aber lediglich deshalb um zu erkennen, was geht und was nicht geht. Die Evolutionstheorie definiert keinerlei Werte oder Handlungsvorgaben.

Trotzdem wird es doch dann tendenziell das Produkt weniger überlebensfähig

0
@MaximumKlaus

Weshalb sollte sie weniger überlebensfähig werden? Das Sozialverhalten der Menschen ist zugleich mit der Entwicklung des Verstandes ja ebenfalls ein Produkt der Evolution. Es wurde vor Jahren eine über vierzigjährige Steinzeitfrau gefunden, die vor mehreren zigtausend Jahren lebte und an deren Skelett man erkennen konnte, dass sie zeitlebens lang ein Vollpflegefall war. An ihren Knochen konnte des Weiteren festgestellt werden, dass sie keinerlei erkennbare Mangelerscheinungen hatte. Und sie wurde damals über vierzig Jahre alt. Von denen stammen wir ab. Komisch, oder?

0

Was möchtest Du wissen?