Wenn die Eltern plötzlich arbeitslos werden muss das Geld des Kindes ausgegeben werden?

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5 Antworten

Wenn man arbeitslos wird und an die eigenen Reserven muss, dann glauben viele, dass man bis zum vorletzten Euro alles ausgeben muss.

Das stimmt so gar nicht. Wenn man in Hartz IV fällt, dann gibt es ein sogenanntes Schonvermögen, das nicht angetastet werden muss.

Das beträgt für ein Kind immerhin 3100 € (+ 750 €, welche man zusätzlich für Anschaffungen haben darf), also in der Summe 3850 €, welche du hättest haben (und behalten) dürfen.

Wenn das Sparbuch dann noch deiner Oma gehörte (ein Erwachsener muss mit eingetragen sein, solange der "Eigentümer " noch minderjährig ist), hätte man es vielleicht nicht mal angeben müssen, weil es noch nicht deines war, sondern Omas, die das für dich gespart hat ...ich denke aber, wie genau das war, weißt auch du nicht.

Was deine Befürchtungen anbelangt:

Wenn du genug "Einkommen"  hast, um deinen eigenen Bedarf zu decken, bekommst du nichts mehr vom Jobcenter. In dem Fall bekommen deine Eltern natürlich weniger überwiesen vom Jobcenter, denn sie bekommen ja nichts mehr für dich. Und auch deinen Mietanteil wirst du u.U. allein tragen müssen - und dann an deine Eltern geben, denn die bekommen vom Amt dann ja bloß noch  2/3 der Miete.

Das wird so gerne unter "Ich muss jetzt für meine Eltern zahlen" verkauft, ist aber nicht so.

Ob du dann noch was bekommst oder nicht, hängt davon ab, wieviel du in der Ausbildung bekommst, wie hoch dein "Mietanteil" ist (1/3 der Gesamtmiete), ob du noch Fahrtkosten geltend machen kannst ... also etwa so wertvoll wie aus dem Kaffeegrund zu lesen, wenn man keine Zahlen dazu hat. Deshalb belasse ich es bei "u.U.".

Also die Vorstellung mancher Leute hier - "ich bekomme jetzt Geld, das kann ich sparen, meine Eltern bekommen ja vom Amt" ist gefährlich falsch.

Auch als Azubi muss man sein Geld (bis auf einen gewissen Freibetrag) zur eigenen Bedarfsdeckung einsetzen.

Aber man muss nicht seine Eltern finanzieren!
Es gibt im SGB II keine Unterhaltspflicht der Kinder für die Eltern. Die gibt es, wenn es um Geld für eine Pflegeeinrichtung geht - aber auch da muss man schon ziemlich gut verdienen.

Du kannst bei deinen Eltern ruhig wohnen bleiben, da passiert deinen Ersparnissen nichts.
Immerhin ist so eine niedrige Miete (1/3 der Gesamzmiete) sicher erst mal günstiger als eine eigene Wohnung.

Es gibt nur eine Ausnahme - wenn du deinen Bedarf decken kannst aus deinen Einkommen, dann wird u.U ein Teil des Kindergeldes, der zur Bedarfsdeckung nicht benötigt wird, auf deine Eltern übertragen.

Aber um zu deiner Frage zurückzukommen - nein, du musst überhaupt keine Angst haben um dein Erspartes haben.

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Wenn du noch zu Hause wohnst, ihr also eine Bedarfsgemeinschaft bildet, dann wird zwar auch das Vermögen der Kinder eingerechnet, aber es gibt Freibeträge, sogenanntes Schonvermögen.

Für Minderjährige beträgt das pauschal 3100€, ab dem 18. Lebensjahr 150€ pro Lebensjahr.


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Kommentar von DieKatzeBayern
16.02.2016, 21:31

Und wie ist es, wenn ich einen anderen Wohnort habe, also eine eigene Wohnung? Da würde ich nicht mehr zu der Bedarfsgemeinschaft zählen, oder?

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Ja, denn so wie sie verpflichtet sind, dir das Studium zu zahlen (wenn du studieren willst) musst du sie in Notlagen, auch finanziell unterstützen. Sie dürfen nicht alles nehmen aber ein wenig. Genauso ist es wenn sie mal in Altersheim kommen sollen und nicht selbst genug Geld haben.

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Hallo, ich glaube, dass hier etwas unscharf diskutiert wird:Jemand wird arbeitslos - er bekommt für eine gewisse Zeit Arbeitslosengeld (nicht Hartz IV). Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung aufgrund der Beiträge an die Arbeitslosenversicherung. Hier wird kein eigenes Vermögen bzw. das Vermögen Unterhaltpflichtiger (Kinder, Verwandter gerader Linie) herangezogen.

Nachdem das Arbeitslosengeld ausgelaufen ist - fällt man in den Bereich Hartz IV. Bei Hartz IV was quasi der früheren Sozialhilfe gleichgestellt ist, ist eigenes Vermögen bis auf eine je nach Vermögenswert individuellen Grenze (eigene Immobilie selbstbewohnt zum größten Teil Schonvermögen, Guthaben zum Teil Schonvermögen, da zur Alterssicherung) einzusetzen auch sind Verwandte gerader Linie unterhaltsverpflichtet und werden bevor der Staat einspringt herangezogen.

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Da lügt jemand mächtig. Das Arbeitsamt geht nur an das Geld, daß einem selbst gehört. Aber nicht von anderen.

Laß Dir nichts erzählen. Als ich arbeitslos war mußten z.B. meine Eltern nicht für mich aufkommen.

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Kommentar von DieKatzeBayern
16.02.2016, 21:34

Nein, wie auch Andere schon beschrieben haben, musste auch ich damals, obwohl ich noch minderjährig war, meinen Eltern das Geld überlassen. 

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