Wenn die Bevölkerung entscheiden könnte, Schulpflicht in Deutschland ja/nein wie würdest Du wählen und warum?

15 Antworten

Es gibt sehr viele sinnvolle Gründe für eine Abschaffung des Schulanwesenheutszwanges:

Die Schulpflicht widerspricht Artikel 26 (3) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Versammlungsfreiheit und meiner Ansicht nach auch Artikel 1 des Grundgesetzes. Ich halte die Schulpflicht für entwürdigend, da sie Kindern Bildungsunwilligkeit und Eltern Erziehungsunfähigkeit unterstellt. Ganz davon abgesehen, dass der Staat streng genommen auch gar kein Recht hat, Menschen zu erziehen, da dieses ausschließlich dem Elternrecht unterliegt. Der Staat hat nur eine Rolle beim Zugang von Bildung, weshalb eine Bildungspflicht mit dem Gesetz vereinbar wäre.

Auch wird mit der Schulpflicht vorgegeben, wie das Erlangen von Bildung zu sein hat, obwohl es einfach viele Schüler gibt, die lieber und effizienter zuhause oder anderswo lernen. Des Weiteren werden in der Schule bestimmte Temperamente gefördert, andere hingegen gehemmt, weshalb die Schulpflicht auch Chancenungleichheit verursacht.

Oft wird für die Schulpflicht argumentiert, dass sich ohne diese Parallelgesellschaften, in denen die Menschen indoktriniert werden, bilden würden. Dabei wird vergessen, dass die Instution Schule nach Meinung vieler Eltern, Schüler und Bildungsforschern selbst eine solche Parallelgesellschaft ist (realitätsferne Lehrpläne à la Fachidiotie, weltfremde Lehrmethoden à la setz dich hin, mach' deine Aufgaben, stell' keine kritischen Fragen, andauernd Prüfungen, stupides Auswendiglernen von unnützen Trivialfakten, Lernen in Fächern, zwischen denen keinerlei Zusammenhang besteht etc.).

Auch wird für die Schulpflicht argumentiert, dass diese sogenannte "bildungsferne" Menschen (dieses Wort ist ganz nebenbei eine Frechheit, da kein Mensch sich von sich aus weigern würde, sich zu bilden, es sei denn ihm wird diese Erfahrung (z. B. in der Schule) versaut) auffangen würden, wobei doch insbesondere solche Menschen in unserem elitären, sozial abhängigen Schulsystem die Versager sind.

Ich finde es auch amüsant, dass ein nichtstattfindender Schulbesuch eine Kindeswohlgefährdung darstellt, obwohl bei vielen Schülern wohl das Gegenteil der Fall wäre. Zumindest ich habe mich in der Schule oft nicht wohl gefühlt und wurde nicht selten (auch von Lehrern) unwürdig behandelt.

In vielen bedeutenden Industrieländern wie England, Irrland, den Vereinigten Staaten, Österreich, Frankreich, Italien, der Schweiz und vielen mehr gibt es keine Schulpflicht. Sind die Menschen dort alle Barbaren? Nein, oft ist die Bildung in besagten Ländern sogar besser als in Deutschland, eben weil die Schule dort keine Monopolstellung hat und mit der Zeit gehen muss, um weiterhin als Form der Bildung attraktiv zu bleiben.

Abschließend kann ich zur Schulpflicht nur sagen, dass diese einst mal gerechtfertigt sein mag, um junge Menschen vor Kinderarbeit zu schützen, meiner Meinung nach jedoch nichts mehr im 21. Jh zu suchen hat.

Das hier ist mein Freifahrtschein um das nicht lesen zu müssen.

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Man könnte sich perspektivisch an Dänemark orientieren: Dort gibt es zwar keine Schulpflicht, aber eine Bildungspflicht, d.h. auch Kinder, die keine Schule besuchen, müssen ihren Bildungsstand in Prüfungen nachweisen.

Dafür fehlen aber in Deutschland viele Voraussetzungen wie z.B. Bildungskurse für Eltern, damit diese einer solchen Pflicht nachkommen können.

Gerade jetzt unter Corona-Bedingungen zeigt sich, dass weder Schulen noch Eltern mit nicht-schulischer Bildungsvermittlung klarkommen.

Es gibt Länder wo der Staat von Bildungspflicht und nicht von Schulpflicht redet. Im Prinzip ist es aber gleich. Man kann auch in Deutschland sein Kind auf eine private Bildungseinrichtung schicken und nicht in eine staatliche Schule.

Außer in den Entwicklungsländer gibt es kein Staat ohne Bildungsverpflichtung. Natürlich ist z.B. in Australien der Heimunterricht erlaubt, das hat aber techn. Gründe und es wird mehr und mehr ersetzt durch Fernunterricht via Internet und Präsenz.

Prinzip ist es aber gleich.

Nein, ist es nicht. Und deutlich wird es dann, wenn Du die Schulpflicht als das benennst, was ist ist, ein Schulbesuchszwang nämlich.

In fast allen Ländern, und nicht nur in Astralien, gibt es eine Bildungspflicht. Jeder kann in eine Schule gehen, aber niemand muss. Und aus den verschiedensten Gründen gehen ja auch die meisten jungen Menschen in eine Schule.

Wobei sie selber in den seltensten Fällen eine Wahl haben, dies zu entscheiden. Auch bei fehlendem gesetzlichen Zwang gibt es hunderte andere Zwänge, die ihnen ein Mitspracherecht oder eine Entscheidungsfreiheit verweigern.

Allein die Tatsache, dass sie nicht volljährig und damit der Kategorie "Kind/Jugendlich" zugeordnet sind, gibt anderen Menschen die Möglichkeit, über sie zu herrschen.

Weißt Du warum man sich genötigt sah, Kinderrechte ins Leben zu rufen? Weil man Menschen unter 18 Jahren einen großen Teil der Menschenrechte verweigert. Würden Menschenrechte für alle Menschen gelten, brauchte man keine Kinderrechte.

Kein Erwachsener würde sich ein Schulbesuch aufzwingen lassen.

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Eine private Bildungseinrichtung ist auch eine Schule. Daher hat man hier in Deutschland auf jedenfall immer eine Schulpflicht oder besser gesagt einen Schulzwang.

Ein Schulzwang bringt leider eine Menge Nachteile mit sich. Es werden viel zu viele Kinder in viel zu engen Räumen eingesperrt, was zwangsläufig zu Verhaltensstörungen der Kinder führt: Sie werden depressiv, mobben andere und vieles mehr.

Der Bildungszwang ist zwar ein wenig besser, aber auch nicht optimal. Der Zwang zur Bildung führt dazu, dass viele Kinder schon bald das Interesse am Lernen verlieren und weitaus weniger Aufnahmefähig für erlerntes sind.

Kinder sind von Natur aus sehr wissbegierig. Sie wollen instinktiv alles lernen, was für sie lebensnotwendig ist UND auch was in ihrer Umgebung vorkommt. Daher wollen sie auch lesen und schreiben lernen und rechnen, wenn man sie es freiwillig entscheiden lässt, wann und wo das passiert. Zum Beispiel wenn man Kindern regelmäßig vorliest, wollen sie auch irgendwann wissen, wie man selber liest und dann kann man es ihnen nach und nach zeigen.

Das Problem ist auch, wer bestimmt denn, was bei einem Bildungszwang unterichtet werden muss? Wer garantiert mir, dass mein Kind was gescheites lernten muss? Ich zweifle teilweise sehr stark am Inhalt von dem, was in den Schulen bei uns gelehrt wird.

"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." J.-W. von Goethe

Wie ich finde, früher wie heute immernoch sehr treffend.

Die Schulpflicht wurde 1938 von Hitler eingeführt, mit der Absicht, die Menschen gleich zu schalten und zu kontrollieren. Mit einer Schule kann man Menschen sehr einfach das Gehirn waschen und zwar ohne das sie es merken, wie man hier an vielen Antworten merkt. Ein Lernzwang ist immer kontraproduktiv bei einem Kind. Viele Kinder gehen hochmotiviert in die erste Klasse und finden schon nach wenigen Monaten die Schule doof und haben dann keine Lust mehr etwas zu lernen. Die Meisten lernen nur für die Tests und Prüfungen und haben kurze Zeit später wieder alles vergessen. Wissen kann man sich sehr leicht auch ohne eine Schule aneignen und durch das Interesse behält man es auch für lange Zeit. Es gibt Deutsche, die wegen dieser Schulpflicht auswandern und ihre Kinder zu Hause alles lehren. Das was viele Stunden am Tag in der Schule hart gepaukt werden muss, kann ein Kind in einer Stunde oder weniger am Tag spielerisch zu Hause lernen.

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@Aljadis

Danke für diesen für mich sehr wertvollen Beitrag. Genau das, was ich mir schon lange auch denke. Auch ich sehe in der heutigen Zeit nicht einmal mehr ansatzweise eine Argumentationsgrundlage für eine Schulpflicht. In kaum irgendeinem Land der Welt gibt es soetwas noch. Auch ich habe deshalb vor, auszuwandern.

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Ich bin für eine Bildungspflicht, aber gegen eine Schulpflicht. Solange das unter staatlicher Aufsicht erfolgt und bestimmte Qualitätsstandards gewährleistet sind, spricht nichts gegen Heimunterricht. 

Woher ich das weiß:Hobby – Eigenes politisches Engagement, Allgemeinbildung

Die Folge davon wäre, dass wir ziemlich schnell die Qualitätsstandards der Schulen bemängeln würden, weil die Standards der außerschulischen Bildung um Längen besser wäre.

Abgesehen davon ist Heimunterricht nicht viel besser als Schulunterricht. Das (R)Unterrichten ist nämlich das Problem. Es hat nichts mit Bildung zu tun.

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@Kuhlmann26

Ich kenne Eltern, die Ihre Kinder selbst "unterrichten". Gern gelehrt, was Eltern persönlich interessiert und weniger, wovon sie selbst keine Ahnung haben oder Probleme. Auch werden häufiger Halbwahrheiten oder Scheinwissen (vom Volk vererbte Gerüchte und Annahmen) als Tatsachen vermittelt.  Selbst mit echter Bildung ist die Volksangst vor dem "bösen" Wolf nicht richtig aus zu treiben, um nur mal ein Beispiel zu nennen.

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@Abahatchi

Ich verteidige keinesfalls den Heimunterricht und finde ihn FAST genauso schlimm wie den Schulunterricht.

So seltsam es klingen mag, und vermutlich liegt es daran, dass die Masse keine Erfahrung damit hat, aber das was wirklich funktioniert, ist selbstbestimmte Bildung. Der Lernende bestimmt, was gelernt wird und welcher Hilfen er sich bedient.

Warum müssen alle Menschen im gleichen Alter das Lesen und Schreiben erlernen und in aller Regel auch auf die gleiche Weise? Der einzige Grund ist der, weil es das System so vorsieht und nicht weil es die beste Methode ist.

Da, wo es keine Vorgaben gibt, lernen die Menschen es zwischen dem vierten und zwölften Lebensjahr. Das ist sowohl bei frei lernenden Menschen so, als auch bei solchen, die Schulen besuchen. Schulen in denen es keinen Lehrplan gibt und damit auch keine Vorgaben, wann und wie etwas gelernt wird.

So ist das nicht nur mit dem Lesen- und Schreibenlernen, sondern mit allen Dingen.

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@Kuhlmann26

Das (R)Unterrichten ist nämlich das Problem

Und du hast sicher Beweise dafür, dass Unschooling besser funktioniert, oder?

Der Lernende bestimmt, was gelernt wird und welcher Hilfen er sich bedient.

Das setzt voraus, dass alle Menschen- auch im Kindesalter- wissen, welche Bildung für sie notwendig ist und welche nicht. Die Realität sieht aber so aus, dass das nicht der Fall ist. 

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@Lennister

Und du hast sicher Beweise dafür, dass Unschooling besser funktioniert, oder?

Zunächst bin ich, im Gegensatz zur Schule, der Ansicht, dass es nicht EINE Methode für alle gibt.

Da das, was wir im Allgemeinen als "Unschooling" bezeichnen, dem am nächsten kommt, was ich unter natürlichem Lernen verstehe, bin ich in der Tat der Meinung, dass es für die allermeisten Menschen der beste Weg ist. Unschooling ist keine spezielle Methode. Es schreibt nicht vor, wie etwas gelernt werden soll. Die Vorsilbe "Un" bringt zum Ausdruck, dass etwas nicht stattfindet; fremdbestimmte Belehrung nämlich.

Das schließt natürlich nicht aus, dass sich der Eine oder Andere hier oder da unterrichten, also beschulen lassen kann.

In der Ausgangsfrage ging es um die Zustimmung oder Ablehnung zum Schulzwang und nicht darum, ob man dafür oder dagegen ist, die Schule abzuschaffen. Ich halte sie für überflüssig, käme aber nicht auf die Idee, sie zu verbieten. Aber genau so geschieht es von Seiten des Staates mit dem Home- bzw. Unschooling.

Das setzt voraus, dass alle Menschen- auch im Kindesalter- wissen, welche Bildung für sie notwendig ist und welche nicht. Die Realität sieht aber so aus ...

Ich weiß nicht, von welcher Realität Du sprichst. Gerade Kinder wissen sehr genau, was und wie sie lernen wollen. Das ist im Menschen nämlich natürlich angelegt. Er wäre sonst nicht überlebensfähig.

Ist Dir schon jemals der Gedanke gekommen, dass es die Erwachsenen sind, die den Kindern durch ihre permanenten Forderungen und Erwartungen diese Fähigkeit austreiben?

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@Kuhlmann26

Erstmal stelle ich fest, dass du natürlich keine Belege dafür hast, dass Kinder ohne festgelegten Unterricht bzw. bei Unschooling besser lernen.

Gerade Kinder wissen sehr genau, was und wie sie lernen wollen.

Ich habe aber nicht danach gefragt, ob Kinder wissen, was sie lernen wollen. Das ist nicht relevant. Relevant ist, ob Kinder wissen, was sie können müssen, um sich in der Welt zurechtzufinden. Sprich: Um ihren Alltag bewältigen zu können, gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, sich auch in Kreisen bewegen zu können, in denen Allgemeinbildung eine Rolle spielt. 

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@Lennister

Relevant ist, ob Kinder wissen, was sie können müssen, um sich in der Welt zurechtzufinden.

So wie jeder Fisch "weiß", dass er schwimmen muss, wenn er auf die Welt kommt, weiß jedes Kleinkind, dass es laufen und sprechen lernen muss. Das Wort "müssen" ist hier aber fehl am Platz, denn kein Kind sagt sich, ich muss laufen und sprechen lernen. Es tut es einfach. Und wenn ein Mensch so etwas Kompliziertes wie eine Sprache mühelos erlernt, warum soll es dann nicht alles andere auch lernen, ohne von anderen dazu gezwungen zu werden?

Ich habe weiter oben schon erwähnt, dass das Lernen eine natürliche Fähigkeit ist und logischerweise immer das gelernt wird, was relevant ist. Es gibt keinen Grund es zu müssen; außer den des Überlebens.

Du willst Belege? Ich könnte Dich zumüllen mit Belegen. Leider kann man hier immer nur einen Link schicken. Hier also ein Beispiel des kanadischen Fraserinstituts; eines der wenigen, welches regelmäßig Studien zum Thema freies Lernen veröffentlicht.

http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/pdf/Vom\_Extrem\_zum\_Anerkannten.pdf

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@Kuhlmann26

Der Lernende bestimmt, was gelernt wird und welcher Hilfen er sich bedient

hätte sich die Deinige Idee schon in meiner Kindheit durchgesetzt, ich würde hier heute nicht eine Rechenmaschine mit Schreibtastatur und Bildschirm bedienen können. Selbst schreiben könnte ich nicht und mit dem zählen über sieben hätte ich wohl auch so meine Probleme.

Für mich war es ein Segen, dasz andere darüber bestimmten, was ich zu lernen hätte. 

Auch wenn ich nicht in allen anderen Bereichen nun allwissend bin, habe ich zum mindest eine Vorstellung von den anderen Wissensbereichen, so dasz ich durchaus auch mich mit jemanden über derartige Unterhalten kann, von dem ich meine, es würde mich nicht interessieren. 

Hätte zum Beispiel jemand nur Fremdsprachen lernen wollen, sich aber nicht mit zoologischen Ordnungen und Vergaben von Artnamen aller möglichen Tiere abgeben wollen, dann würde er Rotkehlchen aus dem Englischen einfach ins Deutsch als Rotkehlchen übersetzen, obwohl das englische Rotkehlchen rein gar nichts mit dem deutschen Rotkehlchen zu tun hätte.

Auch hier wäre Zwang zur Bildung von anderen Wissensgebieten mehr als erforderlich gewesen.

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@Kuhlmann26

Ich habe weiter oben schon erwähnt, dass das Lernen eine natürliche Fähigkeit ist und logischerweise immer das gelernt wird, was relevant ist

Nein. "Natürliche Fähigkeiten" wurden in der Steinzeit ausgeprägt. Evolution braucht lange, seitdem haben sich die natürlichen Anlagen des Menschen nicht wirklich verändert.

Und das, was in der Steinzeit relevant war, ist etwas anderes als das, was heute relevant ist. Z.B. eine moderne Arbeitswelt gab es damals nicht.

Und dein Link beschäftigt sich mit Homoeschooling, nicht mit Unschooling. 

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@Lennister

Ich merke schon, Du möchtest nicht verstehen. Man könnte Dir einen erfolgreichen Freilerner auf den Bauch binden. Du würdest immer noch nicht glauben, das freies Lernen sehr erfolgreich ist.

Die verlinkte Studie unterscheidet nicht zwischen Home- und Unschooling, sondern zwischen solchen Menschen, die die Institution Schule besucht haben und solchen, die das nicht taten. Alle, die das nicht taten, gehören der Gruppe "Homeschooler" an.

Aber wie gesagt, ich glaube, dass es Dir nicht darum geht, die Unterschiede zur Kenntnis zu nehmen, sondern um abzulehnen, was ich sage.

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@Abahatchi

Für mich war es ein Segen, dasz andere darüber bestimmten, was ich zu lernen hätte.

Na da kannst Du ja von Glück reden, dass niemand das Bedürfnis hatte, Dir das Sprechen- und Laufenlernen aufzuzwingen. Du hättest es sonst womöglich nicht gelernt.

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@Kuhlmann26

Die verlinkte Studie unterscheidet nicht zwischen Home- und Unschooling

Was aber essentiell wäre. Du vertrittst hier die angebliche Überlegenheit des Unschooling und hast dich gegen Homeschooling ausgesprochen, weil ja immer noch unterrichtet wird. Um feststellen zu können, ob der Verzicht auf Unterricht nützlich ist oder nicht, müsste man aber zwischen denen unterscheiden, die unterrichtet werden, und denen, die nicht unterrichtet werden.

Insofern hast du eine Studie verlinkt, die überhaupt nichts mit dem Thema zu tun 

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@Abahatchi

"Auch werden häufiger Halbwahrheiten oder Scheinwissen (vom Volk vererbte Gerüchte und Annahmen) als Tatsachen vermittelt."

Das ist genau das, was massenhaft in Schulen passiert. 

"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." J. W. von Goethe

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@Kuhlmann26

"Ich verteidige keinesfalls den Heimunterricht und finde ihn FAST genauso schlimm wie den Schulunterricht.

So seltsam es klingen mag, und vermutlich liegt es daran, dass die Masse keine Erfahrung damit hat, aber das was wirklich funktioniert, ist selbstbestimmte Bildung. Der Lernende bestimmt, was gelernt wird und welcher Hilfen er sich bedient."

Ich finde, Heimunterricht und selbstbestimmte Bildung muss sich nicht widersprechen. Es ist ja gerade das kindliche Spiel, bei dem sich das kindliche Gehirn wissenschaftlich nachgewiesen am Besten entwickelt. Und ich sehe es bei meinen Kindern, dass sie von sich aus lesen, schreiben und vieles andere lernen wollen. 

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@Aljadis

Aljadis, wir sind uns ja weitgehend einig. Vermutlich muss man aber immer wieder Begriffsklärungen vornehmen. Das (R)Unterrichten - noch dazu das ungefragte - hat ganz sicher nichts mit dem kindlichen Spiel zu tun. Mir ist die Bedeutung dieses Spiels sehr wohl bewusst. Zu spielen bedeutet zu lernen. Aber mach das mal jemandem klar, der über Jahre in der Schule abgerichtet und indoktriniert wurde.

Was ich mit "unterrichten" meine, kommt in der Antwort von Machtnix53 und dem folgenden Kommentar zum Ausdruck.

https://www.gutefrage.net/frage/hat-schule-ihren-sinn-verloren?foundIn=notification-center#comment-117652824

Selbstverständlich könnte man es als "Unterricht" bezeichnen, wenn 6 bis 8 Kinder zwischen sechs und achtzehn Jahren in der Schitinin Schule um einen Tisch herumsitzen und sich eines Themas annehmen. Ein Lehrer fehlt zur Gänze. Defacto ist es aber keiner, sondern ein Gedankenaustausch. Und letztendlich ist es Lernen.

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*Ich stimme Kuhlmann26 zu*

Er argumentiert sinnvoll und versucht nicht so verkrampft Recht zu haben, sondern befasst sich ernsthaft mit diesem Thema.

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Ein Bildungszwang wäre noch schlimmer als ein Schulzwang. Wenn man heute die 12 Jahre Schulzwang abgesessen hat, ist man frei. Bei einem Bildungszwang müsste man wohl so lange in der Schule bleiben, bis man einen Abschluss hat, oder? Bevor man für einen Bildungszwang eintritt, sollte man erst einmal ein Recht auf Bildung verwirklichen. Das gibt es bisher nur auf Papier, wurde aber meines Wissens noch nie vor Gericht durchgesetzt.

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Ich habe die Schule als Indoktrinationsanstalt erlebt, deren einzige Rechtfertigung es ist, dass man in ganzen 12 (!) Jahren gerademal rechnen, lesen und schreiben als sinnvolle Dinge für sein künftiges Leben lernt. Man durfte nichts hinterfragen, musste stets sagen, was der sogenannte Lehrer (Unterrichtvollzugsbeamte) hören wollte und hatte schlicht keine Zeit, sich zu bilden. Das meiste Andere war Trivialwissen für Quizshows, das in Bulimielernen ausgeartet ist, vom Feinsten. Diese verschwendete Lebenszeit und verschwendeten Potentiale sind einfach nur pervers. Nach der 6. Klasse wäre es für mich deutlich sinnvoller gewesen, wenn ich mich selbst gebildet hätte, denn es wäre viel effizienter und ich hätte mich mit Dingen auseinandersetzen können, für die ich mich interessiere. Auch hätte ich wohl deutlich mehr Freunde außerhalb der Schule gefunden. Solange in diesem Land weiterhin Schulpflicht herrscht, werde ich keine Kinder bekommen oder in ein anderes Land ziehen. Mit das Schlimmste ist ja, dass ein Großteil der Bevölkerung von der Schulpflicht regelrecht besessen ist und sich nicht vorstellen kann, dass Kinder von sich aus lernen wollen, weil es ihnen über Generationen hinweg immer wieder in ihren Kopf gehämmert und propagiert wurde. Und an alke, die denken, man würde ohne diese verdummen: Was ist mit Frankreich, Großbritannien, Ösrerreich, Italien, Irland, der Schweiz und den vielen anderen Ländern, in denen es keine Schulpflicht gibt?

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