Wenn das Gehirn Schmerzen "lernen" kann, warum kann es nicht Schmerzfreiheit lernen?

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6 Antworten

Schmerz ist ein überlebensnotwendiges Signal, d.h. die Abläufe im Gehirn, inkl. Schmerzgedächtnis. Schmerzfreiheit ist für das Überleben nicht notwendig, gehört zur Normalität und daher untergeordnet. Aber du kannst lernen mit deinem Schmerz umzugehen, zu akzeptieren, dadurch verändert er sich.

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Weil es ungesund bis tödlich wäre, keine Schmerzen zu empfinden.

Angenommen, du hast einen Autounfall und erleidest innere Blutungen, empfindest aber keinen Schmerz. Du sagst dem Notarzt, es sei alles in Ordnung, stehst auf und gehst quietschfidel nach Hause, wo du dann stirbst. An inneren Blutungen, die du mit Schmerzen bemerkt und behandeln lassen hättest.

Schmerzen sind ein Warnsignal und kein Übel des Körpers, das abgeschafft gehört. Sie erfüllen eine biologische und lebenswichtige Funktion. 


Außerdem: "Schmerzfreie" Phasen lernen ist paradox. Man, das Hirn, du, kannst nicht etwas lernen, das "nicht" da ist. Stell dir vor, deine Ohren sollten Stille lernen und sie auch dann hören, wenn eigentlich Geräusche in der Umgebung sind. Geht nicht. :)

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Kommentar von mychrissie
04.11.2015, 10:44

Pardox ist es nicht. Das Gehirn lernt ja nicht etwas, was nicht da ist. Plötzliche Stille ist ja ebenso "etwas" wie ein Ton, nämlich eine Unterbrechung der Alltagsgeräusche.

Könnte das Gehirn nicht eine nichtvorhandene Stilleempfindung auf die gleiche Weise erzeugen, wie es beim Tinnitus ein nicht vorhandenes Pfeifen vortäuscht.

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weil Schmerzen uns vor Gefahren warnen und uns damit signalisieren, dass wir etwas nicht tun sollen, weil es schlecht für den Körper ist. Du müsstest deinem Gehirn "beibringen", dass dieser Schmerz zwar deinen Körper schadet (sonst würdest du ja keinen Schmerz spüren), aber er diesen ignorieren soll, weil du der Meinung bist, dass es ok ist. Wenn du verstehst was ich grad meine XD

Ich denke, dass man durch Meditation z.B. schon lernen kann bestimmten Schmerz nicht mehr zu spüren. Oder halt durch Abhärtung.

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Ich habe diese Frage nicht gestellt, weil ich nicht wüsste, dass Schmerzen normalerweise eine sinnvolle Funktion haben, indem sie uns auf Disfunktionen des Körpers aufmerksam machen.

Es gibt aber Dauerschmerzen bei Patienten, die sich ohne Ursache manifestiert haben. Oder beispielsweise Phantomschmerzen in Gliedern, die gar nicht mehr vorhanden sind. Das Gehirn kann also – wie auch immer – Schmerzgefühle erzeugen und uns vorspiegeln.

Könnte man nicht medikamentös oder auf andere Weise das Gehirn dazu bringen, sich den Zustand der Schmerzfreiheit zu merken bzw. uns diesen vorzuspiegeln? Also gewissermaßen "Phantomschmerzlosigkeit".

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Das Gehirn unterdrück teilweise dauerhafte Schmerzen, es ist meistens ein Gegenteiliger Efekt... Bist du lange schmerzfrei, bist du auch Schmerzempfindlicher. Hast du oft zum Beispiel Rückenschmerzen gewohnst du dich dran ;-)

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Kommentar von mychrissie
24.05.2016, 11:27

Wenn Du meine hättest, würdest Du dich mit Sicherheit nicht dran gewöhnen. :-)

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Das kann man lernen, ist aber äußerst schwierig. Wenn du schmerzen ignorierst, wirst du sie irgendwann nicht mehr so stark spüren

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